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Alternativlose Alternative?

Spaichingen hat nun auch selbst noch einen Bürgermeister-Kandidaten

Die Alternative heißt: Schild weg! Braucht's hierfür extra einen CDU-Bürgermeister-Kandidaten ? Es hat sich vor acht Jahren schon einer auf den Weg geemacht, um das Gruseln zu lernen.

(tutut) - Wenn Klops, dann gleich richtig daneben, die Redaktionsleiterin schafft's schon in der Überschrift: "Spaichingen Bürgermeister-Kandidat Markus Hugger: 'Ich biete mich als Alternative an'"? Spaichingen selbst hat einen Bürgermeister-Kandidaten? Hat es nicht schon einen Bürgermeister, der wieder kandidiert?  Was sind das doch Zeiten der Albernativlosigkeit einer CDU-Kanzlerin und eines FWV-Landrats ohne Gegenkandiat der CDU und einer Schließung des Spaichinger Krankenhauses, welches ebenso als alternativlos hingestellt wurde?

Bietet sich Hugger nun als Ersatz, sozusagen als Geisel dafür, dass er an der Spitze der alternativlosen Bewegung gegen das Krankenhaus stand? Zumindest war und ist von ihm und aus dem Südkreis nichts Gegenteiliges zu hören, etwa in der Richtung, dass die Bevölkerung des Nordkreises das Krankenhaus weiterhin brauche. Während das Lokalblatt seit Oktober verbreitet: "Kreistag beschließt Aus für Spaichinger Krankenhaus", steht  Hugger als CDU-Fraktionsvorsitzender sozusagen an der Spitze der Alternativlosigkeit. Erst das Krankenhaus in Spaichingen zumachen und dann dort Bürgermeister werden wollen - etwa als Belohnung?

Sollen ihm jetzt die Spaichinger mit ihren Stimmen gegen den Amtsinhaber um den Hals fallen? Tollkühnheit ist nichts dagegen. Mit einer schlimmereren Empfehlung kann wohl kaum ein Kandidat in eine Wahl gehen, das Blabla und Geschwurbel gewohnt alternativloser Schreiberei mal beiseite. Oder ist alles ganz anders? Macht er jetzt den Retter - gegen sich selbst? Vom Saulus zum Paulus, auch wenn er Markus heißt? Vielleicht hat sich der Immendinger Bürgermeister noch an den CDU-Antrag erinnert, welchen der Kreistag mit großer Mehrheit beschlossen hat und will nun retten, was noch zu retten ist.

Denn von "Kreistag beschließt Aus für Spaichinger Krankenhaus" war da nicht die Rede! Schade, dass er dies der Spaichinger Redaktionsleiterin nicht gesagt hat, welche zweifellos auch keine alternativlose Journalistin ist. Als  welche Alternative will Hugger sich nun den Spaichingern anbieten, wenn er einerseits kaum zwei Jahre nach der Wiederwahl in Immendingen entdeckt: "Demokratie lebt von der Veränderung“. Dies klingt nicht sonderlich glaubwürdig für einen verantwortungsvollen Politiker, eher schon dies: "Auch hätten ihm viele Leute aus der Stadt signalisiert, dass er hier willkommen wäre. 'Ich biete mich als Alternative an', sagt Hugger, das sei in einer Demokratie nichts Ungewöhnliches".

Alternative wofür? Das verschweigt er. Für den Politiker Hugger als neuer Fraktionsvorsitzender der CDU im Kreistag spricht nicht, wenn er wegen des Spaichinger Krankenhauses zitiert wird von einem Blatt, welches seit Monaten unwidersprochen das "Aus" des Hauses meldet: "'Ich habe versucht zu retten, was zu retten ist“, sagt Hugger. Zu dem Zeitpunkt 2019, als die Entscheidungen gefällt werden sollten, waren die Weichen schon längst gestellt: 'Die Frage ist auch, was wurde in der Vergangenheit gemacht, um Spaichingen zu stärken?'“ Diese Fragen stellt er praktisch an sich selbst und beantwortet sie nicht, außer in der Form, dass alles irgendwie Schicksal ist und eigentlich wurscht, was ein Politiker da noch gegenüber Alternativlosigkeit machen können sollte. Denn nix hat mit Nix zu tun. Dann will er nun Alternative sein? Oder so?

Da er dies nicht gefragt wird, antwortet er auch nicht. Ist einKreistag keine Vertretung der Bürger im Landkreis mehr? Ist aus der Demokratie eine Diktatur geworden? Stellt der Landrat die Weichen, und dem Kreistag bleibt nur, mitzufahren, selbst wenn Entgleisung droht? So stellt sich selbst Lieschen Müller Demokratie nicht vor. Und der Kandidat aus Immendingen, wie ist seine Alternative zum Krankenhaus-Aus? "Ohne die CDU wäre alles bereits im Frühjahr beschlossen worden ohne Vorstellung davon, wie es weiter gehen solle. Jetzt gelte es, auf eine gute Nachfolgeregelung zu schauen zur medizinischen Versorgung der Bevölkerung. Es sei immer immens wichtig gewesen, das Gebäude in Kreisbesitz zu behalten, so Hugger. 'Wir müssen aufpassen, dass wir das Erreichte nicht noch kaputt machen'".

Was soll da noch kaputter werden? Wurde  im Frühjahr nicht lediglich eine Schamfrist für das Krankenhaus beschlossen, weil Unruhe zur Kommunalwahl vermiedenwerden sollte? Danach hat's dem Landrat aber pressiert.  Dass das Ganze eine Farce war, räumt der Alternativ-Kandidat ja selbst ein: "Als die Entscheidungen gefällt werden sollten, waren die Weichen schon längst gestellt". Vielleicht erinnert er sich ja noch an den CDU-Antrag vom Oktober im Kreistag. Ist da das täglich gemeldete Aus des Krankenhauses beschlossen worden, und Hugger übernimmt nun  im Lokalblatt  Spaichingens die Rolle des täglich grüßenden alternativlosen Murmeltiers? Nichts Neues unter der Sonne.

