Springe zum Inhalt

Noch stottert der Motor

Spaichingens Bürgermeister Hugger muss sich zurechtfinden

Gemeinderatssitzung in Habachtstellung in der Spaichinger Stadthalle.

(tutut) - Eben noch konnten sie das normale Spaichingen sehen, ohne Merkel-Maulkorb platziert, zum Beispiel vor dem Eissalon in der Hauptstraße. Nach 19 Uhrt tat sich drei Dutzend Wartenden mit dem Tor zur Stadthalle das amtliche Deutschland auf. Öffentliche Gemeinderatssitzung. Nicht nur optisch auf Abstand getrimmt, - warum eigentlich? -  expertanisch und fachspezifisch sehr zurückhaltend. Mit der Akustik haperte es. Fällt einem CDU-Fraktionsvorsitzenden im Kreistag  und nun Spaichinger Bürgermeister zur Politikkrise nichts ein, als  brav  mitzumachen, was  Linksgrünen einfällt, um das Volk am Nasenring  vorbei am Grundgesetz durch de Manege zu führen?

Der starke Besuch, das erklärte dessen hoher Jugendanteil, war nun nicht dem am selben Montag vom Vorsitzeden der Grünen, der mit 8,9 Prozent kleinsten Bundestagsopposionsfraktion geschuldet, welcher 16-Jährigen politische Reife bescheingte und deshalb für sie die Teilnahme an der Bundestagswahl forderte, sondern dem Gegenteil.

Spielen als "politische Reife"?
Um kindlichen Spieltrieb auf der Freizeitanlage Schlüsselwiese ging es. Die soll für 93 000 Euro  neue Möbel bekommen. So hat's die Verwaltung in den Haushaltsplan geschrieben. Jugend hat sich was gewünscht, die Sozialarbeiterin Stadtjugendreferentin begrüßte das, und dann scheint es Bürgermeister Schuhmacher mit dem Motto seiner letzten Monate vor der Abwahl auch in diesem Fall gehalten zu haben, wovor schon Franz Josef Strauß warnte: "Everybody's darling is everybody's Depp“. Ob Geschichte, man denke nur an eine KZ-Erinnerungstour,  Fakes über "Holocaust in Spaichingen" oder an einen einen "Vertrag" mit Schulschwänzern, welche inzwischen in linksexptreme Gewässer geraten sind, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

Das sind keine Bunkerreste oder Panzersperren aus dem II. Weltkrieg, so sehen heute moderne Spielplätze aus.

So einfach sich der neue Bürgermeister Hugger wohl für den Anfang den Vorsitz im Gemenderat gedacht hatte, so kompliziert stellte sich der Vollzug heraus. Der Sachvertrag derSozialarbeitern und von Jugendlichen stellte sich eher wie ein Wunschzettel an den Weihnachtsmann heraus: "Beschlussempfehlung - 1. Die Vorstellung zur Erneuerung der Freizeitanlage Schlüsselwiese durch die Nutzer und das Stadtjugendreferat wird zur Kenntnisgenommen. 2. Die Maßnahme mit dem bereitgestellten Budget von 93 000 Euro soll noch 2020 anhand der Entwurfsplanung umgesetzt werden".

Wünsch mir was
Warum 93 000 und nicht 92 000 oder 94 000? Wünschen können Kinder und Sozialarbeiter*innen immer was, aber wer reif sein soll zum Wählen, weil er gerne Schule schwänzt oder auf Rollbrettern surft, der muss auch das Geld besorgen, um sich Wünsche zu erfüllen. Wie soll die Jugend dies sonst lernen? Das Geld kommt nicht aus der Steckdose. Corona hat die Büchse der Pandora zugemacht. Den Kommunen geht das Geld aus, am Montag wurde ebenfalls gemeldet, sie bettelten das  Land an.

