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Angst vor dem Hasen?

Mehr Sorgen und weniger Zuversicht im Land vor der Wahl

(tutut) - Das Bild von den sieben Schwaben, die Angst vor einem Hasen haben, ist gar nicht mehr lustig.  Vor der Landtagswahl im März überbieten sich die Parteien, allen voran die Regierenden Grün-Schwarzen, mit Muskelprotzerei.  In Wirklichkeit pfeifen alle im dunklen Wald der Zukunft aus dem letzten Loch und wollen bis auf die AfD regieren. Dabei sollen Vertreter  des Volkes gewählt werden und nicht dessen Beherrscher. Wie die Stimmung wirklich im Land ist, und die ist im einstigen Spitzenland Baden-Württemberg gar nicht rosig, darüber gibt die jährliche Studie über "Die Ängste der  Deutschen" mehr Auskunft als das Parteiengetöse und deren Umfragen. Aus den Baden-Württembergern werden Angsthasen. Die Stimmung ist sicherlich nicht nur gefühlt. Corona wirkt wie der Knüppel einer Zwangsherrschaft.

Infocenter der R+V Versicherung

Wenn die seit fast 30 Jahren aufgestellte R+V-Langzeitstudie über "Die Ängste der Deutschen"  2020 feststellt, dass Corona noch keine große Rolle spiele, Trump aber umso mehr, dann ist dies eine Momentaufnahme, welche nicht mehr gilt, zumal Nachfolger Biden sich gleich als Kriegspräsident einführt, und eine eingebildete Pandemie auch nach WHO German Angst sehr wohl anfeuert. "'Die Deutschen reagieren auf die Pandemie keineswegs panisch. Das verdeutlicht der Angstindex – der Durchschnitt aller abgefragten Ängste', sagte Brigitte Römstedt, Leiterin des R+V-Infocenters, anlässlich der Pressekonferenz im September in Wiesbaden. 'Viele Sorgen gehen zurück. Deshalb sinkt der Index aller Ängste von 39 auf 37 Prozent und erreicht damit den niedrigsten Wert seit Beginn der Umfrage im Jahr 1992'“.

Zum 29. Mal hat das Infocenter der R+V Versicherung rund 2.400 Menschen nach ihren größten Sorgen rund um Politik, Wirtschaft, Umwelt, Familie und Gesundheit befragt. Erstaunlich gering ist in diesem von Corona dominierten Jahr die Angst vor einer schweren Erkrankung. Sie liegt bei 32 Prozent (Vorjahr: 35 Prozent). Aber gilt das auch für Covid-19? Das R+V-Infocenter hat nachgefragt. "Ebenfalls nur etwa jeder dritte Befragte fürchtet sich davor, dass er selbst oder die Menschen in seinem Umfeld sich mit dem Coronavirus infizieren könnten“, erklärt Römstedt. Die Gelassenheit zeige sich auch bei einer weiteren Sonderfrage zu Corona: Nicht mehr als 42 Prozent der Befragten befürchten, dass es durch die Globalisierung in Zukunft häufiger zu Pandemien kommen könnte. "Angesichts der rasanten weltweiten Ausbreitung des Virus‘ hätten wir hier höhere Werte erwartet. Nach unseren Erkenntnissen haben die Menschen aber deutlich mehr Angst davor, dass das Virus ihren Wohlstand bedroht als ihre Gesundheit", sagt Römstedt.

Einen massiven Einfluss habe die Corona-Krise auf die wirtschaftlichen Ängste – und wirbele damit auch die Rangliste durcheinander. Erstmals seit sechs Jahren sei die Furcht vor steigenden Lebenshaltungskosten wieder unter den sieben größten Ängsten. Nach einem Anstieg um acht Prozentpunkte klettert sie von Platz zehn auf Platz zwei und liegt bei 51 Prozent. Andere Wirtschafts- und Finanzängste kommen hinzu. So befürchtet fast jeder zweite Befragte, dass die deutschen Steuerzahler für überschuldete EU-Staaten zur Kasse gebeten werden (49 Prozent, Platz drei; Vorjahr: 44 Prozent, Platz acht). In die Höhe geschossen ist vor allem die Angst vor einem Konjunktureinbruch: Belegte sie im vergangenen Jahr mit 35 Prozent noch Platz 14, springt sie jetzt nach einem Anstieg um 13 Prozentpunkte an die vierte Stelle der größten Sorgen.

