Springe zum Inhalt

Der Schleier der Geschichte lichtet sich

Balgheim 900 Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung

(tutut). Es ist nicht der "Nebel des Grauens", wie ein spannender Gruselfilm hieß, der über Balgheim bein Spaichingen wabert. Über das kleine Dorf lichtet sich gerade der Schleier der Geschichte. Die Feiern zum 900. Jubiläum der (wahrscheinlich) ersten urkundlichen Erwähnung 1213 werfen ihre Fackeln voraus. Mit den Urkunden von Klosterbrüdern ist das so eine Sache, denn Klöster waren im Mittelalter die größten Fälscherwerkstätten. Insofern wird wohl überall auch so manches falsche Jubiläum gefeiert. Macht aber nichts,denn bewohnt waren solche Gegenden stets schon viel früher. Neandertaler haben nichts Schriftliches  hinterlassen.
Das mit dem "Ursprung der Prim" bei Balgheim ist nicht sonderlich bemerkenswert, da es sich eher um ein Rinnsal handelt, interessanter ist schon, dass die Spaichinger in den Genuss dieses Wassers vom Dreifaltigketsberg kommen, weil sie die Quellen den Balgheimern abgekauft haben. Eine fatale Entscheidung im Hinblick auf den Verlust eines eigenen Brunnens durch Verunreinigung. Dass Balgheim auf der Europäischen Wasserscheide liegt, hat Nordsee und Schwarzes Meer bisher nicht sonderlich beeindruckt.
Immerhin hat das heute rund 1150 Einwohner zählende Dorf ein über ein 300 Jahre altes Schlösschen mit oft wechselnden Besitzern und damit der Nachbarschaft einiges voraus. Mitte des 19. Jahrhunderts von den Waldburg-Zeil-Trauchburgern als ein ehemaliger Verwaltungssitz verkauft, verwahrloste das Anwesen mehr noch als die Kinder, für die es zuerst Besserungsanstalt werden sollte, danach Fabrik wurde, auch der Spaichinger Unternehmer Manfred Ulmer fing hier nach dem Krieg an, bis es schließlich nach Zwangsversteigerung in den 1980er-Jahren in die richtigen Hände fiel und vom häßlichen Entlein zum stolzen Schwan wurde.
xx