Wie würde das nun aussehen, wenn es der Realität angepasst nicht "Nein!" hieß im Spaichinger Gemeinderat, und nicht  "Doch!", obwohl jeder wissen sollte: "Oo!"  Dagegen klang "Toll!" aus der Halle mit mehrstimmigem Echo. "Toll!" So als würden Tollitäten für den neuen Bürgermeister standesgemäß einen Ferrari anschaffen, wissend, dass das Ganze  nur ein Traum ist, auch angesichts einzelner  sachter Hinweise zur Vernunft.

Jugend und Sozialarbeiterin dürfen träumen. Nur weil es im Haushaltplan steht, muss nicht irgendein Original irgendwo angeschafft werden. Der Hinweis, dass Trossingen für sowas sich über 1 Million leistet, hinkt. Schließlch hat denen Spachingen auch ein Unternehmen mit 700 Arbeitsplätzen geschenkt. Für notwendige Ernüchterung hätte der Bürgermeister sorgen müssen, es wäre Sache der Bauabteilung gewesen, für Information  zu sorgen - ohne mit Musik unterlegtes Video.

Dass der CDU-Fraktionsvorsitzende Braun noch die Urheberrechte an der Schlüsselwiese für eine einst anpackende CDU, unterstützt durch Spaichinger Bürger, auch als Sponsoren, gegen aufringliche ideelle Besitznahmeversuch der Grünen verteidigen musste, zeigt das Walten maßloser Ideologen.

Überlange "Nachspielzeit"
Dass manchmal zu viel Abstand zu Knigge herrscht, was nicht an Corona liegt, kann nicht Temperament allein geschuldet werden seitens Grünen und Pro Spaichingern. Dies  zeigte sch in der Nachspielzeit der Gemeinderatsstzung, denn die "Bekanntmachungen und Nachfragen" übertrafen weit das Kinderspiel auf der Schlüsselwiese, welche manche wohl für unverzichtbare Erziehungsmaßahme halten. Daran war der neue Bürgermeister nicht ganz unschuldig. Er kreidete seinem Vorgänger mutmaßlich etliche fehlende Gemeinderatsprotokolle an. Da sich die Rechtsaufsicht darum kümmern muss, hätte er sich jetzt vor persönlicher Anteilnahme hüten sollen. So aber kamen wieder wie gehabt die üblichen Streitigkeiten in den Vordergrund, welche mangels Aufklärung auch durch Information im Lokalblatt schon lange warmgehalten werden innerhalb der sechs Fraktionen.

Ein Bürgermeister als Vorsitzender des Gemeinderats bei nur einer Stimme hat da einen schweren Stand. Diese Rolle ist nur durch fachliche und persönliche Souveränität zu meistern. Das zeigten auch verschiedene Anmerkungen von Gemederäten, die darauf abzielten, Auskunft zu bekommen zu Meldungen oder Gerüchten aus dem Umkreis des Bürgermeisters, welche verschiedene Beschlüsse und Projekte betreffen. Spaichingen ist nicht Immendingen. Dies dürfte Markus Hugger schon gemerkt haben. Da hatte es ein Albert Teufel (CDU) einfacher, der aus Möhringen als Nachfolger seines Bruders Erwin in eine CDU-Hochburg umsiedelte, und auch Hans Georg Schuhmacher hatte 2004 als ein von der CDU herbeigeholter CDU-Mann beste Startmöglichkeiten, trat für das Empfinden des CDU-Kreisverbandes aber nach dem Start wohl zu oft aus  vorgegebenen Bahnen. Wer nun schon verkündet, "der Neue startet durch", muss zur Kenntnis nehmen, dass der Motor noch ganz schön stottert. Der Mann muss sich erst einmal zurechtfinden. Das ist  normal, alles andere ist Wunschdenken. Dem Durchstarter drehen oft  die Räder durch.

Corona-hysteriefreie Zone vor Eissalon in der Spaichinger Hauptstraße.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.