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Das „kleinere Übel“ ist kleiner nicht!

Das Unheil ist  längst nur mit einem radikalen Neuanfang zu überwinden

Von WOLFGANG HÜBNER

Panik bei der CDU/CSU, aber auch wachsende Nervosität im sogenannten bürgerlichen Lager: Denn weder Armin Laschet noch gar Annalena Baerbock gelten jetzt als Favoriten für die Merkel-Nachfolge, sondern jener Olaf Scholz, den seine eigene Partei als Vorsitzenden verschmähte. Und das liegt an zwei Faktoren, die auch die Linksmedien oder mehr oder weniger fragwürdige Umfrageergebnisse nicht herbeimanipulieren könnten. Zum einen daran, dass die CDU einen in der Außenwirkung völlig ungeeigneten Kanzlerkandidaten nominiert hat, nur um Angela Merkel mit der Verhinderung von Friedrich Merz zu befriedigen. Und zum anderen, dass die SPD-Strategen ganz richtig erkannt haben, um was es bei dieser Wahl für viele, ja wohl die meisten Wähler geht: Um die nächste Person im Kanzleramt.

Unter diesem Gesichtspunkt erscheint ein Scholz Millionen rat- und orientierungslosen Maskendeutschen noch als die erträglichere Kanzlervariante – wie illusionär und falsch das auch immer sein mag. Denn natürlich würde Scholz ins Kanzleramt eine linksideologisch orientierte Partei mit einschleusen, die dem herrschenden Wahnsinn in Deutschland noch die Sporen geben wird. Was allerdings nach der verhängnisvollen Merkel-Ära das Abstiegstempo in Staat und Gesellschaft nicht mehr allzu sehr verschärfen könnte. Denn so ungefährdet linksgrün wie Merkel wird Scholz in einer Koalition mit der FDP oder gar der schwer angeschlagenen Union in der Opposition nicht mehr agieren können. Dazu fehlt dem SPD-Kandidaten auch jenes Charisma, das Gerhard Schröder 1998 noch mitbrachte.

In der Endphase des Wahlkampfs will jetzt die inhaltsleere, von Merkel erfolgreich ruinierte Union mit der Warnung vorm „Linksrutsch“ (Söder) das Blatt zu ihren Gunsten wenden. Doch dieser Versuch soll ausgerechnet einer Partei zugutekommen, die alles mitgemacht hat und mitmacht, was den real tatsächlich längst existierenden Linksrutsch in Deutschland gefördert und dynamisiert hat. Das ist verlogen und offensichtlich unglaubwürdig. Ernster zu nehmen sind die Stimmen im konservativen Bereich, die in der Wahl von CDU/CSU das sogenannte „kleinere Übel“ zu erkennen glauben. Wieder einmal, wie ich als Altbundesrepublikaner nicht ohne Sarkasmus hinzufügen möchte. In den 16 Merkel-Jahren war das „kleinere Übel“ jedenfalls das kleinere gewiss nicht!

Richtig an diesen Warnungen aus dem konservativen Bereich, der immer noch größte Distanz zur AfD pflegt, ist die Vermutung, dass eine von Scholz geführte Koalition keine Verbesserung der Situation in Deutschland bringen wird. Aber würde diese Verbesserung eine Koalition mit einem Kanzler Söder oder auch Merz bringen?
Zumindest für die patriotisch-nichtextremistische Rechte ist klar: Keine Koalition, kein Kanzler der vier etablierten Parteien, die demnächst die neue oder auch alte Regierungskoalition für den Bund aushandeln, wird willens und fähig sein, die massiven Fehlentwicklungen im Land zu korrigieren, geschweige denn zu wenden. Weder mit Scholz noch dem „kleineren Übel“ gibt es ein Entrinnen aus dem Unheil, das längst nur mit einem radikalen, also an die Wurzeln gehenden Neuanfang zu überwinden sein wird.
(pi-news.net)

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