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87jährige vor Gericht gezerrt: Sie mußte nur zur Toilette

Von Dr. Christina Baum, MdB (AfD)

Bußgelder wegen geringster Verstöße gegen Pandemiemaßnahmen sind ein blühendes Geschäft für den Staat.

Und erneut ein Paradebeispiel dafür, wie die deutsche Justiz mit größter Härte gegen wehrlose deutsche Rentner vorgeht.

Ein Gang zur Toilette wird gegen die, die-hier-schon-länger-leben – gnadenlos verfolgt. Da wird eine betagte, demenzkranke Dame vor Gericht gezerrt und ihr von ihrer schmalen Rente am liebsten noch 375 Euro genommen, weil sie ein Formular nicht korrekt ausgefüllt hat.

Es ist nur noch beschämend!
Ich erinnere daran, wie Gerichtsurteile lauten, wenn der Betroffene noch nicht so lange in Deutschland lebt. So ist der Aaachener Bahn-Messerstecher psychisch krank und muss voraussichtlich in eine psychiatrische Klinik statt in Untersuchungshaft.

Der zehnmal vorbestrafte Drogendealer Ali M. tritt eine Joggerin gezielt in den Bauch und kickt sie die Böschung herunter. Dafür bekommt der Herr Somalier lediglich Bewährung und Sozialstunden.

Es muss endlich Schluss sein mit dem Messen mit zweierlei Maß und der Kuscheljustiz gegen raubende, vergewaltigende, messerstechende und mordende „Neu-Deutsche“.

Wenn dieser Staat wieder ein Rechtsstaat sein will, muss endlich wieder gleiches Recht für alle gelten!
(conservo.blog)

"Larger Thinker on Computer" von Barry Flanagan, zur Zeit zu sehen in der aktuellen Ausstellung "Bestia" im Würth-Museum in Erstein.

In allem geht stets die Lüge voran

Von Baltasar Grácian

Man findet meistenteils die Dinge weit verschieden von dem, was sie schienen; und die Unwissenheit, welche nicht tiefer als die Rinde eingedrungen war, sieht, wann man zum Innern gelangt, ihre Täuschung schwinden.

In allem geht stets die Lüge voran, die Dummköpfe hinter sich ziehend am Seil ihrer unheilbaren Gemeinheit: die Wahrheit aber kommt immer zuletzt, langsam heranhinkend am Arm der Zeit: für sie bewahren daher die Klugen die andre Hälfte jener Fähigkeit auf, deren Werkzeug unsre gemeinsame Mutter uns weislich doppelt verliehen hat.

Der Trug ist etwas sehr Oberflächliches: daher treffen, die es selbst sind, gleich auf ihn.

Das Wahre und Richtige aber lebt tief zurückgezogen und verborgen, um desto höher geschätzt zu werden von seinen Weisen und Klugen.
(Aus "Handorakel und Kunst der Weltklugheit")

 

Der Mann der Menge

Von Edgar Allan Poe

Es war nicht schlecht, dies ›Es läßt sich nicht lesen‹, was man von einem gewissen deutschen Buche sagte. Es gibt Geheimnisse, die nicht gestatten, daß man sie ausspricht. Menschen sterben nachts in Betten, pressen die Hände gespenstischer Beichtväter, blicken ihnen Erbarmen suchend ins Auge – sterben mit verzweifelndem Herzen und gekrampfter Kehle, denn die entsetzlichen Geheimnisse, die nicht dulden, daß man sie enthüllt, erdrücken sie. Ach, hie und da nimmt das Gewissen der Menschen eine Last auf, die so entsetzlich ist in ihrer Schwere, daß sie nicht früher abgeworfen werden kann als im Grabe. Und so wird das innerste Wesen des Verbrechens nicht offenbart.

Vor nicht allzu langer Zeit saß ich in der Abenddämmerung an einem großen Bogenfenster des D...schen Kaffeehauses in London. Ich war einige Monate krank gewesen, nun aber auf dem Wege der Besserung, und je mehr meine Kräfte zurückkehrten, desto glücklicher wurde meine Stimmung, die man als das Gegenteil von Langeweile bezeichnen muß; es war ein Zustand voll inneren Aufmerkens, voll heftiger Begier nach Neuem, es war mir gewissermaßen, als blicke mein geistiges Auge zum erstenmal frei und unverschleiert – das ἀχλυς ἣ πρὶν επηεν – und der angespannte Intellekt überragt dann so sehr seinen gewöhnlichen Zustand, wie der feurige und doch aufrichtige Verstand eines Leibniz die tolle und haltlose Beredsamkeit eines Gorgias. Nur zu atmen, war schon Freude, und selbst aus den Quellen des Schmerzes wußte ich Genuß zu schöpfen. Ich nahm an allem ein stilles, doch eindringliches Interesse. Eine Zigarre im Mund und eine Zeitung auf den Knien, hatte ich mich den Nachmittag über damit unterhalten, in die Zeitung zu blicken oder die anderen Gäste zu beobachten oder durch die rauchgetrübten Scheiben auf die Straße zu schauen.

Diese Straße, eine der Hauptverkehrsadern der Stadt, war schon den ganzen Tag über sehr belebt gewesen; aber mit zunehmender Dämmerung wuchs die Menge der Passanten noch von Minute zu Minute, und als die Laternen angezündet wurden, wogte unaufhörlich nach beiden Richtungen ein dichter Menschenstrom vorüber. Noch nie vorher hatte ich mich zu dieser Tageszeit in einer ähnlichen Lage befunden, und das stürmende Menschenheer da draußen gab mir seltsam neue, berauschende Gefühle. Bald kümmerte ich mich gar nicht mehr um das, was drinnen vorging, sondern vertiefte mich ganz in die Betrachtung des Straßengewoges.

Meine Beobachtungen waren zunächst ganz allgemeiner Art. Ich sah die Passanten nur als Gruppen und stellte mir ihre Beziehungen zueinander vor. Bald jedoch ging ich zu Einzelheiten über und prüfte mit eingehendem Interesse die zahllosen Verschiedenheiten in Gestalt, Kleidung, Haltung und Mienenspiel.

Die meisten der Vorübergehenden hatten ein zufriedenes Aussehen, wie Geschäftsleute, und schienen nur daran zu denken, sich einen Weg durchs Gedränge zu bahnen. Ihre Brauen waren gerunzelt, und ihre Augen blickten lebhaft umher. Wurden sie von anderen gestoßen, so zeigten sie keine Ungeduld, sondern brachten ihren Anzug wieder in Ordnung und eilten weiter. Andere – und auch sie waren sehr zahlreich – hatten hastige Bewegungen und gerötete Gesichter; sie gestikulierten und sprachen mit sich selbst, als fühlten sie sich inmitten des Getriebes in größter Einsamkeit. Wurden sie am Weitergehen gehindert, so hielten sie plötzlich mit Murmeln inne, verdoppelten aber ihre Gestikulationen und ließen mit abwesendem und müdem Lächeln die Nachdrängenden vorüber. Wenn einer gegen sie anrannte, so verneigten sie sich viele Male und schienen von Verlegenheit überwältigt. Außer dem Ebenerwähnten hatten diese beiden großen Gruppen nichts Bemerkenswertes. Ihre Kleidung entsprach der, die man nicht ohne Ironie die ›anständige‹ genannt hat. Es waren unzweifelhaft Adelige, Kaufleute, Anwälte, Börsenleute – Patrizier und Allerweltsleute –, müßige und tätige Menschen, die ihre eigenen Wege gingen und selbständig Geschäfte machten. Sie nahmen meine Aufmerksamkeit nicht weiter in Anspruch.

Die Klasse der Angestellten war leicht zu überblicken, und ich konnte sie in zwei Gruppen einteilen. Da waren die jüngeren Leute von schnell emporgeblühten, aber unsicheren Geschäftshäusern, junge Männer mit enganliegenden Röcken, glänzenden Schuhen, pomadisiertem Haar und hochnäsigem Ausdruck. Abgesehen von einer gewissen Diensteifrigkeit, die sie nicht verleugnen konnten und die man füglich die ›Schreiberseele‹ nennen könnte, erschienen mir diese Leute als die vollkommene Nachahmung dessen, was vor zwölf bis achtzehn Monaten ›bon ton‹ gewesen war. Sie hatten die abgelegten Manieren der ersten Gesellschaftskreise, und das, glaube ich, ist am bezeichnendsten für diese Gruppe.

Die Gruppe der höheren Angestellten solider Firmen war ebensowenig zu verkennen. Man erkannte sie an ihren schwarzen oder braunen Röcken und Beinkleidern, die stets bequem saßen, an ihren weißen Westen und Krawatten, den breiten derben Schuhen und groben Strümpfen oder Gamaschen. Sie hatten alle schon einen Ansatz von Glatze, und ihr rechtes Ohr, das schon so viele Jahre die Feder getragen, hatte die komische Gewohnheit, weit abzustehen. Ich bemerkte, daß sie stets mit beiden Händen an ihren Hüten rückten und Uhren trugen, die an kurzen goldenen Ketten von plumper altmodischer Form hingen. Sie hatten ein etwas gekünstelt ehrbares Auftreten, wenn Ehrbarkeit überhaupt gekünstelt sein kann.

Ferner gab es viele entschlossen und kühn aussehende Gestalten, die ich mühelos als zur Zunft der Taschendiebe gehörig erkannte, von der alle Großstädte heimgesucht werden. Ich beobachtete diese Herren sehr genau und konnte mir kaum vorstellen, wie sie von wirklich vornehmen Leuten jemals für ihresgleichen gehalten werden könnten. Die Weite ihrer Manschetten und ein gewisser übertriebener Freimut mußte sie sogleich verraten.

