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AfD fehlt klares Konzept und Spitzenpersonal

Bundestagswahl-Dilemma rückt näher – was tun?

Von WOLFGANG HÜBNER

Nur noch sechs Monate sind es bis zur Bundestagswahl. Bei dieser können nach vielen Monaten des Coronawahnsinns nur die Kräfte erfolgreich sein, die ein klares Konzept, eine überzeugende Strategie und attraktives Spitzenpersonal vorweisen können. Mit kritischem Blick auf die real existierenden und agierenden Parteien liegt aus freiheitlich-patriotischer Sicht die leicht zynische Feststellung nahe: Also keine der im Bundestag vertretenen Parteien, doch vielleicht mit Ausnahme der Grünen.

Denn ausgerechnet die für die Zukunft Deutschlands schädlichste politische Kraft hat ein klares Konzept (außen grün, innen rot), eine halbwegs überzeugende Strategie (mitregieren um jeden Preis) und mit dem von den linken Massenmedien liebevoll gehätschelten Spitzenduo Habeck/Baerbock ein für alt- und neubürgerliche Wähler durchaus attraktives Personalangebot. All das lässt sich über die Staatspartei CDU/CSU nicht sagen: Von Konzept und Strategie außer dumpfem Machtwillen keine Spur, die Wahl zwischen Laschet und Söder ist die zwischen Merkelpest und Großkotzcholera.

Die gewesene Volkspartei SPD ist zum Regieren zu schwachbrüstig und für die Opposition zu uninteressant. Da die älteste deutsche Partei aber zugleich beides will, kann nur ein verwirrendes Konzept und eine ebensolche Strategie festgestellt werden. Garniert wird das von einem dauergrinsenden Megaschuldenmacher namens Olaf Scholz, der aber nicht ganz ohne Aussicht ist, beim weiteren Absturz der Union und eventuell doch noch schwächelnden Grünen Notkanzler zu werden.

Die FDP unter dem Chancentod Christian Lindner will nach dem kurzzeitigen Anflug von Charakterstärke im Gefolge der Wahl 2017 unter allen Umständen und in jeder möglichen Koalitionskonstellation wieder in die Regierung. Es ist allerdings sehr wohlwollend, dies als Konzept und Strategie zu bezeichnen. Spitzenkandidat Lindner selbst hat nach dem Wahleklat in Thüringen deutlich gezeigt, dass er entweder erpressbar ist oder tatsächlich keinen Ehrgeiz hat, das Elend des Liberalismus in Deutschland wenigstens zu verringern.

Über „Die Linke“ muss nicht viel gesagt werden, mit den zwei superlinken Führungsfrauen hat sich die Partei weiter für Opposition entschlossen. An Grün-Rot-Knallrot glaubt der Verfasser dieses Textes nicht, das werden die neubürgerlichen Grünen nicht riskieren. Bleibt also die AfD. Sie wird mit Sicherheit in der Opposition bleiben müssen, zumal es an einem möglichen Partner mangelt. Die Frage bei der AfD ist nur, wie stark sie in der Opposition sein wird. Es sieht leider nicht gut aus: Kein klares Konzept, weil unentschieden zwischen potentieller neuer Volkspartei, besserer CDU/CSU und rechtskonservativer Kampfpartei.

Und Strategie? Auch unentschieden zwischen Ausrichtung auf unzufriedene westdeutsche Mittelschicht oder sozialpatriotisches Angebot für die „kleinen Leute“ im Arbeiter- und Prekariatsmilieu, vornehmlich im Osten. Eine ganz große AfD-Schwachstelle ist das Spitzenpersonal. Denn einer positiven Lösung dieses durchaus das Wahlergebnis mitentscheidenden Faktors stehen die schweren inneren Konflikte der Partei entgegen. Dabei haben die Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz noch einmal die große Bedeutung des Spitzenpersonals in der Mediengesellschaft gezeigt.

Inzwischen muss die AfD sogar die wachsende Konkurrenz der Freien Wähler (FW) fürchten. Dort wittert der Kreis um Hubert Aiwanger Morgenluft als bürgerlich-konservative Alternative für die Herbstwahl. Bei näherer Kenntnis der FW muss zwar gewarnt werden vor dieser CDU/CSU-Reserve ohne überzeugendes Konzept und Personal, geschweige denn geistiges Fundament für die kommenden schweren Herausforderungen der Politik in Deutschland. Doch schlechter als die von Merkel ruinierte Union sind die Freien Wähler auch nicht, dafür aber eine Alternative für frustrierte Wähler.

Falls die AfD in den nächsten Monaten nicht endlich aus ihrem selbstverschuldeten Halbkoma aufwacht und die Probleme positiv anpackt, ist jedenfalls genug Platz für die weitere Neugründung einer Partei, der zugleich Sahra Wagenknecht, Boris Palmer als auch Alice Weidel angehören könnten. Doch bis zum Herbst wird das wohl nicht mehr klappen, wahrscheinlich sogar nie. Deshalb könnte der wirkliche Sieger der Bundestagswahlen 2021 bald danach eine neue außerparlamentarische Opposition werden, in der bisherige weltanschauliche Abgrenzungslinien überschritten werden.
(pi-news.net)

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