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Landrat mit der Abrissbirne

Mensch im Mittelpunkt beim Spaichinger Krankenhaus?

Spaichinger Krankenhaus  plötzlich ein Notfall?

(tutut) - "Fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker!" Nie war deren Rat in Spaichingen so wertvoll wie heute. Da hilft kein Melissengeist, kein Stein vom Heiler, nur gesunder Menschenverstand und eine Prise Demokratie kann einen Landrat noch aufhalten, welcher am heutigen Mittwochabend in der Spaichinger Stadthalle dem Volk seine Folterwerkzeuge vorführt.

Ob er seine Abrissbirne für das Spaichinger Krankenhaus für eine Erfindung aus dem selbsternannten Weltzentrum der Medizintechnik hält?  Will er als sonst grenzständige politische Randfigur und Grüßaugust des Kreises und Schirmherr über Dorffesten einmal im Leben groß herauskommen? Was ist krank im Kreis Tuttlingen, dass ein Landrat Stefan Bär fachfremd den Doktor Eisenbart spielt und dem Klinikum ein Bein amputieren will? Was zeichnet einen "cdu"-Kreisrat Tobias Schumacher von Spaichingen als dessen Assistenten aus? Ist der Frust des gescheiterten Politikers mit zwei verlorenen Bürgermeisterwahlen und dem Niedergang der einstigen "Spaichinger Partei" CDU von der absoluten Mehrheit im Gemeinderat zu einer halbierten Fraktion, die allein in dieser Legislaturperiode vier von fünf Räten ausgetausch hat, so immens, dass er als Kreisrat und Aufsichtsrat des Klinikums vergessen hat, womit er 2012 in Spaichingen als CDU-Kreivorsitzender den amtierenden CDU-Bürgermester, vergeblich, aus dem Rathaus drängen wollte? "Gegen die Spaltung" wollte er kämpfen. Jetzt ist die CDU im Kreis gespalten wie nie. wer glaubt ihm,  was er 2012 behauptete? "Man nimmt mir ab, dass es mir ernsthaft um die Stadt geht.“ Was ist daraus geworden?

Auch der Kreis hat wohlfeile Sprüche. "Der Patient steht bei uns im Mittelpunkt!" erklärt das Klinikum Tuttlingen mit den zwei Standorten Tuttlingen und Spaichingen. Der Jubel über den jüngsten Geschäftsbericht galt allerdings Zahlen. "Klinikum Landkreis Tuttlingen schreibt schwarze Zahlen - Das Klinikum Landkreis Tuttlingen hat das Geschäftsjahr 2017 mit einem Überschuss abgeschlossen und präsentiert das beste Jahresergebnis seit 17 Jahren...Aufsichtsrat und Geschäftsführung freuen sich über die sehr positive Entwicklung des Klinikums und des MVZ. 'Die Arbeit aller Beteiligten hat sich gelohnt: Das Klinikum und unser MVZ sind medizinisch, pflegerisch und auch wirtschaftlich auf einem guten Kurs', zeigt sich Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender Stefan Bär zufrieden".

Zahlen sind Schall und Rauch, wenn das Menschliche fehlt. Oder ist der "Patient" etwa keiner? Erst hat der Mensch Landrat seine Wiederkandidatur für 2020 bekanntgegeben, dann hat er den Spaichinger Bürgermeister ankündigen lassen, dass das Spaichinger Krankenhaus geschlossen werden soll. Danach sangen Landrat und Monopolzeitung im Duett das bekannte Merkellied von der Alternativlosigkeit der Zahlen über den Menschen. Und ehe es sich alle versahen, der Kreistag hat bis heute nicht gemerkt hat, dass der Landrat ihn zur Überflüssigkeit degradiert hat, schlug der Landrat weitere Pflöcke ein bis zur grünen Wiese Stuttgart auf dem Weg zur Mauerlegung des Spaichinger Krankenhauses. Wenn nun bereits um die Resteverwertung gewürfelt wird, hat der Landrat sein Ziel erreicht und den Rechtsstaat in Frage gestellt, so wie es heute üblich ist.

Warum sollen im Mai Kommunalwahlen stattfinden, wenn der Landrat  gerade den Kreistag wie einen Tanzbär am Nasenring im Tuttlinger politischen Zirkus vorführt? Ein paarmal gebrüllt, und schon sind fast alle Kreisräte wie ein Hühnerhaufen in alle Himmelsrichtungen davongeflattert und haben unterwegs vor Schreck ein paar Eier verloren.

Wo sind die Fraktionsvorsitzenden, die den von ihnen gewählten Landrat, aufs Volk ist er ja nicht angewiesen, an den Platz verweisen, welcher ihm zusteht? Normal wäre, falls der Mensch im Mittelpunkt steht, dass der Kreistag mit einer außerordentlichen Sitzung sich seine Kompetenz zurückholt und nicht dem Landrat als kleinem Diktator das Tuttlinger Feld überlässt! Wenn das Thema nicht Eile hat, wie manche angebliche Kreispolitiker verlauten lassen, dann haben sie wohl gemerkt, dass sie nackt und babygleich auf einem Bärenfell gebettet sind.

"In einer Demokratie wird dem Volk im Namen des Volkes das Fell über die Ohren gezogen", hat Karlheinz Deschner gesagt. Am heutigen Mittwoch kann in der Spaichinger Stadthalle erfahren werden, ob und wie viel an diesem Wort dran ist. Der Landrat will mit Abgesandten aus der Gesundheitsindustrie auftreten. Am Kreistag, der Vertretung der Kreisbevölkerung vorbei. Er macht den Zahlmeister. Menschennah ist sowas nicht. Wer nun um gründliche Diskussion und Zeit bittet, anstatt dies einfach im Kreistag beschließt, muss zeigen, was  ihm ernst ist und es nicht nur um den Notfall Kommunalwahl geht. Denn aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Je nachdem wie die Wahlen enden, kann dieses Monopoly um zwei Tuttlinger Krankenhäuser fortgesetzt werden. Dann ganz ungeniert. Das ist auch der Moment, wo der Landrat abschätzen wird können, ob er eine Wiederwahlchance hat. Zunächst einmal hat er den zuständigen Kreistag so aufgemischt, dass die manche Räte momentan nicht wissen, wer und was sie sind.  Fragen sie ihren Arzt oder Apotheker! Die werden wissen, wer oder was der Notfall ist.

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