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„Blumen für Deutschland“

Vom “Tag der Deutschen Einheit” zum “Tag der bunten Einfalt”

Von Michael van Laack

Zehn Minuten durch Twitter scrollen zeigt überdeutlich: Die „Deutsche Einheit“ bleibt auch 32 Jahre nach dem Vertrag eine nicht zur Wirklichkeit gewordene Möglichkeit. Unversöhnbare politische Gegensätze, verstetigtes Denken in Ost-/West-Kategorien, Links und Rechts auf den (Klassen-)Kampfbegriff reduziert, Angriff des postchristlichen politischen Establishments auf das Naturrecht.

Zudem sehen wir ein neu eingeführtes Kastensystem, als dessen höchste die “Zivilgesellschaft“ und dessen niedrigste die „Ewiggestrigen“ (Konservative) gelten. Auch deshalb ist der 3. Oktober wie schon in den vergangenen Jahren weniger ein Tag zur Freude und zum Feiern, sondern eher ein Tag für Trauer über das, was Deutschland seit 1990 peu à peu verloren hat: Identität und Souveränität!

Es sei denn, man ist Anhänger der auch unter ihrem Nachfolger Scholz noch stabil verankerten merkelianischen Polit-Religion, die die 1989 gefallene Mauer in den Köpfen wieder aufgebaut und die Baupläne für einen (vielleicht am Ende sogar nicht nur virtuellen) antifaschistischen Schutzwall um den zukünftigen europäischen Zentralstaat in Trippelschritten umzusetzen gewillt ist. Für diese Leute ist zweifellos auch an diesem 3. Oktober Champagner angesagt.

„Das Gegenteil von Vielfalt ist Einfalt“? Nein: Einheit!
Alt-Bundespräsident Christian Wulff hat diesen Satz zwar nicht erfunden, aber Falsches redundant zu wiederholen ist bekanntlich eine seiner Lieblingsbeschäftigungen. Weshalb er mit vielen anderen selbsternannten Buntheitsbeauftragten wünscht, dass sich deutlich mehr Menschen zu „Der Islam gehört zu Deutschland“ bekennen. Denn schließlich leben wir in einer „multireligiösen, multiethnischen und multikulturellen“ Gesellschaft. Wer diese Vielfalt nicht wolle, wolle ihr Gegenteil. Und das sei Einfalt, gab er kurz vor dem 30. Jahrestag der Einheit zum Besten. An dieser Einstellung hat sich seitdem weder bei ihm noch bei vielen Entscheidungsträgern der Berliner Blase irgendetwas geändert.

Müsste dann der Feiertag nicht eher „Tag der deutschen Einfalt“ heißen? Wurde dann nicht auch 1990 politische Vielfalt zerstört, als Millionen Menschen der Sozialismus und so neben der politischen auch ein Stück ihrer kulturellen und areligiösen Identität genommen wurde? Müsste man den Einheitsvertrag aus dieser Sicht nicht eher einfältige Zerstörung eines dualen multipolitischen Wertesystems nennen? Oder ist vielleicht doch erst durch die Einwanderung des Sozialismus in den Westen Deutschlands jene „bunte“ Republik entstanden, in der gewisse Leute gut und gerne leben und deren multipolitische und multimediale Kräfte seit Jahren nach Implementierung eines Einheitsdenkens streben.

Kräfte, auf deren Schafspelzen „Gerechtigkeit“ in vielen Varianten steht, von denen Gendergerechtigkeit, Klimagerechtigkeit und Sprachgerechtigkeit aktuell trenden. Ein Denken, das aus der „Zivilgesellschaft“ (linke Parteien, NGOs, Kirchen) als Vorbild und Katalysator zugleich mittels der vor etwas mehr als drei Jahren angelaufenen Operation „UNSERE Demokratie“ in die Gesamtgesellschaft transportiert werden soll.

Holt die Meißel, Genossen, denn es ist noch nicht alles zerstört!
Im beinahe diametralen Gegensatz zu der grausamen Realität, dass der Weg in den Totalitarismus über eine politische Religion viel kürzer ist, als der Weg, der bei Monopoly nicht über „Los“ sondern direkt ins Gefängnis führt, standen und stehen Aktionen wie „Blumen für Deutschland“. Anlässlich des 30. Jahrestages initiiert und gegen viele Widerstände von Beatrix von Storch und anderen vorangetrieben.

Gewiß resultieren solche Projekte teilweise auch aus der Verzweiflung, die immer mehr “Biodeutsche” erfasst. Dennoch oder vielleicht gerade deshalb ist diese Aktion leider auch fast wirkungslos verpufft. Denn nur noch wenige Bürger wagten es seinerzeit und wagen es heute, sich zur gesamten deutschen Geschichte mitsamt ihrer großen Dichter und Denker zu bekennen oder auch nur an sie zu erinnern; wohl aich, weil man recht schnell den Nazistempel aufgedrückt oder das Prädikat “alter weißer Mann” verliehen bekommt, wenn man es tut.