Die Spieler, von denen ich nicht wenige entdeckte, waren noch leichter herauszufinden. Sie trugen die verschiedenste Kleidung, von der des tollkühnen Taschenspielers mit Samtweste, phantastischem Halstuch, goldenen Ketten und Filigranknöpfen bis zu der des sorgfältig gekleideten Geistlichen, denn gerade dies Gewand erregt am wenigsten Verdacht. Sie alle zeichneten sich durch eine gewisse dunkle Gesichtsfarbe, ein mattes Auge und bleiche zusammengekniffene Lippen aus. Und noch zwei andere Merkmale waren es, an denen ich sie erkennen konnte; sie sprachen stets in gesucht leisem Ton und hielten den Daumen rechtwinklig zur Hand weit abgestreckt. Oft sah ich in Gesellschaft dieser Gauner eine Klasse von Leuten mit etwas anderem Gebaren, die aber dennoch Vögel derselben Gattung waren. Man könnte sie die Herren nennen, die von ihren Witzen leben. Sie scheinen in zwei Bataillonen auf Beute auszuziehen: als Stutzer und als Militärs. Die Hauptkennzeichen der ersten Art sind langes Haar und Lächeln, die der zweiten schnürenbesetzte Röcke und Stirnrunzeln.

Weiter herabsteigend auf der Stufenleiter der menschlichen Gesellschaft, fand ich dunklere und schwierigere Aufgaben zum Analysieren. Ich sah jüdische Hausierer mit Falkenaugen, die aus Gesichtern blitzten, in denen alles andere nur das Gepräge kriechender Demut trug; freche gewerbsmäßige Bettler, die mit schalen Blicken jene Genossen besseren Schlages musterten, die nur Verzweiflung, Mitleid heischend, in die Nacht getrieben: gebrechliche, gespenstisch dürre Gestalten, auf die der Tod schon seine schwere Hand gelegt, die kraftlos daherschwankten und jedermann flehend ins Antlitz blickten, als suchten sie einen Trost, eine verlorene Hoffnung; bescheidene junge Mädchen, die von langer Arbeit in ihr freudloses Heim zurückkehrten und eher mit tränenvollem Blick als mit Entrüstung den frechen Augen der Wüstlinge auswichen, mit denen im Gedränge selbst eine Berührung nicht zu vermeiden war; Dirnen aller Art und jeden Alters: die unvergleichliche Schönheit in der Blüte ihrer Weiblichkeit, die an die Statue erinnert, von der Lukian berichtet, daß sie außen aus köstlichem parischen Marmor, innen aber mit Kot gefüllt war – das ekelhafte, ganz verkommene Weib in Lumpen – die runzlige, juwelengeschmückte, mit Schminke überkleisterte alte Vettel, die eine letzte Anstrengung macht, jugendlich zu erscheinen – das unentwickelte zarte Kind, das aber, durch lange Gewöhnung in allen Künsten der Koketterie erfahren, vor Ehrgeiz brennt, den älteren Schwestern im Laster gleichzukommen; Trunkenbolde, zahllos und nicht zu beschreiben; manche in Flicken und Lumpen, mit verglasten Augen und blödem Schwatzen dahertaumelnd – manche in ganzen, wenngleich schmierigen Kleidern, mit unsicher schwankendem Schritt, dicken sinnlichen Lippen und dreist blickenden, rot gedunsenen Gesichtern – andere, deren Anzügen man ansah, daß sie aus gutem Stoff und selbst jetzt noch gebürstet waren, Leute, deren Schritt übertrieben fest und elastisch, deren Antlitz jedoch erschreckend bleich war, deren rote Augen abstoßend wild blickten, und die, wie sie da durch die Menge schoben, mit zitternden Fingern nach allem tasteten, was in ihren Bereich kam.

Je mehr die Nacht hereinbrach, desto mehr steigerte sich auch mein Interesse an der Szene, denn nicht nur änderte sich der allgemeine Charakter der Dinge (die milden Züge verschwanden im gleichen Maße, in dem sich der bessere Teil der Leute zurückzog, und die rohen Elemente drängten sich kühner hervor, je mehr die späte Stunde alle Gemeinheit aus ihren Höhlen lockte), sondern es hatten jetzt auch die Strahlen der Gaslaternen, die zuerst im Kampf mit dem sterbenden Tageslicht nur schwach gewesen, die Herrschaft erlangt und warfen über alles ein flackerndes, glänzendes Licht. Alles war dunkel und dennoch strahlend – gleich jenem Ebenholz, mit dem man den Stil Tertullians verglichen hat.

Die seltsamen Lichtwirkungen fesselten meine Blicke an einzelne Gesichter; und obgleich die Schnelligkeit, mit der die Menge da draußen in Licht und wieder in Schatten trat, mich verhinderte, mehr als einen Blick auf jedes Antlitz zu werfen, so schien es doch, als ob ich infolge meiner besonderen Geistesverfassung imstande sei, in einem Augenblick die Geschichte langer Jahre zu lesen.

Die Stirn an den Scheiben, war ich solcherart beschäftigt, die Menge zu studieren, als plötzlich ein Gesicht auftauchte (das eines hinfälligen alten Mannes von etwa fünfundsechzig oder siebzig Jahren) – ein Gesicht, das mich sofort in Bann hielt und mit der unerhörten Eigenart seines Ausdrucks meine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch nahm. Nie vorher hatte ich etwas gesehen, das so sonderbar gewesen wäre wie dieser Gesichtsausdruck. Mein erster Gedanke bei seinem Anblick war, wie ich mich gut erinnere, der, daß Retzsch, hätte er es gesehen, ihm unbedingt vor allen anderen Modellen zu seiner Verkörperung des Satans den Vorzug gegeben haben würde. Als ich während der kurzen Zeit, da ich den Alten das erstemal sah, mir schnell über den Eindruck, den er auf mich machte, Rechenschaft zu geben suchte, tauchten vor meinem geistigen Auge die wirren und widersprechenden Vorstellungen auf von unendlicher Geisteskraft, Vorsicht, Dürftigkeit, Geiz, Kälte, Bosheit, Blutdurst, von Frohlocken, Heiterkeit, wildestem Entsetzen und tiefer, unendlicher Verzweiflung. Ich fühlte mich seltsam aufgeregt, angezogen und in Bann gehalten. ›Welch eigenartige Geschichte‹, sagte ich zu mir selbst, ›ist diesem Busen eingegraben!‹ Dann befiel mich ein heftiges Verlangen, den Mann im Auge zu behalten, mehr von ihm zu erfahren. Eilig zog ich meinen Mantel an, nahm Hut[17] und Stock und eilte auf die Straße, wo ich mir in der Richtung, die ich ihn nehmen gesehen hatte, durch die Menge einen Weg bahnte; denn er war schon verschwunden. Mit einiger Mühe gelang es mir, ihn wieder in Sicht zu bekommen; ich näherte mich ihm und folgte ihm dicht, doch vorsichtig, um nicht seine Aufmerksamkeit zu erregen.

Ich hatte jetzt gute Gelegenheit, ihn eingehend zu mustern. Er war von kleiner Gestalt, sehr mager und ersichtlich sehr hinfällig. Seine Kleidung war im großen und ganzen schmierig und zerlumpt; doch als er hie und da ins helle Licht einer Laterne trat, gewahrte ich, daß seine Wäsche, wenn auch schmutzig, so doch von feinstem Gewebe war; und wenn mein Auge mich nicht täuschte, so erspähte ich durch einen Riß in seinem festzugeknöpften und offenbar aus zweiter Hand erstandenen Regenmantel den Schimmer sowohl eines Diamanten als eines Dolches. Diese Beobachtungen erhöhten meine Neugier, und ich beschloß, dem Fremden zu folgen, wohin er auch gehen mochte.

Es war jetzt tiefe Nacht, und ein dichter, feuchter Nebel lagerte über der Stadt, der bald in andauernden heftigen Regen überging. Dieser Witterungswechsel hatte auf die Menge eine große Wirkung: ein wildes Hasten setzte ein, und eine Welt von Regenschirmen wogte darüber hin. Das Drängen, das Stoßen und das Summen verstärkte sich um das Zehnfache. Ich für mein Teil machte mir nicht viel aus dem Regen – obgleich das noch nicht ganz überstandene Fieber in mir der feuchten Kühle gar zu bedenklich entgegenlechzte. Ich band mir ein Taschentuch um den Mund und schritt weiter. Eine halbe Stunde lang bahnte der Mann sich mühsam seinen Weg durch die belebte Straße; und hier ging ich dicht an seiner Seite, aus Furcht, ihn aus den Augen zu verlieren. Da er nie den Kopf wandte, um zurückzuschauen, bemerkte er mich nicht.

Endlich bog er in eine Querstraße ein; auch dort war das Gedränge sehr stark, immerhin aber bei weitem nicht so wie in der soeben von uns verlassenen Hauptstraße. Jetzt änderte er sein Benehmen. Er ging langsamer und planloser als vorher – er zögerte. Er kreuzte wiederholt und ohne sichtlichen Grund die Straße, und das Gedränge war noch so groß, daß ich bei jeder solchen Gelegenheit ihm dicht auf den Fersen bleiben mußte. Die Straße war lang und schmal, und er verfolgte sie wohl eine Stunde lang; in dieser Zeit hatte die Zahl der Passanten abgenommen – bis etwa zu der Menge, wie man sie mittags auf dem Broadway nahe beim Park antrifft. So groß ist der Unterschied zwischen der Einwohnerzahl von London und der der belebtesten Stadt Amerikas. Eine weitere Wendung brachte uns auf einen glänzend erleuchteten, von Leben übersprudelnden Platz. Der Fremde nahm sein altes Gebaren wieder an. Er ließ das Kinn auf die Brust sinken, während seine Augen unter den gerunzelten Brauen gegen alle, die ihm in den Weg kamen, Blitze schossen. Er verfolgte seinen Weg ruhig und mit Ausdauer. Ich war indessen nicht wenig erstaunt, als er, nachdem er die Runde um den Platz beendet, kehrtmachte und seine Schritte wieder zurücklenkte. Noch mehr erstaunte ich darüber, daß er diese Runde mehrmals wiederholte – wobei er mich einmal bei einer plötzlichen Wendung fast entdeckte.

