Springe zum Inhalt

Das deutsche Klimapolitik-Dilemma

Radikale Selbstschädigung oder Heuchelei ohne Ende

Von WOLFGANG HÜBNER

Wenn am Freitag die politische Notgemeinschaft, die sich hochstapelnd immer noch als „Große Koalition“ bezeichnet, endlich ihre Entscheidungen zur Klimapolitik trifft, ist schon jetzt klar: Die Folgen dieser wie auch immer formulierten Beschlüsse werden für die meisten Deutschen materiell sehr nachteilig sein. Und weder fürs Klima hierzulande noch gar fürs globale Klima haben diese Beschlüsse irgendeine Bedeutung. Allerdings wird es selbstverständlich Personen, Organisationen und Wirtschaftszweige geben, die von dem profitieren, was in einer trüben Mixtur aus wissenschaftlich verbrämter Ideologie, instrumentalisierter Hysterie und staatlicher Sonderabzocke von Union und SPD in die Welt gesetzt wird.

So dumm und verblendet ist jedoch keiner der politischen Entscheider in Berlin, um nicht zu wissen, wie wirkungslos die erzielten Kompromisse für klimatische Veränderungen sind, die weder bereits als epochaler Klimawandel oder gar wissenschaftlich seriös abgesichert als hauptsächlich menschenverursacht diagnostiziert werden können. Wollte das nur ein Prozent der Weltbevölkerung zählende Deutschland mit einem Anteil von nur zwei Prozent der globalen CO2-Belastung wirklich klimapolitisch etwas bewegen, dann gäbe es real lediglich zwei Möglichkeiten: Erstens eine wirtschaftlich-technologische Abrüstung mit vielen Millionen Arbeitslosen, Armut im Öko-Kommunismus samt sicheren Einsturz der gesamten EU.

Das wäre die nationale Klima-Selbstmordvariante, ganz im Sinne der Greta-Sekte, doch selbst dieser wohl nicht allzu zuträglich. Oder aber, zweite Möglichkeit, mit deutschen Milliarden werden überall in ärmeren Weltgegenden Projekte gefördert oder durchgeführt, die dort CO2-Belastungen reduzieren. Dabei stünden Geburtenverhinderungsprogramme in Afrika an erster Stelle. Wie allerdings die Anwendung solchen Geldsegens „Made in Germany“ in vielen Staaten kontrolliert werden könnte, dürfte noch nicht einmal Kanzleranwärterin Annalena Baerbock, unser entzückender grüner Naseweis, so ganz genau wissen.

Folglich wurden beide Möglichkeiten nach langen Diskussionen im Klimakabinett, das Henryk M. Broder nicht ohne Grund an den Begriff Kriegskabinett erinnert, verworfen. Und weil wegen der lästigen, trotz „Joseph Gröhlemeier“ immer noch nicht wegdiktierten AfD auch eine CO2-Steuer im Hinblick auf die Wählermassen etwas zu riskant erscheint, will man sich offensichtlich auf klimapolitische Maßnahmen einigen, die möglichst unauffällig die Bürger zusätzlich belasten. Diese von CDU/CSU bevorzugte Variante wird die Anhänger der Greta-Sekte mit Sicherheit überhaupt nicht zufrieden stellen. Deshalb wird weiterhin Freitag, demnächst vielleicht auch noch Montag, der Schultag verkürzt. Immerhin könnte das ein Beitrag dazu sein, den Lehrerberuf wieder attraktiver zu machen.

In Merkel-Deutschland hat das Thema Klima, das im Ausland fast überall wesentlich sachlicher und weniger aufgeregt behandelt wird, zu einer Dynamik des sich immer weiter steigernden Massenirrsinns geführt. Der ist selbstverständlich unbegrenzt steigerungsfähig: So werden wir sicher bald von biodeutschen Gymnasiasten und Studierenden organisierte öffentliche Verbrennungen von SUV‘s erleben; die Familienpolitik wird konsequent auf biodeutsche Babyvermeidung ausgerichtet, um sich künftige blonde CO2-Sünder zu ersparen; Manager der Autobranche werden ihren grün wählenden Ehefrauen und hüpfenden „Fridays for Future“-Nachwuchs verzweifelt vorflunkern, bei VW oder BMW insgeheim als Greenpeace-Saboteure zu arbeiten.

Eine dank evangelischer Rettungsschiffe rasant wachsende Einwohnerschicht wird sich jedoch an alldem überhaupt nicht beteiligen. Nachteile oder Verfolgung haben deren Angehörige wegen „Antirassismus“ keineswegs zu befürchten: Unsere unbefangen autoseligen Neudeutschen aus aller Welt. Die sind schließlich nicht unter allerlei Mühen nach Deutschland gelangt, um am biodeutschen CO2-Selbstmord teilzuhaben. Sie lieben vielmehr den Mercedes-Stern, die 150 PS von BMW oder den SUV in dickster Variante. Und sie zeigen das auch gerne bei rasanten Fahrten durch die Großstädte sowie ab und zu auch über störende Passanten.

Denn Merkels Dauergäste wie auch Milliarden Menschen auf der Welt, die nicht weniger Recht und Anspruch aufs Wohlstandsniveau hierzulande haben, lassen sich vom deutschen Klimawahn nicht im Geringsten anstecken. Wer auf tröstlichen Perspektiven besteht, der hat wenigstens diese. Was auch immer der Freitag an Entscheidungen der Berliner Koalition bringen wird: Es wird dem Klima nichts nutzen, dem Volk viel kosten, die radikalen Greta-Jünger frustrieren und die politische Heuchelei bei diesem Thema in neue, aber keineswegs finale Höhen treiben.

Was bei all dem politischen Klimatheater auf der Strecke bleibt, sind sinnvolle kleine und große Maßnahmen zur Eindämmung von Kohlendioxid-Emissionen wie zum Beispiel Smartphone-Verzicht von Jugendlichen unter 16 Jahren oder Finanzierung des massiven Ausbaus des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs durch Grenzschutz und Sozialasylanten-Invasionsverweigerung. Doch darüber werden wir am Freitag der Berliner Klimabescherung garantiert nichts erfahren.
(pi-news.net)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.