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„Amal Hamburg“ – Newsportal auf Arabisch und Farsi

Abendblatt und Evangelische Kirche unterstützen "Integrationsprojekt"

Von MANFRED BLACK

Ein ganz besonderes mediales „Integrationsprojekt“ in Hamburg feiert in diesem Jahr stolz sein einjähriges Jubiläum: „Amal, Hamburg!“. Eine Nachrichtenplattform, großzügig vom Hamburger Abendblatt und von der Evangelischen Kirche unterstützt, präsentiert sich auf Arabisch und Farsi – und nicht etwa auf Deutsch oder in arabisch-deutscher Übersetzung. Adressaten sind in erster Linie die mindestens 50.000 Afghanen, Iraki, Syrer und Iraner, die meist schon recht lange in der Hansestadt leben. Die afghanische Community ist weltweit die größte außerhalb von Afghanistan.

„Amal, Hamburg!“ wird an prominenter Stelle – gratis – produziert: im Newsroom des Hamburger Abendblatts. Die linke taz zeigte sich schon gleich beim Start des arabischen Projekts begeistert: „Das Hamburger Abendblatt hat in ihrer Redaktion Platz für die Amal-Redakteure gemacht.“ Zu den wesentlichen Unterstützern des neuen Nachrichtenportals zählen – außer der Hamburger Tageszeitung – die Evangelische Kirche, die Evangelische Journalistenschule Berlin, die Körber-Stiftung Hamburg und das evangelische Magazin Chrismon.

Bereits zum Auftakt von Amal haben viele Abendblatt-Abonnenten kritische Leserbriefe an die Regionalzeitung geschrieben. Vor allem folgende Fragen beschäftigen die Leser:
Warum werden die News-Seiten nicht auf Deutsch produziert? Soll den deutschen Zeitungslesern etwas verheimlicht werden?
Warum wird die Plattform nicht wenigstens auch parallel auf Deutsch herausgebracht? An Hand der jeweiligen deutschen Übersetzungen könnten die Zuwanderer aus den Staaten des Nahen Ostens doch gleich gut die deutsche Sprache erlernen.
Wie begründen das Abendblatt und die Evangelische Kirche ihre aufwendige Unterstützung von orientalischen Journalisten – auf Kosten der „bio-deutschen“ Christen und Zeitungleser?
Wie hoch sind die Kosten für das Projekt?

Ist dieser Aufwand beispielsweise für hiesige Afghanen gerechtfertigt, wenn in Afghanistan weit über 1000 deutsche Soldaten – in Kooperation mit tausenden Soldaten aus anderen westlichen Nationen – tagtäglich intensiv damit beschäftigt sind, der dortigen Bevölkerung ein sicheres Leben zu ermöglichen?

Zur Kern-Redaktion von „Amal, Hamburg!“ gehören Omid Rezzaee (31, Syrien), Mutaz Enjila (44, Syrien), Nilab Langar (29, Afghanistan) und Abbas Al Deiri (35, Syrien). Bio-deutsche Journalisten? Fehlanzeige. Natürlich begründen die Verantwortlichen bei der Kirche und der Zeitung das „Amal“-Projekt mit dem Integrationsgedanken. Doch wie sieht diese Integration konkret aus?

„Amal“-Redakteurin mit Kopftuch, der „Flagge des politischen Islam“
Die einzige weibliche Journalistin in der Crew des Portals, Nilab Langar, macht schon durch ihr Äußeres klar, was ihr wichtig ist. Selbst bei Interviews auf der Straße mit deutschen Passanten tritt sie mit einem Kopftuch auf, das Alice Schwarzer als die „Flagge des politischen Islam“ bezeichnet hat. Und sogar auf den Foto-Webseiten ihres Portals ist sie demonstrativ mit diesem Tuch bekleidet. Offenbar geht es vor allem um eine islamisch geprägte „Integration“, die mit einer Emanzipation vom Islam, dessen Kernaussagen sich nicht mit der Gleichberechtígung der Frau vereinbaren lassen, wohl weniger zu tun hat.

Abbas Al Deiri hat gegenüber dem Abendblatt seine journalistische Kernphilosophie deutlich gemacht. Er sagte der Zeitung, es sei „immer schon meine Leidenschaft“ gewesen, am Morgen „die Nachrichtenseiten auszuwählen, sie dann zu schreiben und sie so in Form zu bringen, wie es die arabischen Leserinnen und Leser gewohnt sind.“ Weiter erklärt er: „Amal, Hamburg ist meine Hoffnung auf ein glückliches Leben in Hamburg.“ Eine Rückkehr in den arabischen Orient eines Tages? Dazu ist kein einziges Wort zu lesen.

Offensichtlich will man das Leben für die „Geflüchteten“ im deutschen Sozialstaat auf Dauer so angenehm wie möglich gestalten – sogar mit Nachrichtenseiten in der Heimat-Sprache. Wie man auf diese Weise als Ausländer in Hamburg Deutsch lernen kann? Auf diese elementare Frage ist die arabische Plattform eine Antwort schuldig geblieben.

Omid Rezzaee etwa beschäftigt sich mit ganz anderen Fragen. Für das Nachrichtenportal arbeiten aus seiner Sicht Journalisten, die „aus dieser Stadt“ Hamburg „eine Heimat für sich und gleichzeitig für ihre Landsleute machen wollen“. Und „Amal“-Mitarbeiter Ahamed Alfriaee hat sogar schon die linke Terminologie hierzulande gut verinnerlicht. Er erklärte dem NDR: „Inklusion heißt bunt. Integration heißt eine Farbe.“ Seine Zukunftsperspektive definiert er so: „Man ist geflüchtet, aber man lebt dann in einem anderen Land. Ich bin ein Mensch, der hier lebt.“

Parallel-Projekt der EKD in Berlin – speziell für 130.000 Menschen aus dem Orient
Interessanterweise gibt es ein Parallel-Projekt in Berlin-Charlottenburg: „Amal, Berlin!“ Das dortige Journalisten-Team besteht aus zehn Orientalen. „130.000 Menschen möchten sie in Berlin und Umland erreichen, sagt Muhammad Abdi, der die arabischen Nachrichten koordiniert“ (Tagesspiegel).

Hauptträger ist die Evangelische Journalistenschule, in deren Räumen Nachrichten, Reportagen, Kommentare und Videos produziert werden. Miete fällt natürlich hier nicht an. Im Gegenteil: Die EKD stellt nicht nur die Räumlichkeiten und das Equipment. Die Kirche hat gleich am Anfang auch eine „Anschubfinanzierung, 87.000 Euro für ein Jahr“ übernommen. Das genaue Ausmaß der heutigen Finanzierung ist nicht bekannt. Ob alle Orient-Journalisten privat in erster Linie oder ganz und gar von der deutschen Sozialhilfe leben? Auch darüber gibt es bei „Amal“ keine „News“.

Grundsätzlich wird auf Arabisch und Farsi getextet. Nur „einige Seiten“ werden im Ausnahmefall auch auf Deutsch präsentiert. Wenn Deutsche sich hier wirklich informieren wollten, müssten sie also erst mal eine orientalische Sprache erlernen. So geht heute „Integration“ in deutschen Landen…
(pi-news.net)

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