Mit dieser Leibesübung brachte er eine weitere Stunde zu, gegen deren Schluß uns weit weniger Passanten begegneten als vorher. Es regnete in Strömen; die Luft wurde kalt, und die Menschen zogen sich in ihre Behausungen zurück. Mit einer Gebärde der Ungeduld wandte sich der Wanderer einer verhältnismäßig öden Seitenstraße zu. Diese lief er wohl eine Viertelstunde lang mit einer Eilfertigkeit hinunter, wie ich sie bei einem so bejahrten Manne nicht vermutet hätte, und die es mir schwer machte, ihm zu folgen. In wenigen Minuten hatten wir einen großen und sehr besuchten Bazar erreicht, mit dessen Lokalitäten der Fremde wohlvertraut zu sein schien, und wo er wieder wie vorher im Gedränge sich planlos zwischen der Schar von Käufern und Verkäufern hindurchschob.

Während der etwa anderthalb Stunden, die wir hier zubrachten, bedurfte es meinerseits der größten Vorsicht, um mich in seiner Nähe zu halten, ohne seine Aufmerksamkeit zu erregen. Glücklicherweise trug ich ein Paar Gummischuhe und konnte mich daher lautlos vorwärtsbewegen. Er gewahrte nicht einen Augenblick, daß ich ihn beobachtete. Er ging von Laden zu Laden, trat in jeden hinein, sprach kein Wort und besah sich alles mit irren, ausdruckslosen Blicken. Ich war jetzt über sein Benehmen aufs höchste verblüfft und nahm mir fest vor, nicht eher von ihm zu weichen, bis ich einigermaßen über ihn Bescheid wußte.

Eine laut tönende Uhr schlug elf, und die Menge verließ eilig den Bazar. Ein Ladenbesitzer, der einen Schalter einhängte, stieß den Alten an, und im selben Augenblick sah ich ihn zusammenschauern. Er eilte in die Straße, sah sich einen Augenblick ängstlich um und lief dann mit unglaublicher Geschwindigkeit durch viele krumme menschenleere Gassen, bis wir von neuem in der großen Verkehrsader auftauchten, von der wir ausgegangen waren – der Straße des D...schen Kaffeehauses. Sie bot indessen nicht mehr denselben Anblick. Sie erstrahlte[20] noch immer im Licht der Gaslaternen, aber der Regen fiel heftig, und es waren nur wenig Leute zu sehen. Der Fremde erbleichte. Er machte mürrisch einige Schritte auf der vordem so belebten Straße, schlug dann mit einem schweren Seufzer die Richtung nach dem Flusse ein, und durch eine Menge verschiedener Straßen hindurchhastend, kam er schließlich bei einem der Haupttheater heraus. Es war kurz vor Toresschluß, und die Besucher strömten aus den Pforten. Ich sah, wie der alte Mann tief Atem holte, als er sich in die Menge stürzte, ich sah aber auch, daß die tiefe Pein in seinen Zügen etwas nachgelassen hatte. Sein Kopf sank wieder auf die Brust; er machte wieder denselben Eindruck wie zu Anfang. Ich bemerkte, daß er jetzt die Richtung nahm, welche die größere Anzahl der Theaterbesucher eingeschlagen – im ganzen aber gab ich es nun auf, hinter sein wunderliches Tun zu kommen.

Während er so seinen Weg fortsetzte, zerstreuten sich die Leute allmählich, und seine alte Unrast befiel ihn von neuem. Eine Zeitlang folgte er einer Gesellschaft von etwa zehn bis zwölf Nachtschwärmern; doch um einen nach dem andern verringerte sich diese Zahl, bis schließlich nur noch drei in einer engen und düsteren menschenleeren Gasse zurückblieben. Der Fremde hielt inne und schien für einen Augenblick in Gedanken versunken; dann eilte er mit allen Anzeichen innerer Aufregung einen Weg hinunter, der uns an die äußerste Grenze der Stadt führte, in weit andere Gegenden, als wir bisher durchquert hatten. Es war das geräuschvollste Viertel Londons, wo alles den Eindruck erbärmlichster Armut und verzweifelten Verbrechertums machte.

Beim düsteren Licht einer vereinzelten Laterne sah man hohe, alte, wurmstichige Holzbauten, die in so verschiedenen und wunderlichen Stellungen dem Einsturz entgegensanken, daß die Gäßchen zwischen ihnen kaum noch angedeutet waren. Die Pflastersteine lagen, von üppig wucherndem Gras aus ihren Betten gehoben, lose umher. Ekelhafter Unrat verweste in den verstopften Gossen. Die ganze Atmosphäre war getränkt von Gram und Elend. Doch vernahmen wir, als wir so weiter gingen, allmählich wieder menschliche Laute, und schließlich sah man ganze Banden des verworfensten Londoner Pöbels hin und her taumeln. Des alten Mannes Lebensgeister flammten wieder auf wie eine Lampe vorm Verlöschen. Noch einmal strebte er elastischen Schrittes vorwärts. Als wir plötzlich um eine Ecke bogen, drang eine Flut von Licht auf uns ein, und wir standen vor einem der riesigen Vorstadttempel der Unmäßigkeit, einem Palast des Branntweinteufels.

Es war jetzt fast Tagesanbruch; doch eine stattliche Anzahl elender Trunkenbolde drängte im protzigen Eingang hin und her. Mit einem leisen Freudenschrei erzwang der Alte sich den Zutritt, nahm sofort sein ursprüngliches Wesen wieder an und schritt ohne ersichtliches Ziel inmitten der Menge umher. Er war jedoch noch nicht lange beschäftigt, als ein Drängen nach den Türen verriet, daß der Wirt sich anschickte, sie für die Nacht zu schließen. Es war mehr als Verzweiflung, was ich jetzt auf dem Antlitz des seltsamen Wesens geschrieben sah, dessen Beobachtung ich mich so ausdauernd gewidmet hatte. Aber er hielt in seinem Lauf nicht inne, sondern lenkte mit wahnsinniger Hartnäckigkeit seine Schritte wieder dem Herzen des mächtigen London zu. Rastlos und eilig floh er dahin, während ich ihm in höchster Verblüffung folgte, fest entschlossen, nicht von diesem Studium zu lassen, für das ich jetzt ein verzehrendes Interesse fühlte.

Die Sonne ging auf, während wir weiterschritten, und als wir wiederum jenen belebtesten Teil der volkreichen Stadt, die Straße des D...schen Kaffeehauses erreicht hatten, bot diese ein Bild von Hast und Emsigkeit, das hinter dem vom Vorabend kaum zurückstand. Und hier, inmitten des von Minute zu Minute zunehmenden Gewirrs, setzte ich standhaft die Verfolgung des Fremden fort. Er aber ging wie immer hin und zurück und verließ während des ganzen Tages nicht das Getümmel jener Straße. Und als die Schatten des zweiten Abends niedersanken, ward ich todmüde und stellte mich dem Wanderer kühn in den Weg und blickte ihm fest ins Antlitz. Er bemerkte mich nicht. Er nahm seinen traurigen Gang wieder auf, indes ich, von der Verfolgung abstehend, in Gedanken versunken zurückblieb. »Dieser alte Mann«, sagte ich schließlich, »ist das Urbild und der Dämon des Triebes zum Verbrechen. Er kann nicht allein sein. Er ist der Mann der Menge. Es wäre vergeblich, ihm zu folgen, denn ich werde weder ihn noch sein Tun tiefer durchschauen. Das schlechteste Herz der Welt ist ein umfangreicheres Buch als der ›Hortulus Animae‹, und vielleicht ist es nur eine der großen Gnadengaben Gottes, dies:  ›Es läßt sich nicht lesen.‹« (Quelle: zeno.org)