Den pessimistischen Blick auf die deutsche Wirtschaft kann Professor Schmidt gut nachvollziehen: "Anlass und Ursache liegen auf der Hand. Infolge der Corona-Pandemie und des Corona-Krisenmanagements hierzulande und in nahezu allen Handelspartnerstaaten erlebt die Bundesrepublik Deutschland derzeit den stärksten Wirtschaftseinbruch ihrer Geschichte".  Verstärkend wirke nach seiner Ansicht die Gefahr erneuter Ausgangsbeschränkungen: "Die Befürchtung, dass eine zweite Corona-Infektionswelle einen weiteren, noch tieferen Wirtschaftseinbruch bringen könnte, trägt zur weit verbreiteten Unsicherheit über die Zukunft der Wirtschaft bei“. Inzwischen haben sich diese Befürchtungen bestätigt.

Arbeitslosigkeit war in den zurückliegenden Jahren des Wachstums eine der geringsten Sorgen. Doch 2020 rütteln Anzeichen einer bevorstehenden Insolvenzwelle viele Deutsche auf. Weit mehr Befragte als 2019 befürchten, dass die Arbeitslosenzahlen in Deutschland steigen (40 Prozent, plus zwölf Prozentpunkte). Eine realistische Einschätzung, so Professor Schmidt: „Die Befragten registrieren aufmerksam, dass die Arbeitslosenquote in diesem Jahr erstmals seit 2013 wieder gestiegen ist – trotz der milliardenschweren Liquiditätshilfen der Bundesregierung für Unternehmen. Und die Befragten wissen, dass in Deutschland – anders als in vielen anderen Staaten – die Kurzarbeit einen stärkeren Anstieg der Arbeitslosenzahlen verhindert hat“.

Wie nun sieht es speziell in Baden-Württemberg  aus, haben die Bürger noch mehr Angst vor dem Hasen, um die lustige Fabel von den sieben Schwaben aufzugreifen?  Die Studie verrät:  Die Menschen im Baden-Württemberg sind nicht mehr so zuversichtlich wie in den vergangenen Jahren. Sie nehmen jetzt gemeinsam mit Hessen Platz sechs ein. Nur in Berlin ist der Angstindex genauso stark gestiegen wie im Ländle (je plus acht Prozentpunkte).

Die Auswirkungen der Politik Donald Trumps führt hier wie im Vorjahr die Angstskala an, das kann vernachlässigt werdenb, daran zeigt sich eigentlich nur die starke politische  Beeinflussung durch regierungstreue Medien. Allerdings habe sich diese Sorge noch verstärkt (68 Prozent, plus 21 Prozentpunkte). Sie liegt damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt (53 Prozent). Auf Rang zwei rangiert die Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten. Dieses Thema war 2019 gar nicht unter den Top Ten vertreten. Es ist in Baden-Württemberg so deutlich gestiegen wie in keinem anderen Bundesland (58 Prozent, plus 26 Prozentpunkte). Rang drei belegt die Furcht vor Naturkatastrophen und Wetterextremen (56 Prozent, plus 17 Prozentpunkte). Neu unter den zehn größten Ängsten ist die Sorge um die steigenden Arbeitslosenzahlen in Deutschland. Sie hat mit 29 Prozentpunkten deutlicher zugenommen als jede andere Angst in Baden-Württemberg. Bis jetzt,so scheint es, haben die zur Landtagswahl angetretenen Parteien die Ängste ihrer Bürger nicht wahrgenommen oder spielen sie  herunter.

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