Springe zum Inhalt

Der Hüfinger Herrgottstag

An Fronleichnam 450 Meter langer Blumenteppich ausgebreitet

(tutut). Eine Lütticher Nonne hatte im 13. Jahrhundert eine Vision, ihr Bischof machte ein Fest daraus, ein Papst übernahm dies für die ganze Katholische Kirche. Fronleichnam war geboren. Im 19.Jahrhundert war es der Hüfinger Franz Xaver Reich, der aus Italien die Anregung für Blumenteppiche an Fronleichnam mitbrachte. Er begann 1842 mit einem solchen Blütenbild vor seinem Haus, Nachbarn folgten, bald war der ganze Prozessionsweg an Fronleichnam mit einem Blütenmeer bedeckt, von der Kirche zum oberen Tor beim Fürstlich Fürstenbergischen Altenpflegeheim und auf der anderen Seite der Straße zurück bis zur Kirche. 450 Meter lang und 1,80 Meter breit ist dieser Hüfinger Blumenteppich, inzwischen von Tausenden von Besuchern bewundert.

Den Blumenteppich gibt es nicht jedes Jahr, an diesem Fronleichnam war es im 21. Jahrhundert erst das dritte Mal. Die Vegetation ist entscheidend. Wenn die Wiesen der Baar noch nicht blühen oder bereits verblüht sind, können keine Blüten für den Teppich gesammelt werden.

Sechs Tage vor dem Hüfinger Herrgottstag steht fest, ob der Blumenteppich gelegt werden kann oder ob nur Teppiche an den vier Stationsaltären gestaltet werden. Welche Blumenarten, welche Motive verwendet werden, ob eine Schablone benützt wird oder ob man ein Bild gestaltet, entscheiden die Anlieger bzw. die Vereine und sonstige Gemeinschaften selbst.

Wochen vor dem Fest, so informiert die Katholische Kirchengemeinde Hüfingen,zeichnet man Vorlagen, Symbole und Muster für den Teppich. Vier Tage vor dem Fest werden die Blumen gepflückt und in kühlen Räumen aufbewahrt. Die Bilder werden auf Packpapier geklebt, die Ornamente mit Hilfe von Schablonen direkt auf die Straße gelegt. So entsteht ein druchgehender Blumenteppich, der in seiner ganzen Länge mit Farn umrandet wird. Am Fronleichnamstag  um 4 Uhr sind die Hüfinger auf der Straße und legen ihre kleinen und großen Kunstwerke auf den Prozessionsweg. Ab 8 Uhr kann die ganze Pracht besichtigt werden. Wenn um 8.30 Uhr die Prozession beginnt, ist die ganze Innenstadt Gottesdienstraum. Die Prozessionsteilnehmer und Zuschauer erlebten einen "Triumphzug Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie".

Das Fronleichnamsfest ist ein Hochfest im Kirchenjahr der Katholischen Kirche, mit dem die leibliche Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie gefeiert wird. Die Bezeichnung Fronleichnam leitet sich vom mittelhochdeutschen vrône lîcham „des Herren Leib“ ab. Fronleichnam wird am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitsfest begangen, am 60. Tag nach dem Ostersonntag. Der Donnerstag steht in Verbindung zum Gründonnerstag und der damit nach Kirchenglauben verbundenen Einsetzung der Eucharistie durch Jesus Christus selbst beim letzten Abendmahl.In Ländern, in denen Fronleichnam kein gesetzlicher Feiertag ist, kann das Hochfest auch am darauffolgenden Sonntag gefeiert werden.

Die Anregung zu der Schaffung dieses Festes geht auf eine schon erwähnte Vision der heiliggesprochenen Augustinerin Juliana von Lüttich im Jahr 1209 zurück. Diese berichtete, sie habe in einer Vision den Mond gesehen, der an einer Stelle verdunkelt war. Christus habe ihr erklärt, dass der Mond das Kirchenjahr bedeute, der dunkle Fleck das Fehlen eines Festes des Altarssakraments. Aus der Einführungsbulle ist aber auch zu vernehmen, dass Papst Urban IV. als primären Einführungsgrund des Festes den siegreichen Triumph über die Ketzerei favorisierte, die die Transsubstantiation, die Wandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Jesu Christi in der Heiligen Messe, geleugnet hätte.