(tutut) - Wahlen in Deutschland enden inzwischen wie der Wettlauf zwischen Hase und Igel. Am Schlus gewinnt immer der grüne Zornigel - ob mit 11 Prozent bei der Bundestagswahl oder 10 Prozent in Nordrhein-Westfalen. Wahrheit ist, was die Medien am Ende berichten. Wahrheit ist, was die Leute am Ende erzählen. Und die kennen nur ein Ampellicht, dass sie grün übers Land leuchten lassen. Gefühlte 150 Prozent. Es komme wer will, "Ich bin schon hier!" ruft der Igel*in dem Hasen entgegen, wenn der so schnell wie er kann das Ziel des Wettlaufs erreicht, aber in der Nebenfurche bereits erwartet wird. Ob das Geheimnis des Rennerfolgs nun in der bei den Grünen bevorzugten Doppelspitze liegt, ist keine Frage von Prozenten, sondern der Glaubens- und Moralismusprotzerei. Entscheidend ist, was in der Zeitung steht: "Als nun der Hase in vollem Lauf unten am Acker ankam, rief ihm dem Swinegel seine Frau entgegen: 'Ich bin schon hier!' Der Hase aber meinte: 'Das geht nicht mit rechten Dingen zu'. Er rief: 'Nochmal gelaufen, wieder rum!' Und fort ging er wieder wie ein Sturmwind, dass ihm die Ohren um den Kopf flogen. Dem Swinegel seine Frau aber blieb ruhig auf ihrem Platz stehen. Als nun der Hase oben ankam, rief ihm der Swinegel entgegen: 'Ich bin schon hier!' Der Hase aber, ganz außer sich vor Ärger, schrie: 'Noch einmal gelaufen, wieder rum!' - 'Mir macht das nichts,' antwortete der Swinegel, 'meinetwegen, so oft du Lust hast'. So lief der Hase noch dreiundsiebzigmal, und der Swinegel hielt es immer mit ihm aus. Jedesmal, wenn der Hase unten oder oben ankam, sagte der Swinegel oder seine Frau: 'Ich bin schon hier'. Beim vierundsiebzigsten Male aber kam der Hase nicht mehr bis ans Ende. Mitten auf dem Acker stürzte er zur Erde, das Blut schoss ihm aus dem Halse, und er blieb tot auf dem Platze. Der Swinegel aber nahm seinen gewonnenen Louisdor und die Buddel Branntwein, rief seine Frau aus der Furche ab, und beide gingen vergnügt miteinander nach Hause: und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie heute noch. So begab es sich, daß auf der Buxtehuder Heide der Swinegel den Hasen totlief, und seit jener Zeit hat es sich kein Hase wieder einfallen lassen, mit dem Buxtehuder Swinegel um die Wette zu laufen". Da das alles nur kein Märchen ist, sondern viele Igel der Hasen Tod sind, weil,  wer also ein Swinegel ist, der muss zusehen, dass seine Frau auch ein Zornigel ist, und so weiter, erklären die Brüder Grimm, wie Sieger aussehen. Es ist der Zorn, der die Politik macht, nicht Prozente. Seneca, ein Gewinner-Generalist richtete sein Augenmerk schon auf das, was Grün für alle ist, ohne die Möhrchen, mit denen sie den Hasen das Verlieren beibringen.  "Jetzt wollen wir untersuchen, ob der Zorn naturgemäß und nützlich ist, und man ihn sich in irgendeiner Hinsicht bewahren soll. Ob er im Einklang mit der Natur steht, zeigt sich beim Blick auf den Menschen. Gibt es ein sanftmütigeres Wesen als ihn, solange er in der rechten seelischen Verfassung ist? Was jedoch ist grausamer als der Zorn? Welches Geschöpf ist liebevoller zu anderen als der Mensch? Was feindseliger als der Zorn? Der Mensch ist dazu geschaffen, den anderen zu unterstützen, der Zorn strebt nach Vernichtung.Jener will die Gemeinschaft, dieser die Trennung, jener nützen, dieser schaden, jener auch Unbekannten helfen, dieser selbst die ihm Nahestehenden angreifen; jener ist bereit, sich zu gunsten anderer sogar aufzuopfern, dieser sucht die Gefahr, kann er nur andere mit hineinziehen". Damit hat Seneca den Doppel-Zornigel des grünen Gutmenschentums erfasst, gegenüber dem der gute Mensch meist ins Hasenpanier gezwungen wird. Klappe zu, Hase tot! Nun mag es ja christliche Kultur und Politik sein, wenn es da heißt: "Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid", aber wäre es Kümmern der Kirche wert, wenn sich eine Diakonin aus Spaichingen um Sonntagsglockenschlag müht "Ein deutliches Wort" - mit 19 Mal "Ich, mir, mich", um dann doch nur im Grünen zu landen, in ihrer Welt: "Ach ja, man könnte der Welt überdrüssig werden, wenn einem bewusst wird, wohin diese Versuchungen und Schlingen, diese Begierden führen. Wenn man sieht, was dafür so alles geopfert wird und wo überall Mensch und Schöpfung leiden". Ein Hilferuf?  "Verantwortlich für uns selbst und für die Welt zu denken und zu handeln - zu tun und zu lassen. Und sich auch mal treffen zu lassen von einem deutlichen, unbequemen Wort". Wer sagt's ihr denn? Die Bibel, die da ruft,  weiß doch die Antworten,  nur eine Sache der Übersetzung: "Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben". "So will ich euch erquicken!". "Ihr plagt euch mit den Geboten, die die Gesetzeslehrer euch auferlegt haben. Kommt alle zu mir; ich will euch die Last abnehmen!" Und wohl gerade hereingekommen ist diese  Tageszeitung, für den 21. Mai, als Extraportion "Meine Welt": "Der Musikverein begrüßt den Mai - Rietheim-Weilheim - Bereits am Samstagabend beim Maibaumstellen haben wir in Rietheim vor dem Rathaus gespielt. Am Sonntag, 1. Mai starteten wir bereits um 8 Uhr in der Früh in Weilheim. Mit Marschmusik sind wir durch die Ortsmitte marschiert. Anschließend ging es weiter auf den Rußberg, wo wir beispielsweise 'Wie lieblich ist der Maien' spielten". Qualitätsjournalismus! Echt? Wer würde das einem Zweit-, Drittklässler  durchgehen lassen?  Oder das, man stelle sich dieses Bild vor, allerdings übt da ein Volontär: "Trossinger Klärwerk hinkt hinterher - Das Trossinger Klärwerk kann keine Kleinstpartikel filtern - Ein Aktivkohlefilter könnte das, der kostet aber Geld". Aufgemerkt! Nicht einmal das Leben ist bekanntlich kostenlos. "Corona sorgt bei Schülern für psychische Probleme - Pandemie hat aber auch der Digitalisierung einen großen Schub gegeben - Rektorin Alexandra Maier-Lipp und Schulsozialarbeiterin Beate Hafner (von links) unterrichteten den Gemeinderat über die Lage und Situation an der Homburgschule". Wie hat es dieses Land bloß zu Wohlstand gebracht? Es muss ein anderes gewesen sein, mit Lernen und Arbeit statt Sozialarbeit. Und nun muss auch noch die Erdkunde umgeschrieben werden, was hilft da alle Bildung, wenn schon Europas Strom daheim umgebettet wird? "Donau erhält zusätzliche 300 Meter - Weil der Zusammenfluss von Brigach und Breg verlegt wird, gewinnt die Donau an Länge...2857 Kilometer ist die Donau lang - so steht's auf Wikipedia. Künftig könnte dort stehen: 2857,3 Kilometer. Tatsächlich hat das Land Baden-Württemberg den Zusammenfluss von Brigach und Breg um 300 Meter flussaufwärts verlegt - Teil einer umfangreichen Renaturierung bei Donaueschingen, die 2020 begonnen hat und demnächst abgeschlossen sein soll". Die Grünen haben die Schöpfung tatsächlich neu begonnen. Ob ER sich so ins Handwerk pfuschen lässt?  Vielleicht, wenn er aufs Radel steigt. Runter vom Berg kommen sie alle, aber von 655 Meter Arbeit in Spaichingen  auf 806 Meter Höhenheimat in Hausen o.V. Gibt's da nicht 'nen Bus? "Stadt will Radweg auch für Pendler von Hausen". Nun muss THE LÄND ran oder Deutschland und die EU, damit der Steuerzahler denkt, neben ihm gäbe es noch einen Geldesel. "Zuschussantrag wird gestellt...Vor allem seit es E-Bikes gibt, sind zwischen Spaichingen und Hausen ob Verena und umgekehrt verstärkt auch Radfahrer unterwegs".  Sagt-sie.  Her mit den kleinen Steckdosen!  Wo soll sonst der Strom  herkommen? "Denn inzwischen ist der Weg nach Hausen auch für Freizeitradler attraktiv, seit sie zur Unterstützung einen Motor mit einschalten können". Das Leben ein gependelter Freizeitpark? Das hat schon Helmut Kohl nicht gefallen. Hoffentlich erwischen sie den einmal,  überall im Land hinterlässt er seine Visitenkarte: "Ölspuren beschäftigen Feuerwehr". Und auch das noch, sie, die auf alles sonst Antwort weiß: "Einbruchsserie lässt Stadt ratlos zurück - Den Tätern scheint es nicht primär um die materielle Bereicherung zu gehen". Das war's also, was niemand hat, das Lokale.  Dies haben alle, ob sie's wollen oder nicht, sogar einen Vogel, aber bezahlt: "Neun-Euro-Ticket und Tankrabatt kommen - Bundesrat stimmt trotz Bedenken zu - Umweltschützer fordern generelles Umdenken". Zurück in die Höhle. "Während die Zahl der Feldsperlinge laut eines Vogel-Monitorings in Baden-Württemberg abnimmt, steigt die Population des Buntspechtes nach Angaben der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) moderat an".  Die Bibel sagt's ja: "Klopfet an, so wird euch aufgetan".  Nur Muht! "Interview: 'Lasst mir die Kuh in Ruh!' - Agrarforscher Wilhelm Windisch über Haferdrinks, pupsende Rinder und die Notwendigkeit der Milchwirtschaft". Mitten hineingetappt den in Fladen des bunten Allerleis, solange der Maikäfer fliegt und des Glühwürmchens Lampe glimmt. "Die unbesiegte Stadt - Die Menschen in Kiew trotzen ihrer Angst - Einsamkeit und Trauer verbergen sich in der Hauptstadt der Ukraine hinter Lebenslust". Und wenn der Russ sich's anders überlegt? Schluss mit Sightseeing von Annalena?  Die Bundeswehr ist klein, aber die Welt groß: "Bundestag verlängert UN-Einsatz in Mali - Sicherheitslage wird dort schlechter - Frankreich zieht im Streit ab, Deutschland verstärkt UN-Mission". Ja, wenn sie Flugzeuge hätten, dort wieder rauszukommen wie die Franzosen, welche sie in ihre ehemalige islamische Kolonie gelockt haben. Was machen sie da? Und sie erst, obwohl "Opposition Mist ist"?  Einmal wieder in die Zeitung kommen!  Oder nass werden in der Trockenwüste des deutschen Klimawandels: "Wo Millionen baden gehen - Jeder Deutsche geht durchschnittlich sechsmal im Jahr in ein Schwimmbad - Der Betrieb bleibt dennoch ein Zuschussgeschäft - Und jetzt wird auch noch das Gas knapp".  Denn: "Katar liefert ab 2024 Flüssigerdgas". War da nicht gerade der Klimabuchschreiber dort einkaufen? Selber pupsen, oder müssen die Kühle alles machen?  Landeskorrespondentin guckt bei Schimpf und Impf vorbei - "Banges Warten auf das Betretungsverbot - Zwei Monate nach Start der Impfpflicht dürfen noch alle ungeimpften Pflegekräfte arbeiten". Nachtkrabb kommt nun ganz ohne Flügel - "Affenpocken-Fall in München... Der 26-Jährige aus Brasilien wird im Klinikum Schwabing auf der Isolierstation versorgt". Wie mag er  hereingekommen sein, was sonst kaum ein Deutscher schafft, für den nun ein neues Zeitalter beginnt zu des Artiklers Leid: "Ein teures Billigticket - Direkt, schnell und zielgerichtet. So werden Tankrabatt und Neun-Euro-Ticket die teuerungsgeplagten Bürger beglücken, das verspricht zumindest Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD)". Ticke tacke Hühnerkacke.  "Eher macht es den Eindruck, als verteile der Bund die Milliarden mit dem Streuverlust einer Konfettikanone".  Nicht nur Mainz singt und lässt es krachen mit buntem Streugut, denn viele Igel sind aufgestachelt des Hasen Not.

