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Vermühlerei der Landschaft ohne Ende?

Nun auch ins "idyllische  Lippachtal":   2 Windräder in Kolbingen?

Dokumentation wie geplante Windräder auf dem Heuberg optisch wirken würden. Das Projekt Mahlstetten hat der dortige Gemeinderat abgelehnt.

(tutut) - Ist das noch Zeitung oder muss das weg? Wenn Redakteure in Anzigen versuchen, Behauptungen aufzustellen, welche sie offenbar im Blatt nicht halten können, dann ist was faul im Journalismus. Von Qualität, Wahrheit, Recherche kann da keine Rede sein. Man stelle sich vor, ein Tischler wirbt in seinem Schaufenster mit einem Stück Holz und behauptet: Dies ist ein Tisch! Ist Denken in Redaktionen inzwischen verboten? In der Samstagausgabe des "Heuberger Boten" wird ein Artikel veröffentlicht, bei dem der Redaktion offenbar nichts aufgefallen ist, so, als würden die drei berühmten Affen Zeitung machen.

Bei jedem normalen Journalisten, der sowas auf den Tisch bekommt, müsste es sofort klingeln, falls er seine Arbeit ernst nimmt, nämlich zu berichten und zu kommentieren. Wenn Zeitungen nur noch nach dem Motto pm, pm, plemblem gemacht werden, sind Redaktionen überflüssig, von denen es noch immer drei im Kreis TUT gibt, gleichzeitig aber ein Leser in diesem kleinen Kreis sich drei verschiedene Ausgaben halten muss, um die gesamte Kreisberichterstattung zu bekommen. Im Gegensatz zu früher, wo jede Ausgabe den selben Inhalt hatte, nur die Titel waren verschieden.

Deshalb ist  unbekannt, in welcher der drei Ausgaben dieser sogenannte Leserbrief erschienen ist. Zweifellos handelt es sich aber nicht um einen Leserbrief, denn der sollte Stellung beziehen zu einem bekannten und im Blatt abgehandelten Thema, sondern es ist eine Nachricht. Um die hat sich eine Redaktion zu kümmern. Dabei müsste ihr inzwischen aufgegangen sein, dass eine irrsinnige "Energiewende" gescheitert ist mit dem weltweit höchsten Strompreis als Ergebns, dass das Land nicht mehr zur Vollversorgung aus eigener Produktion fähig ist, und dass jüngst der Verwaltungsgerichtshof Mannheim die Windmühlen im Land für rechtswidrig erklärt hat. Kein Thema für eine Zeitung? Oder ist Zeitung schon tot, es soll nur niemand wissen? Deshalb auch die Anzeigen?

Landwirt Volker Rieger vom Rieger-Hof in Mahlstetten  ("Idyllisches Lippachtal durch Windkraft beeinträchtigt“ - Zum Thema Windkraft auf dem Heuberg haben wir einen Leserbrief erhalten".) schreibt u.a.: "Mit Schrecken entnehme ich der Tageszeitung vom 30. Januar, dass die Firma Enercon einen Antrag auf Erteilung einer Genehmigung für die Errichtung von zwei Windkraftanlagen auf Gemarkung Kolbingen stellt. Für mich stellt sich die Frage, hat der Gemeinderat von Kolbingen sich intensiv genug mit Windkraft beschäftigt, oder stehen die im Vorfeld als lukrativ erscheinenden Pachtzahlungen von Enercon für die Gemeinde im Vordergrund. Fakt ist, dass knapp ein Hektar Wald diesen Riesen-Turbinen, die irgendwann teuer entsorgt werden müssen, zum Opfer fallen würden, mit allen negativen Folgen, auf die ich jetzt nicht näher eingehen möchte. Fakt ist auch, dass wir in Baden-Württemberg kein ideales Windland sind und nachweislich in einer hügeligen Landschaft der Wind nicht kontinuierlich weht...."

Es wäre Aufgabe einer Zeitung, sich damit zu beschäftigen - oder sind linksgrüne Themen tabu, egal wie verrückt?  Ein Leser aus der betroffenen Region weist die NBZ daraufhin, dass im Kolbinger Amtsblatt der Landkreis als "Öffentliche Bkanntmanchung" einen "Antrag der ENERCON GmbH auf Erteilung einer immissionsschutzrechtlichen Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb von 2 Windenergieanlagen auf Gemarkung Kolbingen" veröffentlicht. Könnte es sein, dass das Landratsamt nicht auf der Höhe der Zeit ist und die jüngste Entwicklung in Sachen fehlgelaufener "Energiewende" verpasst hat? Oder sind die Bürger dem Landratsamt inzwischen gleichgültig, wie die Diskussion um das Spaichinger Krankenhaus zeigt?

Was ist los in Kolbingen? fragt der Leser. Hat der alte Gemeinderat, der nicht mehr angetreten sei, die Windräder in Fahrt gebracht, welche der neue Gemeinderat aber nicht wolle? Hat in diesem Zusammenhang der Bürgermeister dem Gemenderat Unterlageneinsicht bisher verweigert? Sollen diese jetzt in einer Gemeinderatssitzung bekannt werden, obwohl die Offenlage schon am 30.Januar war? Ist das rechtens? fragt ein besorgter Bürger.

Wenn das kein Thema für eine Zeitung ist, was dann? Dann können sie sich auch die Anzeigen ersparen und Bäume vor der Papiermühle retten. Wie wär's, das Urteil des Verwaltungsgerichtshof zur Kenntnis zu nehmen, oder herrscht hier wirklich ein "Unrechtsstaat"?

 

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