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Der Fall Kauder – oder die SB-CDU

Wie ein MdB in ein Museum als Sommerloch fiel


Eigentlich wäre der Politiker Volker Kauder dort nicht so sehr aufgefallen, wo sonst auch mal Puppen und ausgestopfte Viecher den Festsaal des Gewerbemuseum füllen. Vorausgesetzt, er wäre wie diese stiumm geblieben in seinem Bundestagsvorwahlkampf.
(tutut). Es war mal nicht der Siegfried, nicht der kleine Kauder, der für lokale Schlagzeilen sorgte, sondern der Volker, der große Kauder. Der suchte sich wohl schlicht ein Museum als Sommerloch aus. Und ist hineingefallen. Und mit ihm die ganze lokale Spaichinger CDU, seit dem dort vernichtend verlorenen Bürgermeisterwahlkampf des Kreisvorsitzenden sowieso ins Wachkoma verfallen.
Offensichtlich gewohnt, sich als Partei der Stadt selbst zu bedienen, sollte der große Kauder das Gewerbemuseum Spaichingen besuchen, damit wohl das Lokalblatt etwas zum Lobsudeln hat, auch wenn jeder im Umkreis  Museum und Kauder kennt und dieser sicher sich solche langweiligen Touren schenken würde,  würden sie nicht auf Paper begleitend beklatscht werden.

Stadttragend: Spaichingens CDU-Bürgermeister Hans Georg Schuhmacher...
Dass inzwischen bei der Spaichinger CDU, und nicht nur bei der, Endzeitstimmung ausgebrochen zu sein scheint, wie das politische Harakiri des CDU-Kreisvorsitzenden gegen den amtierenden CDU-Bürgermeister zeigte, lässt sich auch an einer Verwilderung der Sitten ablesen, in deren Verlauf demokratische Regeln und drei Stadträte auf der Strecke geblieben sind. Davon bekommen allerdings die Leser des monopolen Lokalblatts kaum etwas mit. Wie im Krimi stets der Gärtner der Mörder ist, muss in Spaichingen an allem Übel, das der CDU widerfährt, der CDU-Bürgermeister schuld sein.

...ausgerutsch ins Sommerloch: Volker Kauder (CDU).
Dies nährt irgendwie den Verdacht, als könnten der zum Präsidenten aufgefahrene MdL Wolf und der zum Zweitgrößten Deutschlands hochgeschriebene MdB Kauder in der Zwischenzeit schon mal was von diesen kreiseigenen CDU-Umtrieben mitbekommen haben.Einer allein kann doch eigentlich nicht soviel Unfug anstellen, oder?
Jetzt also sollte der Kauder ins Museum, von heimatlichen Gefühlen überwältigt, aber Politik sollte er da auf Wunsch des Bürgermeisters nicht machen, wenngleich - Kauder und Politik imMuseum - hätte es einen passenderen Ort geben können? Dagegen sind Kühler von Rolls Royce bei Hogri, mit denen Kauder in einer Ersatzhandlung Vorlieb genommen hat, eine laue Sache.
Der Böse, so vermeldete es ein Begleitorgan der CDU-Chose, war natürlich wieder der Bürgermeister. Was muss sich auch der Hausherr einmischen, wenn die CDU ungeniert sich öffentlicher Spaichinger Gebäude bedient, um einen Volker Kauder in einem Museum vorzuführen?  Für den Schultes eine "klammheimliche" Veranstaltung" als "Stein des Anstoßes". Um Aufklärung bemüht sich deshalb der "Stadtspiegel", und siehe da, es war wirklich alles ganz anders, als beleidigte CDU-Leberwürste es weiszumachen versuchten.
Denn von dem geplanten Museumsauftritt Kauders hatte der Bürgermeister durch eine Einladung an ihn als CDU-Mitglied erfahren. Diese Art der stillen lauten Post hat bei der CDU offenbar  schon Tradition, war der Bürgermeister auf diese Weise doch sogar als CDU-Mitglied vom Gegenkandidaten um Wahlkampfunterstützung gebeten worden.
Der "Stadtspiegel" berichtet: "Angefragt beim Vorsitzenden des CDU-Stadtverbandes, wer denn eine solche Veranstaltung in einem städtischen Gebäude genehmigt habe, erhielt er zunächst lediglich die Auskunft, dass er - der Vorsitzende - die Angelegenheit an das Abgeordnetenbüro in Tuttlingen weitergeleitet habe. Schuhmacher hatte deswegen angefragt, weil es den politischen Parteien bekannt ist, dass in öffentlichen städtischen Gebäuden keinerlei Wahl- oder Politikveranstaltungen durchgeführt werden sollen, um auch die Neutralität der Stadt zu wahren. Bereits beim Besuch des damaligen Ministerpräsidenten Mappus in Spaichingen vor zwei Jahren, hat der CDU Stadtverband unter dem damaligen Vorsitzenden Tobias Schumacher (Anmerkung: heute immer noch CDU-Kreisvorsitzender) das Gewerbemuseum als Veranstaltungsort ausgewählt, ohne eine entsprechende Veranstaltungsgenehmigung von der Stadt einzuholen. Seinerzeit hatte Bürgermeister Schuhmacher die Veranstaltung im Nachhinein zugelassen, um nicht den Eindruck zu erwecken, als würde man den Ministerpräsidenten nicht willkommen heißen wollen.
'Bereits zu diesem Zeitpunkt stand aber fest, dass die Stadt zukünftig keinerlei politische Veranstaltungen in städtischen Gebäuden zulassen wird. Würde man dies zulassen, müsste die Stadt allen Politikern, die dies wünschen - aus Gleichbehandlungsgrundsätzen - Veranstaltungsräume zur Verfügung stellen, selbst dann, wenn der Auftritt keinen kommunalpolitischen Bezug hat. Zum zweiten wäre gerade die gebotene Neutralität der Gemeinde gefährdet, was Bürgermeister Schuhmacher vermeiden will. Dies war schon immer Grundregel in Spaichingen, dass in unseren Gebäuden keine politischen Veranstaltungen durchgeführt werden, Ausnahmen hat die Stadt lediglich zu Wahlkampfzeiten zugelassen, wenn es um Podiumsdiskussionen mit allen Kandidaten geht', so Schuhmacher."

