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An der grünen Front

Ein Nationalpark  als Kriegsschauplatz gegen Natur, Umwelt und Landschaft

Mit diesen Pappkameraden vor dem Landtag am 28. November 2013 wurde der Nationalpark Schwarzwald beschlossen.

(tutut) - Es war der 28. November 2013. Vor dem Haus des Württemberischen Kunstvereins am Stuttgarter Schlossplatz, dem damaligen Ausweichquartier des Landtags, standen brav nebeneinander zwei kleine gegenmeinende Demonstrationen. Umgegen von Papp-Auerhähnen. Die Tagesparole: "Landtag beschließt Nationalpark Schwarzwald - Der Nationalpark Schwarzwald kommt. Das hat der Landtag heute beschlossen. 'Wir werden damit unserer Verantwortung für den Natur- und Artenschutz gerecht, die wir gerade auch als wirtschaftlich starke Industrieregion haben', sagt Ministerpräsident Kretschmann" noch heute auf der website der Landesregierung.

Das heutige Nationalparkzentrum, geschlossen wegen "Corona".

"In seiner Rede vor dem Stuttgarter Landtag wies Kretschmann darauf hin, dass man mit dem Nationalpark einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität leiste. Der Nationalpark sei der zentrale Baustein Baden-Württembergs zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt der Bundesrepublik. 'Der Nationalpark stellt auf gerade einmal 0,7 Prozent unserer Waldfläche eine sinnvolle Ergänzung zu den ansonsten im Schwarzwald vorherrschenden naturnahen, forstwirtschaftlich genutzten Wäldern dar', so Kretschmann. Letztere blieben auf dem weit überwiegenden Teil der Waldfläche erhalten. 'Beides, Urwald und Nutzwald, hat seine Berechtigung', so Kretschmann, 'es gibt kein Entweder-Oder, sondern nur ein Sowohl-Als-Auch'. Neben der Bedeutung für Naturschutz und Biodiversität wies Kretschmann auch auf das ökonomische Potenzial der Fläche hin.

Hier klotzt das grüne Land, buchstäblich.

Gerade für eine Region wie den Nordschwarzwald, in der der Tourismus wichtiger Wirtschaftsfaktor und wesentlicher Arbeitgeber ist, sei ein bedeutender Mehrwert durch den Nationalpark zu erwarten. 'Naturnaher Tourismus ist im Kommen', so Kretschmann, 'und von der internationalen Marke ‚Nationalpark Schwarzwald‘ wird die gesamte Region profitieren'".

Was dort heute zu sehen ist, ist allerdings nicht von Pappe. Es ist eine grüne Front, erinnert an einen Kriegsschauplatz gegen Natur, Umwelt und Landschaft. Verstummt sind inzwischen die, vor allem Gemeinden, welche damals dieses Projekt noch kritisierten. Ganz nach dem Prinzip des Kleber-Fabrikanten, gespielt von Mario Adorf, in der Gesellschaftsserie "Kir Royal", wo er den widerstrebenden Klatschreporter gefügig macht, über  ihn zu schreiben: "Ich scheiß dich sowas von zu mit meinem Geld, dass du keine ruhige Minute mehr hast". Er schaffte es mit seinem Geld, in der Politik wird Geld viel leichter rausgeschmissen, denn es handelt sich um fremdes.

Nun wäre es an der Zeit, dass der Landtag mal nachfragt, was die grüne Regierung mit seinem Beschluss inzwischen angestellt hat. Wenige Monate vor einer Wahl wäre Zeit für einen Frontbericht. Der Augenblick einer Demaskierung. Denn wo Grün draufsteht, eine geniale unbezahlbare Geschäftsidee mit der im Grünen blühenden Sonnenblume, sind keineswegs Natur, heile Umwelt und blühende Landschaft drin. Grün heißt Raubbau, man denke nur an die gescheiterte "Energiewende" mit Vermühlung der Landschaft.  Da dieser sogenannte Nationalpark nicht besonders Vorzeigbares hergibt, was ist da denn zu sehen, trotzdem aber Rummelplatz sein soll, muss in Zukunft noch mehr gerummelt werden. Natur findet dann eben im Saale statt.  Theorie schlägt bei den Grünen meist die Praxis.

Baustelle Wald.

Für rund 50 Millionen Euro, 32 waren mal geplant, entsteht ein Besucherzentrum, das im Herbst eingeweiht werden soll. Mit Maske? Dann wird das ziemlich tote Hose, besser zum Ruhestein passend als der Rummel zwischen Skihang mit Sessellift auf der einen und zwei Sprungschanzen auf der anderen Seite. Dazwischen wie zufällig hingeworfen wirkend längliche hölzerne Schachteln im Containerstil an der Schwarzwaldhochstraße.

Das jetzige Nationalparkzentrum in der Nähe, eine ehemalige kleine Villa, ist zur Zeit geschlossen, das darin enthaltene Naturpanoptikum ist sowieso kein Renner. Ansonsten heißt Nationalpark Arbeitsbeschaffungsmaßnahme.  Nicht nur für Förster, jetzt amerikanisch Ranger, für Volkserzieher, selbst Kirchen sind wie immer mit dabei, wo linksgrüne Zukunft winkt.

Jetzt ist das alles ein riesiges grünes Schlachtfeld mitten im Wald. Wie sagte der grüne Ministerpräsident? "Wir werden damit unserer Verantwortung für den Natur- und Artenschutz gerecht". Wetten, dass er dafür im kommenden Frühjahr wiedergewählt wird? Wer schaut sich schon vorher an, wie ein angeblich sterbender Wald aussieht, wenn Grüne ein bisschen nachhelfen?

Der Ruhestein im Nationalpark Schwarzwald ist ein für das Land geschichtlich herausragender Punkt, der die Landesgrenze zwischen Baden und Württemberg markiert. Wie wenig die Grünen auf Land und Geschichte wert legen, weil sie ja ein anderes Land wollen, ein anderes System, zeigt ihr Umgang mit den Denkmalen am Ruhestein. Verfallendes, vieles kaum noch lesbar, eine einzige große Schlamperei. Wie hat die männliche Hälfte des Vorsitzes der Grünen, Robert Habeck, gesagt? "Vaterlandsliebe fand ich stets zum Kotzen. Ich wusste mit Deutschland noch nie etwas anzufangen und weiß es bis heute nicht“. Wer wählt sowas?

Verfallende und verblassende Erinnerungsmale am Ruhestein.

Hier hat Bundespräsident von Weizsäcker ein Bäumchen gepflanzt.

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