(gruene-kreis-calw.de)

Herles fällt auf
Siebenfacher Mangel – die Ursachen magerer Jahre
Von Wolfgang Herles
Das ist die wahre Zeitenwende: Nach Jahrzehnten des Überflusses bricht eine Zeit des Mangels an. Um bei der biblischen Zahl zu bleiben: Hier sind die sieben schlimmsten Mängel....Das ist die wahre Zeitenwende: Nach Jahrzehnten des Überflusses bricht eine Zeit des Mangels an. Um bei der biblischen Zahl zu bleiben: Hier sind die sieben schlimmsten Mängel..Wer hätte es jemals für möglich gehalten, dass Mangel an Grundnahrungsmitteln entsteht.. Energie frisst Löcher in die Haushaltskassen der Bürger..Der Mangel an Transport-Logistik zerreißt internationale Lieferketten..Es fehlen den meisten Branchen Arbeitskräfte.. Was es noch gibt, ist nicht mehr bezahlbar.. Die Nachwuchs-Lieferkette für kompetente Politiker ist schon vor längerem gerissen...
(Tichys Einblick. Weder Manna noch Hirn ra.)

Der Hirnwurm impft Politik und Medien: Deutschland kreist nur noch um eine Stütze.

Fabian Nicolay
Dunkle Wolken am Impfhimmel
Wer hört eigentlich noch zu, wenn Karl Lauterbach den Mund aufmacht? Bleibt am Ende, ihn selbst als größere Heimsuchung zu betrachten als das Virus und seine Mutanten?...Am 29. April 2022 verkündete der Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach auf seinem Twitter-Account, getreu seinem Stil, immerhin schon deutlich im Konjunktiv: „Die Studien zu Omicron BA.4 und BA.5 legen nahe, dass die vorherigen Omicron Infektionen keinen oder wenig Schutz vor Ansteckung geben könnten. Es steigt damit die Wahrscheinlichkeit, dass es im Herbst neue Infektionswellen geben wird. Darauf bereiten wir uns jetzt schon vor.“ Das ist nicht gerade erstaunlich, ja eine Binsenweisheit des Gesundheitsministers, wenn er uns mitteilt, dass im kommenden Herbst neue Infektionswellen anstehen. Das gehört zum saisonalen Grippe-Turnus und den zyklischen Verbreitungsmechanismen respiratorischer Viren und ist allgemeiner Kenntnisstand, also geradezu trivial-medizinisches Basiswissen. Mit dem Auftauchen von Covid-19 haben wir jedoch zum ersten Mal in der Medizingeschichte durch ein Brennglas auf eine Atemwegs-Viruserkrankung geschaut und dabei vergessen, dass die übertriebene Vergrößerung des Geschehens nicht nur optisch, sondern auch psychologisch wirksam sein würde...
(achgut.com. Ohne Strümpfe steht Deutschland barfuß im Lauterbach.)

Die Lüge fährt mit - über den Rhein. "Wir leben Europa", dieser Slogan stimmt, jeder für sich im Kuddelmuddel, und nur in einem halben Europa, denn der Kontinent ist mehr als die EUdSSR, die sich anmaßt, Europa zu sein. So ist Kehl noch immer Grenzstadt, trotz all dieses Tritratruladistrikt-Getues, welches sich auf ein bißchen Tingeltangel beschränkt, was sie dann Kultur nennen, obwohl alles Kultur ist, was nicht Natur. Aber alles hat seine Grenzen,  jeder wurschtelt vor sich hin,  wäre ja noch schöner, wenn's über den Rhein ginge wie früher einmal. Die Straßburger Tram tut's, prima, sie nimmt mit ihre Gäste ganz normal  ohne Maske, damit sie fliehen können aus dem KRÄTSCH HIS ÄLÄND, wo er als Medizinmann mit seiner  Corona-Kamarilla weiterhin die Pest an Bord hat und Masken in Bus und Bahn dem Volk vorschreibt, damit es nicht eines Tages stirbt, ohne zu wissen, warum.

Blau und Gelb sind ihre Farben.

Eine Reminiszenz
Ist die FDP noch zu retten?
Von Josef Kraus
Nach den letzten Landtagswahlen muss sich die FDP fragen, wie es mit ihr in der Bundes-„Ampel“ weitergehen soll. Binnen knapp acht Monaten liefen ihr rund 60 Prozent der Wähler davon. ...Diese gigantischen Verluste der FDP ergeben sich teilweise durch eine Wanderung von FDP-Wählern hin zu den Grünen, die sich als neue bürgerliche, liberale Kraft tarnen. Vor allem aber verliert die FDP zu Tausenden Wähler ins große Lager der Nicht-Wähler. ...Nun hat sich die FDP nach dem Motto „Lieber schlecht regieren als nicht regieren“ für die „Ampel“ entschieden, sie ist dort aber kaum sichtbar – schon gar nicht als Partei der Bürgerlichen, der soliden Haushalte, der Steuersenkung, der Schuldenbremsen....Sie bräuchte jetzt einen Wirtschaftsminister wie Otto Graf Lambsdorff... Am 9. Oktober 2022 wird in Niedersachsen gewählt. Die FDP hatte dort zuletzt 7,5 Prozent. Und im Jahr 2023 wird gewählt in Bremen, in Bayern und in Hessen....
(Tichys Einblick. Wozu? Wie andere Parteien auch hat die FDP ein Personalproblem. Nur die Grünen und die Linken punkten mit Ideologie, mit Kommunismus. Wer weiß denn noch,was das ist?)

Forsa-Umfrage
Deutsche plädieren für mehr erneuerbare Energien
(welt.de. Leser-Kommentar: "Also erstens ist es mir immer noch nicht möglich, mir auch nur vorzustellen, wie man eine Energie 'erneuert'. Wenn ich sie einmal verbraucht habe, ist sie schlicht und ergreifend weg. Und zweitens weiß ich wirklich nicht, wen man da gefragt haben will. Wir haben einen großen Bekannten-, Freundes- und Verwandtenkreis und keiner, aber wirklich keiner käme auf die Idee, für mehr 'erneuerbare' Energien zu plädieren. Schmarren, solche Umfrageergebnisse".)

