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Auch Straftaten unter den "Maischerzen"

Maibaum umgesägt, Bäume gefällt, Farbschmierereien
(tutut). Zehnmal mussten die Beamten der Polizeireviere Tuttlingen und Spaichingen in der Nacht auf  Dienstag "beim Tanz in den Mai" im Landkreis Tuttlingen ausrücken - vereinzelt auch wegen Straftaten. Dass es nur zehnmal notwendig war, so die Polizeidirektion Tuttlingen in einer Pressemitteilung, liege auch u.a. an einem Konzept, extra wegen des Maiensteckens Polizeistreifen einzusetzen.
Diese seien im gesamten Landkreis Streife gefahren, hätten frühzeitig zumeist junge Personen angesprochen, von denen eventuelle Störungen erwartet werden konnten, und so bereits im Vorfeld vieles verhindern können. Bei den zehn Fällen habe es sich meist um groben Unfug gehandelt, verursacht durch Kinder oder Jugendliche.
Diese hätten in einem Fall in Spaichingen ein Wohnhaus mit Eiern beworfen, in Wurmlingen Böller gezündet und auf offener Straße Toilettenpapier verbrannt sowie Autos mit Ketchup, Haferflocken und Sonstigem verschmiert.
Insgesamt sei es jedoch auch zu sechs Fällen von Sachbeschädigung gekommen, zu denen weitere Ermittlungen eingeleitet werden mussten. So hätten noch Unbekannte in Denkingen auf gleich zwei Privatgrundstücken jeweils einen Zwetschgenbaum umgesägt. Hierdurch sei ein Sachschaden von etwa 1 500 Euro entstanden.
In Spaichingen seien an einem Pkw die Scheibenwischer verbogen worden. Auf einen in einem offenen Carport abgestellten Pkw hätten fünf Jugendliche Steine geworfen und durch Kratzer auf dem Dach geringen Sachschaden verursacht.
Mit vermutlich professionellem Gerät haben laut Polizei noch Unbekannte in der Nacht zum 1.Mai den Maibaum in Tuttlingen - Eßlingen abgesägt und im Weg liegen lassen.
In Fridingen wurden eine Scheibe der Festhalle durch einen Steinwurf beschädigt sowie Farbschmierereien mit einem Lippenstift verursacht. Bei diesen Delikten handele es sich um eine gravierende Straftat, die weder als Maischerz noch als Fälle groben Unfugs angesehen werden könnten. Für Sachbeschädigung sehe das Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe vor.
Auch im Nachbarlandkreis das "Übliche"
"…und dann war da wie alle Jahre wieder die Nacht zum 1. Mai und wie alle Jahre nichts Neues", stellt die Polizeidirektion Villingen-Schwenningen fest: "Eierwerfende Jugendliche, umgebogene, beschädigte Verkehrszeichen und ausgehobene Gullideckel in Schwenningen, beschädigte Straßenlaternen in Weigheim, mit Ketchup verschmierte Hauswände in Dauchingen, bringen weder die Geschädigten noch die aufnehmenden Polizeibeamten zu einem Schmunzeln. Während den unbekannten Tätern, die in Dauchingen die komplette Garteneinrichtung einer Gaststätte mit Tischen, Bänken und Dekoration in der Gemeinde verteilt hatten, wenigstens noch Fleiß bescheinigt werden kann, wurden ansonsten lediglich sinnlose Sachbeschädigungen bekannt".