Springe zum Inhalt

Bundeskanzlerin Baerbock?

Von der gefährlichen Verharmlosung politischer Metaphernsprache

Von CANTALOOP

Die blumige Prosa der Verharmlosung, Verzerrung und Umdeutung hat längst Einzug in unseren politmedialen Alltag gehalten. In der seriösen Philosophie seit jeher umstritten, schätzen Politiker, Lehrer und Soziologen, insbesondere jene linksbunt geprägten unter ihnen, diese Art von verbaler Irreführung gerne und oft. So wurden aus Schwerverbrechern durch kreative Wortneuschöpfungen eben „Intensivtäter“, aus Vergewaltigungsopfern „Erlebende“, ferner aus in Armeestärke auftretende Männergruppen verharmlosend „Schutzsuchende“. Und so weiter.

Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Im Umkehrschluss reduziert sich das sprachliche und intellektuelle Niveau zunehmend, bis hin zu einem infantil-originellen „Kanzlerinnen-Sprech“. Ein bildungssprachlich angelegter Roman wie Thomas Manns Zauberberg würde von vielen Verlagen unter heutigen Bedingungen als unlesbar zurückgewiesen werden.
Anzeige

Täuschung: Der ursprünglich gemeinte Begriff wird durch einen Gefälligeren ersetzt
Die philosophische Metaphernlehre des Gelehrten Hans Blumenberg (1920-1996) beschäftigt sich ausführlich mit diesem spannenden Thema – und erkannte schon früh dessen gefährlichen Einfluss auf die politische Willensbildung der Bürger, Leser und Zuhörer. Speziell für jemanden, der sich von Berufswegen schon mit Ausprägung, Differenziertheit und Einsatzmethoden unserer Sprache auskennt, sind die Anwendungsmöglichkeiten schier unerschöpflich.

Letzten Endes stellen diese Wirkmechanismen aber nichts anderes dar als raffinierte Mittel zur Volks(um)-erziehung. Hier kann man als Regierung über gesteuerte Schönfärberei wunderbar von den eigenen Unzulänglichkeiten ablenken, bzw. die Schuld am eigenen Versagen dem politischen Gegner – oder sonst jemandem – unterjubeln.

Sachverhalte sind sprachlich hochstilisiert – und dennoch inhaltsleer
Zu selten sind mittlerweile jedoch die mutigen Charaktere und Persönlichkeiten geworden, die ein solches Gebaren als das entlarven könnten, was es ist – nämlich schlichter Etikettenschwindel. Auf Grundlage dieses „Fakes“ arbeiten leider mittlerweile weite Teile der bundesrepublikanischen Innen- und Außenpolitik. Selbst die „politische Korrektheit“ und das allgegenwärtige „gendern“ werden ganz maßgeblich von dieser Metaphorik gesteuert. Und nicht etwa von der intendierten Gerechtigkeit und Hochmoral. Wenn man die Realität derart manipuliert – und diese mittels eines ornamentalen Begriffswirrwarrs zunehmend den eigenen Bedürfnissen anpasst, bleibt von Wahrheit, Vernunft und Logik naturgemäß nicht mehr viel übrig. Deshalb gilt: Prüfe alles, glaube wenig, denke selbst (D. Wagner).

Unklare Denkformen anstelle von verlässlicher Terminologie
Es gibt also keine objektivierbare Verbindlichkeit im klassischen Sinne mehr. Vieles wird beliebig interpretierbar und selbst die wissenschaftlich-empirische Deutung von Sachverhalten, wie man es derzeit deutlich am Corona-(Miss-)Management erkennen kann, lässt sich in jede gewünschte Richtung steuern. Denn auch geltungssüchtige Wissenschaftler vom Schlage eines Christian Drosten gab es zu allen Zeiten.

Die Sprache als Mittel und Zweck des Eigendünkels
Ein weiterer Aspekt: Somit können sich auch völlig unbedarfte und hochgradig gefühlsgesteuerte Polit-Darsteller vom Rang einer Annalena Baerbock anmaßen, geeignet fürs Bundeskanzleramt zu sein. Auch hier spielen Fakten keine Rolle mehr. Baerbocks PR-Berater und die ihr ebenfalls wohlgesonnenen Leit-Medien könnten ihre fachliche Eignung und Kompetenz mittels dieser Metaphorik in jede nur denkbare Position darstellen, auch jenseits jedweden Realismus. Doch Vorsicht: Jeder ist dadurch für jedes Amt qualifiziert.

Als Abwehr wird ein weiteres Nachhaken von etwaigen Kritikern stets als ungebührlich zurückgewiesen. Am deutlichsten sind diese Ausprägungen sicherlich in unserer Bundeshauptstadt, namentlich im Berliner Senat ersichtlich. Offen praktizierte Esoterik, Mythologie und falsch verstandener Humanismus ersetzen jedoch auch bundesweit vielfach eine klar definierte Lehrmeinung, Plausibilität und Stringenz.

Postfaktische Politik als Zukunftsoption
Ob solch ein taktierendes Verhalten jedoch in der Lage ist, tatsächliche Probleme zu lösen, ein Virus zu bekämpfen – oder gar ein Land und dessen Bevölkerung vorwärts zu bringen, ist zweifelhaft. Unglücklicherweise wird kein einziger Politiker oder Medienschaffender für seine Fehleinschätzungen, Worteuphemismen und destruktiven Verhaltensweisen zur Rechenschaft gezogen – und hat somit auch wenig Interesse daran, ein anständiges, vorbildliches und auch moralisch einwandfreies Verhalten – wie es einem hohen Amte gebührt – zu zeigen.

Irgendein Sprachverdreher, der selbst die größten Luschen und verlogensten Versager zu top-qualifizierten Profis hochschreibt, findet sich bekanntlich immer. Und gleichwohl deren noch so blamable Äußerungen zu tiefgeistigen Ergüssen umdichtet. Ein Lob auf die unergründlichen Tiefen deutscher Sprachsemantik.
(pi-news,net)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.