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NACHLESE
Hohe Besoldungsstufen
Noch mehr Stellen: Parlamentsbetrieb wird immer teurer
Es geht um Millionen Euro Steuergeld: Die Bundesregierung plant, 79 neue Stellen im Parlamentsbetrieb zu schaffen. Der Bund der Steuerzahler kritisiert das Vorhaben als „absolut nicht zeitgemäß“...Fünf Stellen sollen demnach für das neu gegründete Sekretariat für Klimaschutz und Energie geschaffen werden. Eine davon falle unter die Besoldungsgruppe B3. Das entspricht einem Grundgehalt von rund 8.900 Euro. Das ebenfalls neugeschaffene Referat für Bürgerräte ist mit vier Stellen veranschlagt. Zudem sollen einige bereits bestehende Verwaltungseinheiten personell besser ausgestattet werden...Insgesamt arbeiten in der Bundestagsverwaltung derzeit mehr als 3.000 Personen. Hinzu kommen Angestellte der Fraktionen und persönliche Mitarbeiter der Abgeordneten...
(Junge Freiheit. Politiker brauchen Barrierefreiheit gegen Brett vorm Kopf. Wann kriegt Pippi Langstrumpf ein eigenes Ministerium, bis jetzt ist sie doch auf mehrere verteilt? )
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Die Stunde des Sozialpatriotismus
Von WOLFGANG HÜBNER
Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) macht sich Sorgen: „Wir müssen innerhalb von Tagen die Zahlungsfähigkeit der Ukraine sicherstellen“. Es geht dabei um nicht weniger als neun Milliarden Euro. Lindner nennt auch einen Grund für seine Sorge: „Die Ukraine muss den Krieg gewinnen“. Warum sie das „muss“, weiß der transatlantische Vasall Lindner gewiss besser als ich. Ob er allerdings weiß, wohin diese neun Milliarden verschwinden werden, ist weniger sicher. Der Kiewer Präsidentendarsteller von westlichen Gnaden muss jedenfalls auch irgendwie die Renten für seine meist verarmten Bürger finanzieren. Diese werden übrigens in der Ukraine für Frauen ab 57,5 Jahren und für Männer ab 60 Jahren gezahlt. Auch die Zahlungen für Witwenrenten werden stark ansteigen, denn im Osten der Ukraine erleiden deren Soldaten schreckliche Verluste, über die aber hierzulande nicht gerne gesprochen oder gar berichtet wird. Wenn Lindner von „Wir müssen…“ spricht, meint er in Wahrheit diejenigen, die diese und alle Milliarden erarbeiten und über Steuern, Abgaben und Reallohnverlusten abgepresst bekommen. Das ist die recht überschaubare Zahl von noch nicht einmal 20 Millionen wertschöpfend produktiven Deutschen, die nicht nur den eigenen Lebensunterhalt bestreiten können, sondern auch die restlichen über 60 Millionen zuzüglich der neuen Flüchtlingsmassen aus der Ukraine finanzieren.Doch gerade dieser staatstragenden Minderheit geht es gerade gewaltig an den Kragen mit steigender Inflation und den Sanktionsfolgen der „Putin ruinieren“-Politik in Berlin und Brüssel. Es reicht den Herrschenden dort nicht, die Massen in hoffnungslose Schuldknechtschaft der „Finanzwirtschaft“ gebracht zu haben, nun wird im Namen von „Freiheit“ und „Demokratie“ sowie für die Rettung des hochkorrupten Kiewer Regimes eine materielle Großschlachtung der fleißigen Arbeitsschafe in Szene gesetzt. Etwas verlegen gebilligt wird das nebenbei auch von systemerhaltenden „Oppositionellen“ wie Broder, Sarrazin, Reitschuster, Tichy oder auch JF-Herausgeber Dieter Stein, der allen Ernstes von einer „beeindruckenden Nationenwerdung“ der Ukraine fantasiert. All diese Herren haben keinerlei Sensorium dafür, was die westliche und damit auch die deutsche Positionierung im Ukraine-Krieg für die Normalbürger, jene hierzulande so verachtungsvoll als „kleine Leute“ bezeichneten Menschen, bedeutet. Umso besser wissen es allerdings diese „kleinen Leute“ nach jedem Einkauf von Lebensmitteln und Artikeln des täglichen Bedarfs.Sie wissen es, wenn sie getankt haben, wenn sie schockiert die Rechnungen über ihren Energieverbrauch erhalten. Und sie ahnen bereits, was noch auf sie zukommen wird, wenn sie lesen, dass deutsche Ökonomen aktuell die Rente ab 70 propagieren oder raten, sich auf kühlere Zimmertemperaturen im nächsten Winter einzurichten. Wer in dieser Lage politisch nützlich sein will für die Masse des Volkes, der muss ohne Wenn und Aber einen konsequenten Kurs des Sozialpatriotismus oder, wie es der Publizist Benedikt Kaiser definiert hat, des „Solidarischen Patriotismus“ (SolPat) einschlagen und verfolgen. Das ist genau das Gegenteil des unendlich verlogenen kriegerischen Ukraine-Internationalismus des herrschenden Machtblocks. Denn dessen Ziel besteht letztendlich darin, Kontrolle über die gewaltigen Bodenschätze und Ressourcen Russlands zu bekommen. Dass gerade Putin diesem Verlangen im Weg stand und steht, macht ihn noch nicht zum Verbündeten des sozialpatriotischen Weges, allerdings auch keineswegs zum Feind.Der wirkliche Feind steht und handelt im eigenen Land: Er fordert zu Opfern und Verzicht auf, ohne auch nur eine Sekunde daran zu denken, sich daran zu beteiligen.
(pi-news.net)

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DAS WORT DES TAGES
Nichts ist widerwärtiger als die Majorität: Denn sie besteht aus wenigen kräftigen Vorgängern, aus Schelmen, die sich akkommodieren, aus Schwachen, die sich assimilieren, und der Masse, die nachrollt, ohne nur im mindesten zu wissen, was sie will.
(Johann Wolfgang von Goethe)
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Hans Hofmann-Reinecke
UN-Klimakonferenz: Das Murmeltier am Roten Meer
Alljährlich grüßt das Murmeltier, diesmal aus Scharm el-Scheich. Auch auf der 27. UN-Konferenz zum Thema Klimawandel wird man hart daran arbeiten, die Welt mittels Prognosen in Angst und Schrecken zu versetzen.
(achgut.com. Die Dino-Intelligenz lebt.)

In Nordrhein-Westfalen und anderswo
Wie die bürgerlichen Parteien sich den Grünen ergeben
Von Olaf Opitz
Die Ökopartei degradiert CDU, CSU oder FDP immer mehr zu ihren Erfüllungsgehilfen. Bürgerliche unterwerfen sich in Regierungsbündnissen grüner Politik, statt Widerstand zu leisten.
(Tichys Einblick. Warum sollen grüne Mutanten gegen ihre Mutter Karl Marx Widerstand leisten?)

Prioritäten müssen sein
Empörung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk: Die Bundeswehr als Klimasünder
Von Marco Gallina
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk kritisiert die Bundeswehr, weil sie ihre Klimaziele nicht einhält. Indessen gibt es Lob für die Ukraine, weil der Wiederaufbau „klimafreundlich“ ablaufen soll.
(Tichys Einblick. "Deutschland ist ein Irrenhaus". Erst kaputt machen, dann aufbauen. Ist das nicht pervers?)

Transgender
„Gefährlich für Tausende junger Menschen“
Die Zahlen explodieren: Immer mehr Kinder und Jugendliche unterziehen sich einer medizinischen Geschlechtsumwandlung. Vor den fatalen Folgen und Hintergründen warnt die Psychologin Dianna T. Kenny, Expertin der Universität Sydney und Autorin des Buches „Gender Dysphoria“.
(Junge Freiheit. Früher waren sie wenigstens Jesus oder Napoleon oder gar Rumpelstilzchen.)

 

 

Das Verfassungsgericht als Erfüllungsgehilfe der Politik

Von Vera Lengsfeld

Je mehr über das Verfahren des Verfassungsgerichts in Sachen Impfpflicht bekannt wird, desto deutlicher wird, dass es sich nicht um einen isolierten Ausrutscher handelt, begründet in schlampiger Arbeit der zuständigen Richter. Nein, das Problem ist, dass unser oberstes Gericht, seiner Aufgabe, das Grundgesetz zu schützen und die Bürger vor willkürlichem Missbrauch durch die Politik zu bewahren, nicht mehr nachkommt. Kein Wunder, wer mit der Flugbereitschaft zum Essen mit der Kanzlerin fliegt, der handelt nach dem Motto: „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.“

Schon die Tatsache, dass immer mehr Verfassungsbeschwerden einfach nicht angenommen werden, zeigt das Desinteresse der Richter, ihrer eigentlichen Aufgabe nachzukommen.

Im Falle der Impfpflicht hat der von Ex-Kanzlerin Merkel auf seinen Posten als Präsident des Bundesverfassungsgerichts gesetzte Stephan Harbarth, der gleichzeitig Vorsitzender des zuständigen Ersten Senats ist, bereits im Februar den Kern dessen verkündet, was in der Pressemitteilung zum Beschluss steht. Impfungen seien hochwirksam, Ärzte und Pfleger, die sich nicht impfen lassen wollten, könnten sich ja einen anderen Beruf suchen. Davon wollten Harbarth und Co. offensichtlich nicht abgehen, deshalb scheinen Sie die Argumente der Kläger und die von ihnen eingereichten internationalen Studien, die etwas anderes besagen, nicht zur Kenntnis genommen zu haben.

Die Richter haben nur die Experten angehört, auf die sich die Regierung gestützt hat. Eine Prüfung von deren Argumenten hat offensichtlich nicht stattgefunden.

Aber der Skandal geht noch tiefer.

Offensichtlich war den Richtern nicht ganz wohl, deshalb haben sie eine Ausstiegsklausel in Randnummer Rn. 167 aus der Impfpflicht ins Papier geschrieben:
“Allerdings kann eine zunächst verfassungskonforme Regelung später mit Wirkung für die Zukunft verfassungswidrig werden, wenn ursprüngliche Annahmen des Gesetzgebers nicht mehr tragen.”

Was bei der Veröffentlichung des Urteils übersehen wurde, ist, dass laut RKI die Bedingung für diese Ausstiegsklausel seit dem 5.5.2022 explizit erfüllt wird.

Die Urteilsbegründung bezieht sich auf den veralteten RKI-Sachstand vom 21.4.2022. Entgegen der Annahme der Richter, dass die Infektionsgefährdung der Ungeimpften nach wie vor als sehr hoch, für die Gruppen der Genesenen und Geimpften mit Grundimmunisierung als hoch und für die Gruppe der Geimpften mit Auffrischimpfung als moderat einzuschätzen sei (vgl. RKI, Wöchentlicher Lagebericht vom 21. April 2022), haben sich laut RKI die Daten inzwischen verändert. Die Infektionsgefahr ist seit mehreren Wochen für alle Gruppen gleich, für Geboosterte sogar noch geringfügig höher. Deshalb entfällt die Differenzierung nach Impfstatus laut RKI seit dem 5.5.2022.

Das heißt, das Bundesverfassungsgericht veröffentlicht einen Beschluss, der am Tag seiner Publikation bereits überholt ist.

