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Der gespaltene Landrat

Die Landesregierung hat Mitwirkungsrecht bei der Wahl 

Aus dieser Rappelkiste kommt der neue Landrat nicht. Die Klappe bleibt zu.
(tutut). Wenn der Kreis Tuttlingen im März einen neuen Landrat wählt als Nachfolger von Guido Wolf, der als CDU-MdL nun als Präsident Sitzungen des Landtags leiten darf, kann es sein, dass die Zeit der CDU-Dominenz im Landratsamt endet. Zumindest wäre es politisch logisch, nachdem die CDU ihre absolute Mehrheit im Kreistag verloren hat. Da die Bevölkerung im Gegensatz zu Bayern in Baden-Württemberg den Landrat nicht wählen darf, ist es ihrmeistens ziemlich egal, wer das Landratsamt leitet und ansonsten den Kreisgrüßaugust machen darf. Weniger bekannt sein dürfte deshalb, dass ein Landrat als Behördenchef eine gespaltene Amtsperson ist und in Doppelfunktion agiert.
Einmal ist der Landrat Beamter des Kreises. Gleichzeitig ist er aber auch Leiter der staatlichen unteren Verwaltungsbehörde. Deshalb hat das Land bei der Wahl des Landrates gewisse Mitwirkungsrechte. In derLandkreisordnung § 39, Absatz 3, heißt es:
"Der Ausschuss...legt dem Innenministerium die eingegangenen Bewerbungen mit den dazugehörigen Unterlagen unverzüglich vor. Das Innenministerium und der Ausschuss benennen gemeinsam mindestens drei  für die Leitung des Landratsamts geeignete Bewerber, aus denen der Kreistag den Landrat wählt. Können Innenministerium und Ausschuss keine drei Bewerber nennen, so ist die Stelle erneut auszuschreiben.  Dies gilt nicht, wenn der Ausschuss auf die Bennnung weiterer Bewerber verzichtet. Können sich Innenministerium und Ausschuss nach der zweiten Ausschreibung nicht einigen und deshalb dem Kreistag nicht die erforderliche Zahl von Bewerbern benennen, entscheidet die Landesregierung nach Anhörung des Ausschusses , aus welchen Bewerbern der Kreistag den Landrat wählt; dabei sind die Bewerber zu berücksichtigen, über deren Benennung sich Innenministerium und der Ausschuss nach der zweiten Ausschreibung geeinigt haben".
Um die Landratsstelle in Tuttlingen bewerben sich zwei Kandidaten, ein CDU'ler und ein Freier Wähler. Das Innenministerium hat sich bisher nicht eingemischt. Es ist im Land auch noch nie vorgekommen, dass die Landesregierung über Bewerber entschieden hat. Stellvertreter desLandrats ist der sogenannte Erste Landesbeamte. Er ist staatlicher Beamter und wird vom Innenministerium in Absprache mit dem Landrat ernannt. Er gilt als reine Repräsentanz des Staates auf der unteren staatlichen Verwaltungsebene und nimmt vor allem Aufgaben im Bereich der staatlichen unteren Verwaltungsebene und nimmt wahr. Eer kann den Landrat nicht im Vorsitz des Kreistags, wohl aber in den Ausschüssen vertreten.
Wer ein paar Jahre zurückblickt auf die Geschichte des Kreises Tuttlingen allgemein und auf die Besetzung der Spitzenpositionen im Landratsamt, wird merken, wie eng verflochten Land und Regierungspartei waren. So war Volker Kauder z.B.einige Jahre Erster Landesbeamter als staatlicher Beamter. Gleichzeitig war er auch Kreisvorsitzender der CDU. Und vom bisherigen Landrat Guido Wolf lässt sich als  CDU-MdL sicher auch nicht behaupten, dass das Eine vom Anderen streng getrennt war.

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