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Das größte Ereignis der Spaichinger Sportgeschichte

Vor 30 Jahren war der SVS Botschafter deutschen Fußballs in Afrika

(tutut). Das gab's nur einmal, das kommt nie wieder: Vor 30 Jahren schrieb der Sportverein Spaichingen ein bisschen deutsche Fußballgeschichte in Afrika. Es war Ostern 1982, als der damalige Bezirksligist, verstärkt mit Fußballern aus Gosheim und Wurmlingen, im Senegal ein denkwürdiges Gastspiel gab, welches das größte Ereignis der Spaichinger Sportgeschichte.

Gegen wen die Nationalmannschaft des Senegals, inzwischen sogar WM-Teilnehmer und dort Sieger gegen Weltmeister Frankreich, damals gespielt hat, wird man wohl in Afrika bis heute nicht wissen. Die Zeitungen schwankten in hren Berichten zwischen Stuttgart und Württemberg und einer westdeutschen Auswahl. Der inzwischen sehr bekannte damalige deutsche Trainer Otto Pfister erwartete die gerade Weltmeister gewordene deutsche Juniorennationalmannschaft als Gegner. In Afrika gehen nicht nur manche Uhren anders. Dies muss immer beachtet werden, wenn vor allem auch hier für irgendwelche Projekte dort geworben wird.

Immerhin war es Ostern 1982 das Sportereignis im Senegal. Hierfür wurde die ganze nationale Spielrunde im Fußball ausgesetzt. Per Radio in die kleinste Hütte übertragen, Kinder wussten anschließend die Namen der Spaichinger Spieler auswendig, erwiesen sich die Gäste aus Deutschland als grandiose Botschafter des Fußballs. Dabei hättes es ja auch ein sportliches Debakel geben können, ja werden müssen.

Die Ergebnisse waren aus Spaichinger Sicht eine Sensation. 1:1 gegen die Nationalmannschaft des Senegals in Dakar auf betonhartem Boden vor über 8000 vorwiegend männlichen weißbehemdeten Zuschauern - dasLand ist vorwiegend islamisch. .Senegal spielte 90 Minuten auf das Spaichinger Tor, traf es aber nur einmal.  1:1 in Mbour  gegen den Landesmeister auf knöcheltiefem Sand. Die Zuschauer, viele hingen in angrenzenden Bäumen, waren aufgrund der Empfehlung von Dakar in ihrer Masse kaum zählbar. Diplomatischer kann so ein Fußballspiel nicht ausgehen.

Dass die Spaichinger als VIPs im Senegal herumgereicht wurden, auch innerhalb der Regierung, meist begleitet auch vom deutschen Botschafter, dafür hatte der Sponsor und Mäzen gesorgt, Textilfabrikant und Generalkonsul des Senegals, Manfred Ulmer aus Spaichingen. Zur Begleitung gehörten Ulmer-Freund Manfred Wörner, wenige Monate später deutscher Verteidigungsminister  und danach noch Nato-Generalsekretär, sowie der Rektor der Uni Konstanz, Sund, welcher mit der Uni Dakar eine Partnerschaftsabkommen unterzeichnen wollte. Ulmer war Ehrensenator der Uni Konstanz.

Inzwischen sind Politiker, Mäzen und Vorstandsmitglieder des SVS mit Vorsitzendem Frieder Schumacher an der Spitze nicht mehr unter den Lebenden. Die Verwechslung mit der Fußballmannschaft von Stuttgart passierte, weil ursprünglich auch deutsche Nationalspieler wie Hansi Müller und die Försterbrüder das Team verstärken sollten. Auch der damalige Kultusminister Meyer-Vorfelder sollte dem Tross angehören. Die Reise hatte Folgen. Ein Verein unter dem früheren Leiter der Beruflichen Schulen baute in de, Fischerdorf Joal, ausnahmsweise vorwiegend katholisch,  ein Kinderkrankenhaus auf mit Hilfe auch der Bundeswehr. Ein Projekt, dass erst nach einigen Kinderkrankheiten infolge von Zuständigkeitsproblemen in Betrieb ging.