Hätten wir noch eine Presse, die ihrer Aufgabe, die demokratischen Institutionen zu kontrollieren, nachkommen würde, wäre dieser Skandal spätestens eine Stunde nach Erscheinen des Beschlusses aufgedeckt worden. Hätten wir noch eine funktionierende Opposition, wäre die Forderung nach Ablösung der an diesem Beschluss beteiligten Richter noch in derselben Stunde erhoben worden.

Stattdessen wird die Öffentlichkeit informiert, als gäbe es am Beschluss nichts zu deuteln.

Es bleibt wie so oft den sozialen Medien überlassen, den Skandal aufzudecken. Das wird mit aller wünschenswerten Gründlichkeit gerade getan.

Die Macht der Gatekeeper ist bereits gebrochen. Ihre Lügen werden innerhalb einer Stunde entlarvt.

Dazu morgen mehr.
(vera-lengsfeld.de)

Vom realen Bargeld zum irrealen Digitalgeld

Von PROF. EBERHARD HAMER

„Der größte und weitreichendste Wirtschaftsskandal unserer Tage findet zurzeit durch die Manipulationen an den Geld- und Währungssystemen statt. Der Geldbetrug hat erstmalig eine globale Dimension, weil er weltumspannend stattfindet, von keiner nationalen Regierung deshalb mehr kontrolliert, gestoppt oder verhindert werden kann und weil er sogar nach den veralteten nationalen Gesetzen formal legal stattfindet“ (Vom Verfasser: „Der Welt-Geldbetrug“, Hannover 2005, S. 61 ff.).

Nach der Finanztheorie ist Geld ein legalisiertes Tauschmittel, das auch zur Wertaufbewahrung dienen soll. Wegen seines Realwerts war die Ausgabe deshalb früher staatliches Privileg (Münzhoheit). Die als Geld umlaufenden Gold-, Silber- und Kupfermünzen hatten staatliche Prägung. Der Staat garantierte also die Reinheit des Metalls und das Gewicht der Münzen, so dass jeder in jedem Land wusste, wie viel dieses Geldstück wert war. So waren die Metallmünzen zugleich Tauschmittel und Dauerwert.
Das fesselndste Spiel des Jahres. Keine Installation.Der Edelmetallvorrat war somit die Basis für das in Edelmetall umlaufende Naturalgeld. Solche Goldumlaufwährungen gab es noch bis zum 1. Weltkrieg.

Jede Goldumlaufwährung hatte allerdings den Nachteil, dass Gold nicht so stark vermehrbar ist, wie die Wirtschaft wuchs, dass also eine gewisse deflatorische Geldknappheit stärkeres Wirtschaftswachstum behindern könnte. Deshalb gingen viele Staaten zu einer indirekten Goldwährung über. Sie hatten einen bestimmten Goldschatz und gaben auf dieser Basis staatliche Zentralbanknoten aus, die im täglichen Gebrauch leichter zu transportieren, zu zählen und auch in höheren Summen aufzubewahren waren. Der Wert beruhte darauf, dass die Gelscheine jederzeit bei der Zentralbank in entsprechendes Gold oder Silber umgetauscht werden konnten (Goldkernwährung). Da aber nicht alle Geldscheininhaber auf dem Umtausch ihrer Scheine in Gold bestanden, reichte normalerweise ein Volumen von weniger als zehn Prozent Gold für ein um 90 Prozent höheres Währungsvolumen an Geldscheinen.

Das System funktionierte weltweit, weil auch Länder, die selbst keinen Goldschatz hatten, den Inhabern einen festen Umtauschkurs zu anderen Währungen garantierten, die ihrerseits wieder einen Goldkern hatten. So konnten die Bürger zumindest auf eine indirekte Geldwertgarantie bauen (Gold-Devisenwährung).

Der entscheidende Schritt weg vom Staatsgeld war 1913 die Gründung des privaten Federal Reserve-Systems in den USA. Ein privates Bankenkartell um die beiden Hochfinanzgruppen Rotschild und Rockefeller hatte sich eine private Zentralbank geschaffen mit dem Recht, eigenes Geld auszugeben, das gesetzliches Zahlungsmittel wurde und für das anfangs noch die amerikanische Zentralregierung garantierte. Von dieser privaten Bank wurden nach dem 1. Weltkrieg die Geldreserven der Welt zusammengekauft mit der Folge, dass viele nationale Währung ihren Goldstandard nicht mehr halten konnten und in der Deflation zusammenbrachen (1. Währungswirtschaftskrise).

Gegen Ende des 2. Weltkrieges wurde deshalb in Bretton Woods 1944 wieder ein neuer Gold-Dollar-Standard beschlossen, denn aus der Kriegspleite Deutschlands und der Bezahlung der Rüstungsgüter der kriegsführenden Nationen sammelte die Federal Reserve Bank über 30.000 Tonnen Gold der Welt ein – mehr als die Hälfte des verfügbaren Goldes –, das zur Deckung des Dollar-Standards diente. Der Dollar war nun Hauptreservewährung der Welt. Deshalb nutzten die Zentralbanken überall Dollars, um Rohstoffe dafür zu kaufen, die nur auf Dollarbasis gehandelt wurden (Petrodollar). Die Dollar-Herrschaft über die Welt hatte begonnen.

1971 kündigte Präsident Nixon die Einlösungspflicht von Dollar in Gold und zugleich die Haftung des Staates für den Dollar auf, weil die FED übermäßig viele Dollar in Umlauf gebracht und die anderen Zentralbanken dafür Golddeckung verlangt hatten. Der Goldvorrat war geschrumpft, die Deckung des Dollars in Gold nicht mehr zu halten, der Dollar wurde immer weniger wert, war nur noch gedrucktes legalisiertes Zahlungspapier.

Eine ungedeckte Währung kann zwar durch Gesetz zum amtlichen Tauschmittel erzwungen werden, nicht jedoch zum Mittel der Wertaufbewahrung. Dazu bedarf es des Vertrauens der Geldscheininhaber, dass ihre Scheine langfristig wertgesichert seien. Der langfristige Kurswert – das Vertrauen – einer freien „Quantitätswährung“ hängt wiederum allein von der Knappheit des Geldes bzw. von der Geldmenge im Verhältnis zur Gütermenge ab. Das Problem: Während sich in den letzten 50 Jahren die Gütermenge der Welt nur verfünffacht hat, hat sich die Geldmenge versechzigfacht.

Die Bundesbank hat in ihrer Satzung die Verpflichtung, für Geldwertstabilität zu sorgen. Sie war deshalb Störer im Chor der Geldmengenvermehrer und Inflationistin des Weltwährungssystems und wurde deshalb in eine Europäische Zentralbank eingegliedert, die zwar ebenfalls für Geldwertstabilität sorgen sollte, aber nie gesorgt hat, vor allem nicht unter dem dubiosen Präsidenten Draghi und noch weniger unter der wegen Korruption vorbestraften Präsidentin Lagarde.

Inzwischen hat keine Währung der Welt noch irgendeine reale Wertgrundlage, hat sich das Geld der Welt von jedem etwa zugrundeliegenden Sachwert gelöst, wird es als Papier hemmungslos neu gedruckt und durch ständige Vermehrung ständig entwertet.

Durch geschickte Manipulation von Devisenkursen wird noch ein scheinbares Wertverhältnis der Währungen vorgetäuscht, damit die Menschen es als Tauschmittel weiter verwenden. Seine Wertaufbewahrungsfunktion hat es aber schon lange verloren.

Die US-Hochfinanz steuert über die ihr gehörende FED das Geld und die Währungen der ganzen Welt. Der Dollar ist privates Geld dieser US-Hochfinanz, von niemandem außer von ihr garantiert, aber nach Kräften missbraucht, vermehrt und zum Instrument ihrer Weltherrschaft und zum Hilfsmittel für den Raub aller wichtigen Rohstoffe und Sachwerte missbraucht.

Durch die ungehemmte Vermehrung des Dollars hat natürlich die ausgebende US-Hochfinanz unbegrenzte liquide Mittel, mit denen sie die ganze Welt und vor allem die Rohstoffe der Welt zusammengekauft hat. Aber auch der amerikanische Staat konnte durch die Dollarvermehrung immer mehr ausgeben als er einnahm und hat inzwischen fast 90 Billionen Dollar Schulden (Gläubiger ist die FED als Schöpfer dieser Kredite und Schulden). Ebenso haben sich die Schulden des amerikanischen Staates gegenüber dem Ausland drastisch vermehrt. Der US-Staat lässt sich also in immer größerem Ausmaß von der Welt Sachgüter gegen wertlose Dollar liefern – eine moderne Form von Tributen. Praktisch heißt das: Die Zentralbanken in China, Japan, Europa usw. sammeln die für die Sachwertlieferungen ihrer Bürger einkommenden Dollars in immer größeren Beständen als angeblich werthaltige Währungsreserve an. Praktisch werden sie aber immer wertloser und werden alle anderen Währungen dadurch ebenfalls wertloser.

Damit hat aber der Schuldner USA es selbst in der Hand, wie stark er durch eine Abwertung des Dollars seine Gläubiger entreichern – betrügen – und sich auf deren Kosten wieder entschulden will, denn 70 Prozent aller Dollars sind im Ausland. Jede Abwertung des Dollars würde also den Schuldner entlasten und seine Gläubiger betrügen.

Vom Papiergeld zum digitalen Geld
Ein billionenfach missbrauchtes und entwertetes Papiergeld wird heute immer weniger in Scheinen dokumentiert, sondern zu über 80 Prozent bereits von Konto zu Konto digital transferiert. Statt des Papiergelds haben die Banken und Konzerne nur noch digitale Konten und Ansprüche gegeneinander. Das noch sichtbare Papier hat sich in einen unsichtbaren Rechtsanspruch aufgelöst, der nur digital besteht und gehandelt wird.