Was nun, Herr Hugger? Alles schon alternativ- und politiklos entgleist? Dies will der Kreistag, von "Aus" war keine Rede : 

Hugger rühmt sich mit der Redaktionsleiterin,  wirtschaftlich Großes im Dorf Immendingen vollbracht zu haben."'Immendingen ist eine der dynamischsten Gemeinden der Region mit sehr viel Potenzial': Von einer Gemeinde, die beim Amtsantritt 2010 wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand stand hin zu einer prosperierenden Gemeinde die die Schulden von zehn auf 1,4 Millionen abgeschmolzen hat, Daimler-Prüfzentrum, Umwandlung der Kaserne nach dem Abzug der Franzosen, Wohnungsbau, Wachstum auf 6300 Einwohner und vieles mehr". Will er Eulen nach Athen tragen? Die  Stadt Spaichingen steht sogar noch besser da: Pro-Kopf-Verschuldung nur 348 Euro Ende 2018, Immendingen 436. Und wenn die linksgrüne Abschaffung Deutschlands so weiter geht, können auf dem Daimler-Prüfzentrum, - mit wie vielen Millionen ist der Steuerzahler dabei? - bald Radrennen veranstaltet werden.

Noch am 20. September 2018 jubelte die Schwäbische Zeitung: "Deutschland ist Autoland. Wer eines weiteren Beweises für die dominante Rolle dieser Branche für Europas größte Volkswirtschaft bedurfte, wurde am Mittwoch in Immendingen fündig. In der kleinen Gemeinde südwestlich von Tuttlingen, unweit der wohl deutlich bekannteren Donauversickerung, gaben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und zahlreiche Namen aus Landes- und Kommunalpolitik ein Stelldichein, darunter der stellvertretende Ministerpräsident des Landes Baden-Württembergs, Thomas Strobl (CDU).Merkel folgte dem Ruf von Daimler-Chef Dieter Zetsche, der bei Kaiserwetter das neue Prüf- und Technologiezentrum (PTZ) des weltweit größten Premiumautoherstellers einweihen durfte".  Was ist aus den Phrasen geworden?  Die Welt geht im Klima unter, welchen Militärmanövern soll Kaiserwetter dienen, und wer Auto fährt, ist eine Umweltsau. "Auf dem Gelände der ehemaligen Oberfeldwebel-Schreiber-Kaserne hat der Konzern in den vergangenen Jahren für 200 Millionen Euro ein Areal geschaffen, auf dem künftig die weltweite Fahrzeugerprobung gebündelt werden soll - insbesondere neue Technologien wie Assistenzsysteme und autonome Fahrfunktionen, sowie Elektroantriebe der neu geschaffenen Marke EQ sollen dort getestet werden". 200 Millionen für 300 Arbeitsplätze. Irgendwas hinkt da. Wo waren die Grünen, Linken, NGO angesichts des gewaltigen Eingriffs in Natur und Landschaft?

Noch eine Frage bleibt an den Kandidaten: Was will ein CDU'ler in Spaichingen ohne CDU?  Das darf heutzutage niemand mehr ernst nehmen. Erst das Scheinbekenntnis gegen den realen Sozialismus der linksgrünen CDU - auch der einstige langjährige Spaichinger CDU-Boss ist schon zu den Grünen stiften gegangen - "es geht mir um die konservativen, die christlichen Werte wie Nächstenliebe, Menschlichkeit, Zusammenhalt“, die Gebetstrommel einmal gedreht,muss genügen, dann die Offenbarung, mit der schon sein Vorgänger im Kreistagsamt, der Tuttlinger CDU-OB alternativlos wurde, dann eine Demaskierung: "Auch sei er, geprägt vom Ravensburger OB Hermann Vogler, im Herzen auch ein Grüner im Sinne des Respekts im Umgang mit der Natur; auch den Tieren, Massentierhaltung. 'Da hat eine Verrohung stattgefunden'“. Genügt das nun, Spaichinger, was wollt ihr mehr? Auch ein CDU'ler ist nur ein grünlackierter Roter. Sind sie nicht alle Grüne? Die haben zwar mit Natur und Umwelt und so nichts am Hut, denn ihre  Sonnenblume ist längst verwelkt, aber wenn linksgrüne Redaktionen die journalistsche Mehrheit im Land stellen, dann weiß ein CDU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag, welcher Wecker klingelt, wenn ene Spaichinger Redaktionsleiterin die Fangfrage stellt: "Warum dann überhaupt eine Partei, die CDU?" Eben! Ohne grünes Glaubensbekenntnis schlüpft niemand in Baden-Württemberg unter die grüne Bettdecke. Wenn es um die Macht geht, ist auch Schwarz bunt. Was das mit Spaichingen zu tun hat? Alles. Schließlich haben die Eltern des Kandidaten auf dem Dreifaltigkeitsberg geheiratet. Den Segen für alle, Hauptsache, grün, erteilt gleichzeitig die Hauptsache grün, erteilt gleichzeitig die Leidartiklerein aus Berlin: "Auch in Deutschland scheinen die Grünen immer mehr der neue Partner der Union zu werden. Vieles spricht dafür, dass sich die Wähler längst auf Schwarz-Grün im Bund einstellen".  Fort mit dem Grundgesetz, die DDR muss her!

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