Es macht aber dennoch Sinn, auch am 32. Jahrestag der “Deutschen Einheit” an “Blumen für Deutschland” zu erinnern, denn das Thema hat an Aktualität nichts verloren. Auch wenn wir nicht mehr ganz so viel hören von BLM und der Kniefall-Verehrung jenes US-amerikanischen Kriminellen, dessen Namen ich nicht in diesen Artikel schreiben möchte, ist die Antirassismus- und Antifaschismus-Debatte in den Medien und der woken Community allgegenwärtig.

Dem Hass auf Persönlichkeiten, die für Deutschland historisch Großes geleistet haben, aber selbstverständlich im Denken und der Sprache ihrer Zeit verhaftet blieben, Blumen als Zeichen des Gedenkens und der Ehrerbietung entgegenzusetzen… Nun, es bedarf schon eines gerüttelt Maß an Optimismus und eines ebensolchen an Hoffnung (um nicht zu sagen Gottvertrauen), um glauben zu können, dass man bei den sozialistischen Hassern des Vaterlandes und der weißen „Rasse“ auch nur ein kurzes Nachdenken bewirken wird. Dennoch bleibt es wichtig, auch in Zukunft solche Zeichen zu setzen!

Einheit ist Illusion: Schwarz, Rot, Gold verblasst!
Ich muss und mag hier nicht all das erläutern, was die Patrioten, Bürgerlichen und Konservativen in diesem Land seit vielen Jahren betrübt. Dazu gab es und wird es auch in Zukunft auf diesem Blog Einzelartikel geben: Von der Migration über Rechtsstaatlichkeit, Meinungsfreiheit (gesellschaftliche Ächtung, Jobverlust), aus historischen Gründen Unsagbarem, antisemitischen Hetzjagden auf historische Persönlichkeiten von Goethe über Karl May samt seinem Winnetou bishin zu Robert Koch), Milliarden-Verschuldung und Billionen-Bürgschaften für ein weder in einer real existierenden Grenze noch in den Köpfen Vieler existierendem Europa, Verdrängung des Christentums zugunsten muslimischer Barmherigkeit und last but not least Repressionen gegen eben diese islamfeindlichen Christen durch Atheisten in staatlichen Institutionen.

Manche sind in diesen krisenhaften Tagen, in denen Krieg, Inflation und Energiemangellage unser Denken und Fühlen beherrschen, optimistischer als ich oder machen vielleicht auch nur aus ihrer Not eine Tugend. Ob innerhalb oder außerhalb der AfD: Sie träumen von einer „konservativen Revolution“, einer Initialzündung bei der Demo am 8. Oktober, einem „Rechtsruck“ wie in Italien oder Schweden und manche gar immer noch von der „Restauration des christlichen Abendlandes“. Realistisch betrachtet aber ist der „point of no return“ längst überschritten.

Zu lang haben die politisch aktiven Konservativen nur zugeschaut und gehofft, dass den rotgrünen Schlangen die Giftzähne von allein ausfallen würden, bevor sie den Kaninchen ins Genick beißen könnten; zu lang hat die große Mehrheit der Bürger sich den Wohlstandbauch gerieben und nicht vorstellen können, dass man sie irgendwann einmal auf (Null-)Diät setzen würde.

Immer weiter gehen! Land sehen, wo keines ist!
Nun aber sehen wir seit mehr als eineinhalb Dekaden ein Europa. in dem sich die konservativen Parteien scharenweise das Verbot auferlegen, mit patriotischen Parteien zu koalieren, weshalb ihnen zum Machterhalt nur links als Koalitionspartner bleibt. Lassen wir uns von den Strohfeuern in Italien und Schweden nicht blenden. In Italien wechseln die Regierungen schneller, als die meisten Bürger ihre Unterwäsche und auch in Schweden waren knappe Mehrheit in der Vergangenheit überdurchschnittlich häufig brüchig.

Legislatur um Legislatur schmelzen die Konservativen Europas und selbstverständlich auch Deutschlands mehr von ihren bereits massiv reduzierten Markenkernen ab, um koalitions- und machtfähig zu bleiben. In nicht allzu ferner Zukunft werden sie zunächst verstetigt der kleinere Koalitionspartner sein und danach schneller, als sie “soziale Marktwirtschaft” sagen können, als Mehrheitsbeschaffer linker Parteien überflüssig.

Weil – nicht nur in Deutschland – im liberalen und konservativen Lager über viele Jahre die Einigkeit fehlte, wird das Recht auf Freiheit bald endgültig verwirkt sein. Kämpfen freilich müssen und werden wir auch weiterhin. Denn der Freiheitsliebende ist zum Kampf geboren, sei er Christ oder Atheist. Im Internetzeitalter sind und bleiben daher die wirklich freien und unabhängigen Medien (die sich leider in den vergangenen Monaten drastisch reduziert haben, weil Putin manchen sanft den Kopf krault, was sie immer häufiger dazu bringt, wohlig für ihn zu schnurren) das schärfste Schwert neben der politischen Opposition in den jeweiligen Parlamenten.

Doch eines sollten wir bei alledem immer vor Augen haben: Die Wirkmacht unserer Worte muss die einzige Waffe bleiben – die Faust und das Schwert führen nur in eine andere Form der Unfreiheit.
Denn Gewalt ist die letzte Zuflucht des Inkompetenten!
(conservo.blog)

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