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„Idylle und Apokalypse – Landschaften Rudolf Schlichters“

Ausstellung im Kunstmuseum  vom 14. 4. bis 21. 7.

(tutut) - Rudolf Schlichter (Calw 1890 – München 1955) war Maler, Zeichner und Schriftsteller — eine faszinierende Persönlichkeit mit obsessivem Charakter, widersprüchlichen Meinungen und Idealen. Das umfangreiche Gesamtwerk des Künstlers reicht von frühen akademisch geschulten Arbeiten über Jugendstil, Dada, Neue Sachlichkeit, expressiven Realismus bis hin zum Surrealismus der Nachkriegszeit. Er gilt neben George Grosz und Otto Dix als einer der bedeutenden Vertreter des veristischen Flügels der Neuen Sachlichkeit, zu deren Kernbestand seine Porträts, Stadt- und Milieuszenen gehören. Die Kunststftung Hohenkarpfen präsentiert Rudolf Schlichter in einer Ausstellung "Idylle und Apokalypse – Landschaften Rudolf Schlichters" im Kunstmuseum am Hohenkarpfen vom 14. April bis 21. Juli.

1890 in Calw im Nordschwarzwald geboren, besuchte Schlichter die Kunstgewerbeschule in Stuttgart und die Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Nach dem Ende des 1. Weltkriegs wurde er Teil der künstlerischen Avantgarde in Berlin. In der Krise der Weimarer
Republik und politisch resigniert fand er zurück zum katholischen Glauben, brach mit dem Kommunismus und näherte sich den neuen Nationalisten um Ernst Jünger an. 1932 kehrte Schlichter aus der Metropole nach Süddeutschland zurück und konzentrierte sich in
Rottenburg am Neckar vorübergehend fast ausschließlich auf die Darstellung der Landschaft.

Neben Gemälden entstanden Hunderte von Zeichnungen, von denen viele im Kontext eines geplanten Landschaftsbuchs stehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg, den er in München erlebte, setzte sich Schlichter in surreal anmutenden Landschaften und apokalyptischen Bildern mit den vorausgegangenen Ereignissen des Dritten Reichs auseinander und thematisierte den Verlust von Menschlichkeit in der modernen Zivilisation. 1948 und 1954, ein Jahr vor seinem Tod, nahm Rudolf Schlichter an der Biennale von Venedig teil.

Seit 1970 wurde Schlichters Werk in Ausstellungen u. a. in Mailand, München, Berlin, Tübingen und Koblenz wiederentdeckt. Das Kunstmuseum Hohenkarpfen stellt erstmals umfangreich Schlichters Landschaften aus. Damit werden die Bedeutung der Landschaft für das Gesamtwerk Schlichters wie auch Schlichters Stellung als Landschaftsmaler wissenschaftlich aufgearbeitet.

Zur Ausstellung erscheint im Südverlag in Konstanz ein umfangreich illustriertes Katalogbuch mit Beiträgen von Dr. des. Christian Drobe, Dr. Dirk Heißerer, Mark R. Hesslinger M.A., Dr. Sigrid Lange und Professor Dr. Olaf Peters. Neben privaten Sammlern konnten als Leihgeber die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen – Pinakothek der Moderne in München, das Kunstmuseum Stuttgart, die Sparkasse Pforzheim Calw, die Städtischen Museen Calw, das Kunstmuseum der Stadt Albstadt, das Diözesanmuseum Rottenburg, die  Sammlung Frank Brabant in Wiesbaden, die Sammlung Christina und Volker Huber in Offenbach am Main und Fischer Kunsthandel & Edition in Berlin gewonnen werden. Die Ausstellung wird gefördert von der Privaten Stiftung Ewald Marquardt für Wissenschaft und Technik,
Kunst und Kultur, der Aesculap AG, der Sparkasse Pforzheim Calw, der Kreissparkasse Rottweil, der Kreissparkasse Tuttlingen, der Sparkasse Schwarzwald-Baar und dem Regierungspräsidium Freiburg.

Ausstellungseröffnung: Sonntag, 14. April 2019, 11 Uhr
Ausstellungsdauer: 14. April bis 21. Juli 2019
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag und Feiertage von 13.30 Uhr bis 18.30 Uhr
Kunsthistorische Führungen: Jeden Mittwoch um 17 Uhr und jeden ersten Sonntag im Monat um 16 Uhr sowie nach Vereinbarung

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