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Der schwarze Wutbürger

Ein klein wenig besorgt sein wird man doch noch dürfen, oder?

(www.conservo.wordpress.com)

Von Alex Cryso

Gleiches Modell, verschiedene Ausführungen? Nach der Begriffsdefinition von Google gilt der „Wutbürger“ als eine Person, die aus Enttäuschung über bestimmte politische Entscheidungen in sehr heftig protestierender und demonstrierender Weise auftritt.

Zuletzt fiel der Ausdruck immer wieder in Bezug auf die neuen Patrioten – allen voran die Menschen aus dem Osten, um dem Ganzen noch ein verhöhnendes „Mimimi“ draufzusetzen: Für jene Art von Jammerlappen, der sich ungerecht behandelt fühlt – sei es nun vom Schicksal, vom Staat oder den eigenen Landsleuten. Für die Jahrzehnte im DDR-Gefängnis, aber auch den angeblichen Neid auf Flüchtlinge und Ausländer, die doch soviel mehr Geld, Zuwendung und Privilegien erhalten als der Bruder des Wessis aus dem Osten. Ideengeber des Mimimis ist anscheinend wohl eine Figur aus der Muppet Show: Nämlich Beaker (aus dem Englischen „beak“ = Schnabel, Schnauze), der trottelige Assistent des Erfinders Dr. Honigtau Bunsenbrenner. Beaker hat keinen Plan, wird schnell hysterisch, stammelt mit hoher Stimme die immer gleichen Wortlaute daher und genau als eine solche Witzfigur werden deutsche benachteiligte und dementsprechende wütende Menschen auch betrachtet.

Seit dem Tod von George Floyd tut sich jedoch eine ganz neue Art des Wutbürgers auf, die allgemein leider allzu viel Verständnis und Nachahmung findet: Es ist der randalierende, mordende und plündernde Benachteiligte, der wie ein Berserker um sich schlägt und alles niedermäht, was sich ihm in den Weg stellt. Interessanterweise wurde genau diesen Menschen sämtliche Möglichkeiten eingeräumt, die für die weißen US-Amerikaner ebenfalls zur Verfügung standen: Bildung, Karriere, freie persönlichen Entfaltung, politisches Mitspracherecht usw. Dass sich das Märchen vom anti-schwarzen Rassismus dennoch bis heute hält, hat mehrere Gründe: Zum einem am Mythos vom ewig ausgebeuteten und unterdrückten Schwarzen – und hier darf das Mimimi beziehungsweise der Schwarze Peter gerne an die Dunkelhäutigen weitergegeben werden.

Zum anderen natürlich daran, dass mutmaßlich viele Schwarze kriminell werden, keine Jobs haben, Ghettos bilden und das Sozialverhalten zu wünschen übrig lässt. Im linken Jargon wird das Ganze natürlich komplett anders dargestellt: Endlich begehren die Schwachen gegen die weiße Herrenrasse auf, immer die Faust gen Himmel gestreckt, um dabei von weißen Linken, Zivilisationskranken und Frustrierten fatale Unterstützung zu erhalten. Und Wutbürger ist eben nicht gleich Wutbürger: Hier der Ossi mit Tennissocken, Käppi und Knautschgesicht auf der einen, dort der muskulöse anmutige afrikanische Kämpfer aus glänzendem Ebenholz auf der anderen Seite. Alles eine Frage der Interpretation und der Übermittlung.

Bleibt in diesem Zusammenhang und im Zeichen der globalen Chaostage nur noch abzuwarten, wie sich die neu gegründete Migrantifa entwickelt: Jener Zusammenschluss aus Antifa und vornehmlich afrikanischen "Flüchtlingen", von denen nicht wenige den Umgang mit der Waffe kennen und in tatsächlichen Krisengebieten gedient haben. Natürlich fungiert einmal mehr der momentan nicht mehr wegzudenkende Rassismus als Aufhänger für weitaus schlimmere Taten. Und ganz ehrlich: Ein klein wenig besorgt sein wird man ob der ganzen Entwicklungen doch noch dürfen, oder?

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