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Bunt oder buntistisch?

Wo verläuft die Grenze?

Von C. JAHN

Wo verläuft die Grenze zwischen einem toleranten, weltoffenen Bürger und einem radikalen Buntisten? Wo beginnt der buntistische Extremismus, ab welchem Punkt wird aus einem gutwilligen Lobsänger von Schillers „Alle-Menschen-werden-Brüder“ ein Hassprediger der totalen Umvolkung?

Dem einstigen Bundespräsidenten Christian Wulff verdanken wir die Bezeichnung „Bunte Republik“ für die Bundesrepublik Deutschland – und wer hat schon etwas gegen „Buntheit“? „Bunt“ – das klingt nach Fröhlichkeit, nach Sonne und Regenbogen. Ein „buntes“ Gemisch aus Menschen aus aller Welt in einer „Bunten Republik“ – da denkt man unwillkürlich an glückliche Männer und Frauen, die gemeinsam vor dem Brandenburger Tor den Reigen des ewigen Friedens tanzen. Natürlich ist das ein Zukunftsbild, mit dem man sich anfreunden kann. Alle „Menschen werden Brüder“, wie Schiller schon vor 236 Jahren dichtete – wer wollte dem widersprechen?

Wer sich für mehr Umvolkung ausspricht, ist also nicht von vornherein ein deutschfeindlicher Hetzer. Wer sich für noch mehr Ansiedlung von Arabern und Türken in Deutschland einsetzt, ist auch nicht zwangsläufig ein Vaterlandsverräter. Viele dieser Menschen folgen lediglich einem Menschheitstraum: dem Traum vom Ende aller Kriege zwischen den Völkern und vom ewigen Frieden. Sie vertreten die Ansicht, dass die Ansiedlung von Arabern und Türken in Deutschland diesem ewigen Frieden dient, weil sich Deutsche, Araber und Türken durch gemeinsame Besiedlung eines Landes geistig näher kommen.

Nicht mehr getrennt wie vor Jahrhunderten, als Araber und Türken als Eroberer in Europa einfielen und man sich gegenseitig an die Gurgel ging, weil man die jeweils andere Kultur nicht verstand, sondern nun zueinander findend durch das enge Zusammenleben. Diese Grundidee des Buntismus, das interkulturelle Nichtverstehen durch eine gezielte Siedlungspolitik zu überwinden, ist also rational nachvollziehbar. Der Buntismus ist somit nicht von vornherein eine hasserfüllte, rein destruktive Ideologie, die, wie es ja oft den Anschein hat, nichts anderes antreibt als blinde Zerstörungswut gegenüber den westeuropäischen Völkern und Kulturen.

Allerdings gibt es unter den Anhängern des Buntismus durchaus Personen, die nicht in erster Linie von ihrem Glauben an die Brüderlichkeit aller Menschen getrieben werden, also nicht von einer positiven Zielsetzung, sondern vor allem von ihrer Abneigung gegenüber den indigenen Deutschen, also aus einer negativen Motivation heraus. Diese Leute wollen nicht etwas aufbauen – die „Bunte Republik“ als Paradies menschlichen Daseins –, sondern sie wollen in erster Linie zerstören: das Land Deutschland, die deutsche Kultur, die Freiheit und Selbstbestimmtheit der indigenen Deutschen, ihren Wohlstand und mitunter auch ihr Leben.

Solche Charaktere begegnen uns besonders in Kreisen der „Grünen“. Die auffällige Ballung an antideutschem Hass unter den „Grünen“ ist auch nicht verwunderlich, da die „Grünen“ ihre geistigen Wurzeln in der Bewegung der 68er haben und diese wiederum im kulturrevolutionären Maoismus Chinas – einer ganz bewusst zerstörerisch wirkenden, autoaggressiven Ideologie.

Diesen radikalen Kräften unter den Anhängern des Buntismus geht es nicht um den ewigen Frieden oder die Völkerfreundschaft zwischen Deutschen, Türken und Arabern. Frieden ist für sie kein Primärziel: Es interessiert diese Personenkreise entsprechend nicht im geringsten, dass die Umvolkung in Deutschland erkennbar von einer Zunahme der Gewalt begleitet wird, Deutschland infolge der Umvolkungspolitik also nicht friedlicher, sondern unfriedlicher wird. Es geht diesen Kräften auch nicht um geistigen Austausch und gegenseitiges Verständnis zwischen fremden, traditionell feindseligen Kulturen: Die deutsche Kultur ist ihnen nicht nur gleichgültig, sondern stellt für sie in maoistisch-kulturevolutionärer Tradition ein politisches Hassobjekt dar, und an der türkisch-arabischen Kultur interessieren sie nur klischeehafte Oberflächlichkeiten.

Denn die Hauptmotivation für dieses radikale, kulturrevolutionär verhaftete Gefolge des Buntismus ist allein die autoaggressive Destruktivität. Die Ansiedlung von Türken und Arabern in Deutschland ist für sie nur ein Mittel zum Zweck kulturrevolutionärer Zerstörung: Deutschland mit seiner Hochkultur als Symbol der im Maoismus verhassten menschlichen Zivilisation muss als Kulturraum vernichtet werden, zurückbleiben darf nur die primitive Barbarei – das ist die klassische Lehre des Maoismus der 68er. Es ist genau diese geistige Verquickung zwischen Buntismus und dem Maoismus der 68er und die damit verbundene Autoaggressivität der buntistischen Ideologie, die die radikale Auslegung des Buntismus so gefährlich macht.

Wie in vielen anderen Ideologien ist also auch unter den Anhängern des Buntismus zu unterscheiden zwischen einer eher gemäßigten, im Grunde gutwilligen Gefolgschaft und radikalen Kräften. Der Übergang zwischen buntistischen Mitläufern und dem harten Kern der Extremisten ist dabei fließend und nicht einfach zu definieren. Genau wie nicht jeder Sozialdemokrat gleich ein Kommunist ist und nicht jeder Nationalist ein National-Sozialist, ist auch nicht jeder Enthusiast für die Ansiedlung von Arabern in Deutschland ein gewaltaffiner, destruktiver Deutschenhasser.

Wer sich auf eine Debatte mit einem überzeugten Buntisten einlässt, sollte daher je nach Einzelfall differenzieren und stets fragen: Was treibt diesen Menschen in seinen Überzeugungen an? Geht es ihm in erster Linie um den Völkerfrieden, um Aussöhnung zwischen historisch feindlichen Kulturen, oder will er vor allem zerstören und vernichten? Die Gretchenfrage, an der sich im Buntismus die Spreu vom Weizen drängt, lautet daher wie im Falle vieler anderer zum Fanatismus neigender Ideologien: Zieht der Anhänger dieser Ideologie in seinem Denken selbst eine bestimmte Grenze der Mäßigung, oder geht er für seine Ideologie über Leichen?
(pi-news.net)

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