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Jörg Meuthen verlässt die AfD

Er legt auch seinen Parteivorsitz mit sofortiger Wirkung nieder, will aber Sitz im EU-Parlament behalten

Das bestätigte er gegenüber WDR, NDR und dem ARD-Hauptstadtstudio. Sein Mandat als Europaparlamentarier in der Fraktion „Identität und Demokratie“ will er behalten. Er wolle sich auch in Zukunft politisch betätigen und sei „bereits in Gesprächen“.

Meuthen sprach von einer Niederlage im Machtkampf mit dem Flügel um die Ausrichtung der AfD. Meuthen verband seinen Austritt zudem mit harter Kritik am Zustand seiner Partei: „Das Herz der Partei schlägt heute sehr weit rechts und es schlägt eigentlich permanent hoch.“

Er sei als Parteichef mit seinem Einsatz für einen anderen Weg gescheitert, sagte Meuthen. Teile der Partei stünden seiner Meinung nach „nicht auf dem Boden der freiheitlich demokratischen Grundordnung“, sagte er. „Ich sehe da ganz klar totalitäre Anklänge“.

Gerade in der Coronapolitik habe die AfD etwas „Sektenartiges“ entwickelt, so Meuthen. Allenfalls als ostdeutsche Regionalpartei sehe er noch eine Zukunft für die AfD.

Der frühere Bundestagsabgeordnete und Leiter der Verfassungsschutz-Arbeitsgruppe in der AfD, Dr. Roland Hartwig, kritisierte die Äußerungen Meuthens scharf: „Was für ein Unsinn! So treten nur schlechte Verlierer nach!“

Ähnlich reagierte die baden-württembergische AfD-Bundestagsabgeordnete Dr. Christina Baum auf Meuthens Rückzug: „Dieser Schritt ist konsequent und war längst überfällig. Schon seit langer Zeit hatte er sich von den Positionen unserer AfD entfernt. Im Nachhinein bezweifle ich sogar, ob er jemals mit dem Herzen hinter der patriotischen, an deutschen Interessen ausgerichteten Politik unserer Partei stand. Mein persönlicher innerer Abschied von Jörg Meuthen vollzog sich nach unserer Fraktionsspaltung in Baden-Württemberg, für die er hauptsächlich verantwortlich war.“

Der familienpolitische Sprecher der AfD-Bundestragsfraktion, Martin Reichardt, geißelte die Art und Weise des Abgangs: „Immer das gleiche Spiel: Einfluss verlieren, Partei verlassen, ehrbare Mitglieder mit Dreck bewerfen, um sich beim Establishment anzudienen, über die AfD errungenes Mandat behalten, um finanzielle Vorteile zu genießen. Das nenne ich schäbig!“

PI-NEWS-Umfrage:

Was bedeutet der Partei-Austritt von Jörg Meuthen für die AfD?
Die Partei geht daraus gestärkt hervor. (78%, 3.195 Votes)
Die Partei geht daraus geschwächt hervor. (15%, 615 Votes)
Weiß nicht. (7%, 277 Votes)
Total Voters: 4.087 (Stand Freitagabend)
(pi-news.net)

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