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Berichterstattung "in höchstem Maß unseriös"

Noch ein Brief zum bösen Spaichinger Spiel
Sehr geehrte Frau Braungart,
ich bin gespannt, ob Sie auch freiwillig bereit sind,  den Lesern mitzuteilen, dass Sie persönlich eine falsche Information in die Welt gesetzt haben. In Ihrem Artikel vom 03.11.2012 erwecken Sie den Eindruck, dass seitens der Polizeibehörden alles schon klar sei.
Sie schreiben dort fett: "Fakt ist, .....dass sich der Vorfall so zugetragen hat". Sie konnten damit rechnen, dass die Bevölkerung dann davon ausgehen muss, dass alles schon klar sei.
Mir liegt eine schriftliche Bestätigung der Polizeidirektion Tuttlingen vom 08.12.2012 vor, indem die Polizei wörtlich mitteilt, dass diese Aussage in dieser absoluten Form so nicht gefallen ist. Abgesehen davon, dass Sie nach dem Pressekodex gehalten wären, diese Unwahrheit von sich aus richtig zu stellen, frage ich mich jetzt als Leser, ob ich von Ihnen angelogen wurde oder ob die Polizei lügt.  
Sie wissen ganz genau, dass Sie persönlich und nur Sie es waren, die durch eine Presse-Anfrage bei der Staatsanwaltschaft erst ein Ermittlungsverfahren in Gang gesetzt haben. Warum teilen Sie den Leuten nicht mit, wer Ihnen die dazu erforderlichen Informationen gesteckt hat? Oder waren Sie persönlich bei den angeblichen Geschehnissen dabei?
Warum  verschweigen Sie, dass das angebliche Opfer selbst überhaupt keine Strafanzeige erstattet hat ( weder anonym noch offen)? Wäre das nicht die normale Reaktion auf diese angeblich so schlimmen Vorgänge?
Warum kommt kein Wort des Verständnisses bezüglich der angeblich Betroffenen, die wegen Ihrer Kampagne nicht nur persönlich, sondern auch bezüglich deren Familien spießrutenlaufen müssen?  Ist Ihnen der Begriff "Unschuldsvermutung" geläufig?
Warum erwähnen Sie eigentlich mit keinem Wort den angeblichen Zeitpunkt der Vorfälle? Warum lassen Sie die Leser im Glauben, dass es sich um brandaktuelle Geschehnisse handelt?
Wissen Sie, dass der Bürgermeister als Dienstherr eine Fürsorgepflicht gegenüber allen Mitarbeitern hat? Oder geht es Ihnen primär darum, dem Bürgermeister Versäumnisse vorzuwerfen? Dann reihen Sie sich allerdings ein in die Gruppe derjenigen Leute, die auf dem Rücken eines vermeintlichen Opfers ihr persönliches Süppchen kochen. Gemeinhin nennt man solche Leute Pharisäer. Ob dieser verniedlichende Begriff auf Ihre persönliche Vorgehensweise noch passt, bezweifle ich.
Was Sie machen, hat nichts mehr mit Journalismus zu tun, sondern ist in höchstem Maße unseriös.

Mit -noch- freundlichen Grüßen
Oliver Hirt
PS: Ob die Ratskollegen den offenen Brief auch so formuliert hätten, wenn Sie die o.g. Details im Rahmen einer seriösen Berichterstattung von Ihnen erhalten hätten, bezweifle ich. Sie können Sie ja fragen.