Das Zentralbankensystem unter Führung der FED will deshalb die Papierwährung schon lange durch eine digitale Währung ersetzen.

Hemmnis ist bisher der Bargeldverkehrt. Nach dem Gesetz ist nur Bargeld gleich Geld. Die umlaufenden Münzen und das gedruckte Papiergeld sind eigentlich immer noch das gesetzlich vorgeschriebene Zahlungsmittel. Gerade in Deutschland zahlt ein hoher Prozentsatz der Bevölkerung immer noch „in bar“ statt über Konto oder digital.

Das Recht auf Bargeldzahlung ist nun vom Bundesverwaltungsgericht und vom Europäischen Gerichtshof zumindest für die Erfüllung hoheitlicher Abgaben abgeschafft worden. Man kann also Steuern, Sozialabgaben und Rundfunkzwangsgebühren o.a. nicht mehr bar, sondern muss sie über ein Bankkonto zahlen. Damit ist die Gesetzeslage, nach der Bargeld das einzige gesetzliche Zahlungsmittel ist, durch die höchstrichterliche Rechtsprechung ausgehebelt, wie es das Großkapital, die Finanzpolitik und die Banken wollten, nämlich die digitale Währung und Bezahlung.

Aus diesem Grunde wurde 2015 auch schon ein gesetzlicher Anspruch auf ein Zahlungskonto bei einer Bank für jedermann formuliert. Wenn jeder ein Konto haben soll und kann, ist damit die Grundlage für die digitale Zahlung von Konto zu Konto gesichert.

Wenn aber künftig im privaten Rechtsverkehr nicht mehr mit Bargeld, sondern nur noch von Konto zu Konto digital bezahlt werden soll, bedeutet dies,

dass unsere wirtschaftliche Existenz ins Belieben der Bank gerät. Sperrt die Bank unser Konto, können wir nicht mehr zahlen, nicht mehr einkaufen, nicht mehr existieren,
dass nicht nur die Bank, sondern auch der Staat Totalkontrolle über unsere Kontobewegungen hat (der gläserne Mensch),
dass die Möglichkeiten zur Geldmanipulation der Banken und Staaten noch steigen: sie können Abwertungen und Währungsreformen allein durch Mausklick zwangsweise durchführen, also die Gläubiger um ihre Einlage und deren Wert bringen, ohne dass diese Rechtsmittel dagegen hätten.

In Indien hat man vor zehn Jahren die Totaldigitalisierung der Währung versucht und ist dabei gescheitert, weil die Landbevölkerung und ältere Bevölkerung damit nicht zurechtkamen. Der EuGH hat ja auch ein Bargeldverbot erst zugunsten öffentlicher Abgaben digital entschieden, noch nicht im privaten Zahlungsverkehr. Versuche, auch privaten Zahlungsverkehr total zu digitalisieren stoßen in Deutschland auf großen Widerstand. Mehr als 40 Prozent der Bevölkerung wollen weiter mit Bargeld zahlen.

Würde also auf Druck des Großkapitals, der FED und ihrer Zentralbanen sowie der Finanzpolitik die Digitalisierung auch des privaten Zahlungsverkehrs vorgeschrieben, würde dies nach Ansicht des Mittelstandsinstituts Niedersachsen scheitern, weil unsichtbare, in Fremdbelieben stehende Zahlungsvorgänge bei der einfachen Bevölkerung das Gefühl von realer Leistung zu Gegenleistung nicht ersetzen.

In den Dörfern gibt es heute unabhängig von Bargeld immer noch ein waches Bewusstsein von realer Leistung und Gegenleistung, praktisch einen „stillen Ausgleichsanspruch“. Wenn ein Dorfbewohner irgendwelche Leistungen für einen Nachbarn geleistet und dafür kein Geld genommen hat, bleibt dennoch beim Begünstigten das Gefühl, er habe seinem Nachbarn noch etwas zu erstatten und beim Leistenden das Gefühl, er habe beim Nachbarn noch etwas zugute. Der Autor hat in Jahrzehnten ländlicher Umgebung dies hundertfach erlebt.

Wenn also dieses moralische Gefühl von Leistung und Gegenleistung nicht digital befriedigt werden kann und mit Bargeldzahlung nicht mehr befriedigt werden darf, werden sich andere Zahlungsmodalitäten durchsetzen, wie Sachleistung gegen Sachleistung wie nach dem 2. Weltkrieg, wo es bis zur Währungsreform eine „Zigarettenwährung“ und Kaufmöglichkeiten von Lebensmitteln gegen Silberbestecke, Bilder oder ähnliche Sachwerte gab. Wo das Geld versagt, wertlos geworden ist oder Bargeldzahlung verboten wird, setzt automatisch Tauschwirtschaft ein. Es könnte also sein, dass statt Digitalisierung ein wachsender Tauschmarkt das Geldsystem ersetzt.

Dazu gehört auch, dass immer in der Geschichte universales Tauschmittel Gold- oder Silbermünzen waren. „Wenn in Geld nicht mehr bezahlt werden darf, wird in Gold bezahlt“, hat schon mein Vater gewusst. Gold wurde immer schon als Zahlung in der Geschichte angenommen.

Dennoch sollte uns die gegen alles bisherige Währungsrecht verstoßende Entscheidung des EuGH aufrütteln: Wenn das Papiergeld keinen Realwert mehr hat, mit Bargeld nicht mehr bezahlt werden soll oder darf und wir der Bankenknechtschaft ins Digitalgeld nicht trauen, wird wie nach dem 2. Weltkrieg zur Tauschwirtschaft Naturalie gegen Naturalie übergehen.

Der Autor hat in einem Dorf in Niedersachsen fast für jeden Bauern kostenlos Rechtsberatung als Anwalt geleistet. Diese Bauern aber haben bei irgendwelchen Gegenleistungen immer gesagt: „Wir schulden Dir ja noch etwas“, sie haben es kostenlos gegengeleistet.

Der Autor hat auch nach dem 2. Weltkrieg erlebt, wie man zwar gegen Geld nichts mehr kaufen konnte, aber gegen Silberstücke, Schmuck oder Bilder die immer noch knappen Lebensmittel bekam.

Wenn also nach dem Geldzeitalter die Tauschwirtschaft wiederkommt, wird es für uns entscheidend sein, ob wir tauschfähig sind. Das kann mit Gold- oder Silbermünzen sein, mit Schmuck oder anderen Wertgegenständen, kann auch eine für andere notwendige Leistung sein, für die dann Gegenleistung gegeben wird. Solche Leistungen waren nach dem 2. Weltkrieg z. B. Handwerkerleistungen, Arztleistungen o.a. Wer also etwas kann, was andere brauchen, wird auch in der Tauschwirtschaft „zahlungsfähig“ bleiben.

Wer dagegen nur Ökologie, Egoismus, Spaßtheorien oder Alternativpolitik anzubieten hat, wird dafür kaum noch Gegenleistung erwarten können. Die Tauschwirtschaft bringt unsere Gesellschaft jedenfalls wieder zurück auf den Boden der Realität.

Nach dem Verbot der Bargeldzahlung wird es also Zeit, sich für die Tauschwirtschaft zu präparieren: Habe ich Fähigkeiten, die andere brauchen und für die ich Gegenleistungen zu bekommen erwarten kann? Wenn nicht, habe ich Gold- und Silbermünzen oder andere Wertsachen, die ich in der Tauschwirtschaft einsetzen kann? Wenn nicht: Noch ist es Zeit, sich Tauschwerte zu beschaffen, solange der Edelmetallmarkt noch funktioniert.

Wer allerdings den Baerböcken vertraut, sollte es wohl darauf ankommen lassen und mit ihnen untergehen.
(pi-news.net)

Russland: Wirtschaftssanktionen wirken weniger als gedacht

Von MANFRED ROUHS

Manch braver Deutsche bangt um die Energieversorgung im kommenden Winter. Die Bundesnetzagentur hat klargestellt, wem notfalls zuerst der Hahn abgedreht wird und wem zum Schluss. Demnach gehen Freizeiteinrichtungen als erste vom Netz, wogegen die Privathaushalte ähnlich privilegiert sein sollen wie Krankenhäuser, Polizei und Feuerwehr.

Rezessions- und Inflationsängste sind in Deutschland offenbar wohlbegründet. Offiziell liegt die Geldentwertung aktuell bei rund sieben Prozent, gefühlt nach dem Einkaufen bei mir und bei jedem, den ich kenne, deutlich darüber.

Auch in Russland herrscht Rezession, aber nicht so stark wie gedacht. Krieg und westliche Sanktionen belasten zwar die wirtschaftliche Entwicklung, ein von der Agentur JP Morgan zunächst prognostizierter wirtschaftlicher Einbruch im Bereich von 35 Prozent hat sich aber als realitätsfern herausgestellt. Der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) wird auf Jahressicht unter zehn Prozent liegen, berichtet der „Business Insider“ unter Berufung auf eine aktualisierte Einschätzung von JP Morgan.

Dem Bericht zufolge kann Russland die Sanktionen langfristig abfangen. JP Morgan schreibt dazu: „Das BIP-Profil scheint daher immer wahrscheinlicher mit einer langwierigen, aber nicht sehr starken Rezession übereinzustimmen.“

Russland bezieht wesentliche Teile seiner Einkünfte aus dem Verkauf von Rohstoffen. Falls ihm die der Westen nicht mehr abnimmt, verkaufen die Russen sie stattdessen einfach an Indien und China.
(pi-news.net)