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Buntismus: politische Idee oder Pfeifen im Walde?

Massenansiedlung von Arabern und Türken in Deutschland

Von C. JAHN

Der Buntismus, die Idee der totalen „Bunten Republik“, ist eine Ideologie, die es den indigenen Deutschen ermöglicht, ihre ethnopolitische Zurückdrängung im eigenen Land als eine für sie positive Entwicklung umzudeuten. Er ist eine geistige Krücke, die die Betroffenen dankbar annehmen, weil sie ihnen das tägliche Dasein angesichts unabänderlicher Umstände erleichtert. Ein rational abgeleitetes politisches Konzept bietet er hingegen nicht.

Der moderne Buntismus der Gegenwart, die Ideologie der totalen Umvolkung, ist eine Ideologie, die sich parallel zur Massenansiedlung von Arabern und Türken in Deutschland erst nach und nach entwickelt hat. Er ist keine Ideologie, die – wie etwa der Kommunismus – in der Studierstube entstand und dann, ähnlich einem Kochrezept, als Leitfaden für die Umsetzung in der Realität herangezogen wurde: Marx schrieb sein Buch, Lenin hat dieses Buch anschließend als Blaupause für seinen neuen Staat genutzt. Erst war die Idee, dann die Umsetzung.
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Der Buntismus hingegen ist eine Ideologie, die einen faktischen Zustand der Realität stets erst im nachhinein in einen sinnvollen Zusammenhang stellt. Niemand hat in den 60er-Jahren ein Buch geschrieben, Deutschland müsse ethnisch umgebaut werden, daher sei die Ansiedlung von Türken erforderlich. Behauptet wurde vielmehr, die Anwesenheit von Türken in Deutschland sei eine vorübergehende Erscheinung, da es sich um Gastarbeiter handele. Erst als 1998 mittels Einbürgerungen der Aufenthalt von Türken in Deutschland zu einem dauerhaften Zustand gemacht wurde, also bereits Tatsachen geschaffen waren, wurde infolge dieses neuen Zustands auch eine neue sinngebende Erklärung für diesen dauerhaften türkischen Aufenthalt erforderlich. Anders als im oben genannten Beispiel des Kommunismus erfolgte im Fall des Buntismus also zunächst die Umsetzung und erst danach die Herausbildung einer diese Umsetzung erläuternden Ideologie.

Dieser Charakter einer Ideologie „im nachhinein“ erschwert allerdings bis heute die Glaubwürdigkeit der buntistischen Lehre. Man glaubt Karl Marx, dass er das Eigentum abschaffen möchte, weil man das in seinem Buch so nachlesen kann. Trotz aller ideologischer Spielarten blieb diese Kernidee der Ideologie in allen kommunistischen Systemen grundsätzlich erhalten. Beim Buntismus allerdings lässt sich die zentrale Idee nur unscharf erahnen, da seine Aussagen immer erst nachträglich an eine durch vorab geschaffene Tatsachen stetig veränderte Realität angepasst werden.

So scheint die Idee des Buntismus in der Zeit um 1998 gewesen zu sein, Deutschland solle durch die Einbürgerung der Türken zwar eine orientalische Minderheit erhalten, diese eingebürgerten Türken würden sich aber in die deutsche Gesellschaft integrieren („wie die Polen“). Eine radikale ethnische Umkonstruktion des Landes war damals kein Thema. 2010, als Bundespräsident Wulff die „Bunte Republik“ ausrief, scheint die Idee dann gewesen zu sein, eine Integration der Türken sei doch nicht erforderlich, sondern Türken und Deutsche würden gerade infolge ihres kulturellen Kontrastes gleichermaßen positiv beitragen zu einer als Selbstzweck verstandenen allgemeinen „Buntheit“. Und seit Merkels Völkerwanderung von 2015 scheint die Idee nun zu sein, dass gerade die Abwesenheit jeglicher rationaler Konzeption der wahre Wesensgehalt des Buntismus sei: „Buntheit“ als ein quasireligiöses Moralziel sei über jede rationale Erklärung erhaben.

Zudem wird man im Rückblick den Eindruck nicht ganz los, dass alle buntistischen Deutungsansätze der vergangenen Jahre dem immerselben Muster folgten: Sie boten allesamt scheinrationale Antworten auf Fragen, die sich ab einem bestimmten Zeitpunkt innerhalb der indigenen deutschen Bevölkerung stellten, sobald Umvolkung und Landnahme eine nächste, wieder etwas radikalere Phase erreicht hatten.

Da die Türken sich auch nach ihrer Einbürgerung von 1998 nicht „wie die Polen“ integrierten, sondern ganz im Gegenteil eine sogar zunehmende Neigung zur Segregation zeigten, mehrten sich unter den indigenen Deutschen die Sorgen und Zweifel, ob der Staat die von ihm propagierte „Integration“ tatsächlich im Griff habe. Also wurde 2010 das Konzept einer „Bunten Republik“ aus dem Hut gezaubert, um den faktischen Flickenteppich segregierter Völkerschaften in Deutschland zu einem wünschenswerten Zustand umzudeuten. 2015 dann wurde die Frage laut, ob der Staat überhaupt noch willens sei, irgendeine aktiv gestaltende Rolle im Rahmen des Umvolkungsprozesses zu übernehmen, also wurde die Parole ausgegeben, wonach bereits der Gedanke an einen wünschenswerten Zustand jedweder Art dem neuesten Konzept des Buntismus als einer Ideologie des völlig freien Laufs der Dinge entgegenstehe.

Anders als ein überzeugter Kommunist, der sich auf ein sorgfältig durchdachtes, rational ableitbares Gedankengebäude berufen kann, fehlt dem gläubigen Buntisten daher ein vergleichbar verlässliches, in seinen Kerngedanken stabiles Gerüst. Er hat im Buntismus nur eine Art Geisteskrücke zur Verfügung, die ihm eine Zeitlang Halt gibt, bis er sie wieder auswechseln muss: Was er gestern geglaubt und gesagt hat, gilt schon heute nichts mehr. Diese Erfahrung chamäleonhafter Wandlungen seiner Ideologie prägt sein ganzes Leben, dennoch bleibt er zu immer wieder neuer geistiger Anpassung bereit: Weil jede noch so dürftige Scheinerklärung, die man ihm darbietet, ihm immer noch mehr geistige Stütze für sein tägliches Dasein bietet als sich die erschreckende Offensichtlichkeit einzugestehen, dass er in Wahrheit als indigener Deutscher in einem rational nicht erklärbaren, da für ihn ausschließlich zerstörerischen Prozess gefangen ist: Jede freiwillige Selbstaufgabe ist an sich irrational, dies gilt gleichermaßen für das menschliche Individuum wie eine menschliche Gemeinschaft.

Der gläubige Buntist ist insofern kein geistig ebenbürtiges Gegenüber, sondern gleicht eher einem herumirrenden Wanderer, der einem Weg folgt, den er nicht kennt, Dinge wahrnimmt, die er nicht versteht, und der sich deshalb mit jeder Form ihm dargebotener Scheinrationalitäten einzureden versucht, er laufe hier richtig und es gebe keinen Anlass zur Sorge. Letztlich ist sein oft grelles, fanatisches Gerede von der „Bunten Republik“, dem gemeinsamen Paradies von Türken, Arabern und Deutschen, Kolonisten und Indigenen, an das er angeblich glaubt, nichts als ein lautes Pfeifen im Walde.
(pi-news.net)

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