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Bürgermeister: gute Überlegungen und richtige Schritte Gebot der Stunde

"Gesundheitszentrum Spaichingen  nicht voreilig opfern"

In der Krankenhausdiskussion müssen einige Stäbe wieder gerade gerückt werden.

(tutut) - "Das Gesundheitszentrum Spaichingen darf nicht voreilig geopfert werden".  Bürgermeister Schuhmacher äußert sich erneut kritisch zum Vorgehen der Geschäftsleitung, des Aufsichtsrats des Klinikums und zum Vorgehen des Landrats. Den Stimmen aus der Bevölkerung Bedeutung beimessen und die Angelegenheit auf eine sachliche Ebene ohne zeitliche Vorgabe für Entscheidungen holen, - das ist das, - was Spaichingens Bürgermeister Schuhmacher zum gegenwärtigen Zeitpunkt in der Diskussion um das Gesundheitszentrum Spaichingen fordert. Nach seiner Ansicht setzt dies aber zu allererst voraus, dass der Landrat den Termin zur Entscheidung im Kreistag, den er auf 7.03.2019 angesetzt hat, auf unbestimmte Zeit verschiebt, heißt es in einer Pressemitteilung des Bürgermeisters. Damit trifft er sich nun mit der Pressemitteilung der CDU-Kreistagsfraktion, welche ebenfalls fordert, dem Thema Zeit zu geben vor einer Entscheidung. .

„Es ist eine sehr verworrene Situation, wenn seitens des Landrats und der Geschäftsleitung des Klinikums der Eindruck erweckt wird, die Verlagerung von größeren Teilen der in Spaichingen untergerbachten Abteilungen nach Tuttlingen sei alternativlos und zugleich langjährig am Klinikum tätige Ärzte ein Konzept vorlegen, wonach die Klinik in heutiger Form weiter betrieben werden kann", erklärt der Bürgermeister und fährt fort: "Die Behauptung von Landrat und Geschäftsleitung, die Klinik sei nur überlebensfähig, wenn man am Standort Tuttlingen konzentriert, erscheint in Anbetracht der Meldungen aus unserem, an Einwohnern kleineren Nachbarlandkreis, in dem das Land über 130 Mio Euro für die medizinische Versorgung in drei kleineren Klinikstandorte bezuschusst, geradezu unglaubwürdig“. Das Konzept für Sigmaringen habe überzeugt. So war es in der Zeitung zu lesen, was das Land zu dieser hohen Bezuschussung für die Kliniken im dortigen Landkreis veranlasst hat.

Weiter in der Pressemitteilung: Im Umkehrschluss belegt dies doch die Konzeptlosigkeit und Ideenlosigkeit für die Weiterentwicklung der beiden Klinikstandorte in unserem Landkreis mit der Zielrichtung der Aufrechterhaltung einer guten klinischen Versorgung an beiden Standorten. Um eine gute und interessengerechte Strukturplanung mit dieser Zielrichtung zu erreichen, braucht es vor allem Zeit und die Einbindung sämtlicher Akteure. Deswegen muss die Entscheidung über den Standort Spaichingen bis auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Für eine Weiterentwicklung zur Aufrechterhaltung der klinischen Versorgung muss man sich auch neuen gesellschaftsrechtlichen Modellen öffnen, wie es Sigmaringen schon im Jahr 2015 getan hat, indem man Gesellschaftsanteile an eine große Stiftung mit herausragender Infrastruktur gegeben hat.

Eine solche Diskussion wäre für uns im Jahr 2016 angebracht gewesen, und für eine solche Diskussion ist es heute noch nicht zu spät. Man darf sich diese Chance aber nicht nehmen, nur weil die Geschäftsleitung glaubt, aus ökonomischen Gründen schnell handeln zu müssen.  Wenn Schnelligkeit entscheiden soll, hätte man bereits im Jahr 2016 reagieren müssen, denn das Strukturgutachten aus dem Jahr 2012 mahnte damals schon an, dass bereits nach 3 – 4 Jahren erneut Überlegungen über die künftige Ausrichtung des Gesundheitszentrums angestellt werden müssten. Dass man dies vor zwei Jahren versäumt hat und heute erkennt, dass sich die Suche nach einem Chefarzt unter diesen Umständen als schwierig gestaltet, kann nicht zu Lasten des Gesundheitszentrums Spaichingen gehen.

Versäumnisse von Kreispolitik und Geschäftsleitung in der Vergangenheit dürfen aber nicht dazu führen, die Gesundheitszentren zu trennen. Es müssen Modelle gefunden werden, die – wie in Sigmaringen – den Erhalt der hiesigen Kliniklandschaft in heutiger Form auch die nächsten Jahre sichert. Das Land hat das Signal gegeben, dass es gute Konzepte fördert. Nicht Eile ist das Gebot der Stunde, sondern gute Überlegungen und die richtigen Schritte.

Dies fordert Bürgermeister Schuhmacher für den Standort Spaichingen von den Verantwortlichen der Kreispolitik. "Ich lasse mich gerne einbinden und in Verantwortung nehmen. Auch die politisch Verantwortlichen in Spaichingen sind bereit, mitzuwirken. Dies setzt allerdings ein Aussetzen der Terminvorgaben voraus. Als die Klink im Jahr 2016 zu einer gemeinnützigen GmbH umgewandelt worden ist, hat man mich - aus politischen Gründen - nicht in das Aufsichtsratsgremium genommen und damit den Standortbürgermeister eines Klinikstandorts ausgeschlossen. Insoweit konnte ich dieser Entwicklung bisher nicht gegensteuern. Das ist für meine Stadt bedauerlich, insbesondere deswegen, weil diejenigen, die aus Spaichingen heute im Aufsichtsrat sitzen, angedeutet haben, den eingeschlagenen Weg von Landrat und Geschäftsleitung mitgehen zu wollen.

 

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