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CSU-Basis verhindert moslemischen Bürgermeister-Kandidaten

Ob diese Entscheidung wohl Bestand hat?

Von EUGEN PRINZ

Man braucht kein Prophet zu sein, um vorauszusagen, dass der CSU-Ortsverband der schwäbischen Verwaltungsgemeinschaft Wallerstein in den nächsten Tagen bundesweit Schlagzeilen machen wird.

Georg Kling, der Ortsvorsitzende der Partei, wollte den 44-jährigen Sener Sahin, einen Unternehmer mit deutschem Pass und türkischen Wurzeln, bei den Kommunalwahlen am 15. März als Bürgermeisterkandidaten ins Rennen schicken. Kommenden Donnerstag hätte er vom CSU-Ortsverband nominiert werden sollen. Sahin ist mit einer aus einer christlichen Familie stammenden Frau verheiratet und hat zwei Kinder. Ob diese getauft wurden, oder im moslemischen Glauben erzogen werden, ist nicht bekannt.

CSU-Mitglieder stellen sich quer
Der Besitzer eines Maschinenhandels war mit der Kandidatur einverstanden, jetzt fehlte nur noch die Zustimmung des CSU-Ortsverbands. Doch statt dieser gab es heftige Proteste der Basis gegen die Kandidatur. Ein Moslem und die Christlich-Soziale Union passen nicht zusammen, meinten einige Parteimitglieder und hatten damit offenbar die Mehrheit auf ihrer Seite.

Der Ortsvorsitzende Kling ist schwer enttäuscht. Er berichtet, dass es seit der Bekanntgabe des Vorschlags im Dezember in Teilen des Ortsverbandes scharfen Widerstand gegen die Bewerbung gegeben habe. Einige CSU-Kandidaten für den Gemeinderat hatten sogar mit ihrem Rückzug gedroht, falls Sahin aufgestellt werden würde.

Sahin gab dem Druck der Basis nach
Die Proteste aus den eigenen Reihen wurden schließlich so massiv, dass Sahin von seiner Bewerbung für den Bürgermeisterposten Abstand genommen hat, wie er auf Anfrage bestätigte:
„Ich habe von Anfang an gesagt: Wenn die Mitglieder nicht hinter mir stehen, dann mache ich das nicht“

Er wolle nicht, dass der Ortsverband daran kaputtgehe, so Sahin weiter. CSU-Ortsvorstand Georg Kling sagte zur gescheiterten Bewerbung:
„Wir sind auf dem Dorf und wir sind noch nicht so weit“.

Einen anderen Bürgermeister-Kandidaten wird der CSU-Ortsverband Wallerstein bei der Kommunalwahl am 15. März nicht aufstellen.

Kommentar:
Der Autor geht davon aus, dass diese Angelegenheit in den kommenden Tagen durch das zu erwartende Medien-Echo erst so richtig an Fahrt gewinnt. Die Parteiführung in München wird dieses verheerende Signal an die moslemischen CSU-Wähler nicht so einfach hinnehmen. Es kommen also spannende Tage, in denen die konservativen Kräfte in der CSU wahrscheinlich weiter Federn lassen werden, denn Söder kennt die Wählerschichten der Zukunft und wird alles daran setzen, den dort angerichteten Schaden zu begrenzen. Dem gegenüber steht der Konservative Aufbruch, der bayerische Ableger der „WerteUnion“. Für diese Gruppierung könnte jetzt die Stunde der Bewährung kommen, denn Unrecht hat die Parteibasis in Wallerstein nicht: Ein moslemischer Bürgermeister-Kandidat ist vielen christlichen Parteimitgliedern nicht zu vermitteln. Da müsste die CSU schon ihren Namen ändern. Die Causa Sahin hat das Zeug, zu einem Richtungsstreit innerhalb der CSU zu führen. Einem Richtungsstreit, der längst überfällig ist, damit die Wähler wissen, woran sie bei der CSU künftig sind.

Und Sener Sahin? Ihm ist nichts vorzuwerfen. Seine Entscheidung verdient Respekt.
(pi-news.net)

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