Das Zustandekommen des geplanten Kauderbesuchs im Museum klingt recht abenteuerlich, dabei wäre doch alles gar nicht so schwierig, wenn in der Spaichinger CDU übliche Benimmregeln beachtet würden. Die Gefragen hätten die CDU auch gleich weiter an die Stadt verweisen müssen.Der "Stadtspiegel" weiter:
"Bürgermeister Schuhmacher fragte sich nunmehr durch und erhielt von der Museumsleiterin Feldes die Information, dass Frau Karin Pfriender bei ihr angefragt habe, ob das Gewerbemuseum für den Besuch von Volker Kauder genutzt werden könne. Die Museumsleiterin betrachtete dieses Gespräch als informell und bot die Möglichkeit eines Museumsbesuchs durch Volker Kauder an, gegen welchen an sich ja auch nichts einzuwenden gewesen wäre. Die Anfrage bezog sich allerdings auch darauf, dass man nach einem Rundgang des Abgeordneten  mit dessen  Begleitern auch die Möglichkeit bieten wollte, mit den Begleitern und Interessierten bei Bewirtung durch den Heimatverein mit dem Abgeordneten über Politik zu diskutieren. Bürgermeister Schuhmacher war hierüber sehr  verärgert. Ungeachtet dessen, dass der Stadtverband, ohne zumindest ihn als Hausherrn darüber zu informieren gleich wie beim Besuch von Herrn Mappus vorgegangen ist, sollten nunmehr - wieder hinter dem Rücken des Bürgermeisters - Fakten geschaffen und das Gewerbemuseum als politischer Veranstaltungsort genutzt werden. Auch neuerlich wurde der Bürgermeister nicht informiert - wäre da nicht die Einladung  an ihn versandt worden.

Bürgermeister Schuhmacher teilte nunmehr der CDU mit, dass Herr Kauder gerne zu einer  Führung durch das Museum eingeladen und willkommen sei, allerdings eine Aussprache im Museum nicht stattfinden könne, weil dies eine politische Veranstaltung sei, die in keinem Bezug zum Museum steht. Für einen solchen Fall hätte die CDU das Museum anmieten und die Veranstaltung auch als politische Veranstaltung deklarieren müssen. 'Offensichtlich wollte man sich hier bei schönem Ambiente die Miete und die Genehmigung ersparen, was natürlich nicht geht', teilt Bürgermeister Schuhmacher mit.

'Ich bin sehr verärgert über die Selbstherrlichkeit bestimmter Personen im Stadtverband der CDU, die einfache Grundregeln, die sie kennen müssten, nicht beherzigen. Es ist schade, dass gerade der neue Stadtverbandsvorsitzende Ralf Ellenberger die Suppe auslöffeln muss, die ihm jetzt andere eingebrockt haben', so der Bürgermeister. 'Dass Frau Braungart vom Heuberger Boten dies einmal mehr zum Anlass nimmt, gegen mich Stimmung zu machen, wird der Sache zwar nicht gerecht, belegt aber einmal mehr, dass saubere Sachverhaltsrecherche nicht Hauptanliegen der ortsansässigen Redakteurin ist. Wahrscheinlich bringt Stimmungsmache mehr Effekt als Berichterstattung', schließt Bürgermeister Schuhmacher ab".Wie schrieb doch noch das Lokalblatt reichlich dümmlich, so als wäre Kauders Sommerlochtour ein Staatsbesuch?

Er darf hinein - nur ohne Politik
Fast hätte es um Kauder-Besuch diplomatische Verwicklungen gegeben.
Realsatire
Psst! Bloß kein Wörtchen Politik im Gewerbemuseum
So schön und so harmlos hatte es sich der CDU-Kreisverband ausgedacht. Und dann hätte es fast ein diplomatisches Debakel gegeben. Vorneweg: Es stimmt nicht, dass Bürgermeister Hans Georg Schuhmacher Volker Kauder ausgeladen hat. Es ist, wie immer in Spaichingen, um Nuancen anders. Aber der Reihe nach:"...
Wer's derReihe nach wissen will, muss halt den "Stadtspiegel" lesen. Oder die NBZ.  So ist es mit der Realität in Spaichingen. Alles andere ist eben Realsatire. Inzwischen auch die Spaichinger CDU?