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Deutschland einig Petzer-Land

Die Maske weg … die Reihen fest geschlossen!

Von PETER BARTELS

Wem die Stunde schlägt, dem schlägt auch manchmal das Gewissen… Auch wenn BILD-Chefredakteur Julian Reichelt nach dem Millionen-Protest in Berlin verkniffen schreibt: “Warum Corona für die Politik genauso gefährlich ist wie für unsere Gesundheit“. Immerhin, er schreibt…

Mein „Gefühl“: Taktgeber für die BILD-Story (Seite 2, unten) war Springer-„CEO“ (blöddeutsch: Vorstandsvorsitzender) Mathias Döpfner. Und so staunt Reichelt folgsam wie angewidert:
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Auf einer der irrsinnigsten Demos der deutschen Geschichte wehen in Berlin Regenbogenfahnen neben der bei Neonazis beliebten Fahne des Kaiserreichs (Schwarz-Weiß-Rot, auch die Farben der Nazis). Grüne Studienräte marschieren neben Hakenkreuztattoos. Friedensbewegte und Profisportler mit dunkler Hautfarbe in Rufweite von Rechtsextremen. Menschen ohne Maske demonstrieren gegen eine „Maskendiktatur“ …

Weiter im Corona-Takt keucht er:
Gleichzeitig toben auf Twitter die Bewahrer der einzig wahren Haltung, die vor wenigen Tagen noch ohne Maske mit Tausenden in Berliner Parks feierten und vor wenigen Wochen noch ohne Maske zu Zehntausenden für „Black Lives Matter“ demonstrierten, über die „Covidioten“. Was rücksichtslos ist, hängt plötzlich von der Gesinnung ab…

Nein, er hat nicht den Mumm, zu schreiben, was er sogar im Springer-TV, wenn auch in vorauseilendem Merkel-Gehorsam geschnittenen TV-Bildern, „faktisch“ gesehen hat – es waren nicht Tausende, es waren Hunderttausende, nicht „über 20.000“, sondern eher über 1 Million. So what, wer „fühlt“, braucht keine Fakten. Und so lachten und schlenderten sie „gestern“ Arm in Arm ohne Maske aber mit Mut auf der Straße des 17. Juni… Und so mosert heute der fanatische „Linke“ Julian (40), obwohl auch er weiß, dass erwiesenermaßen „nur“ 78 Prozent aller Greise, wie der zum Postboten degradierte Franz Josef Wagner (77), von Corona (vielleicht!!) dahingerafft werden (drunter selten, Kinder nie):

Lasst die Demonstranten sterben

Journalisten und Talkshow-Gäste fordern auf Twitter, dass man Personalien der Demonstranten aufnehmen solle, um ihnen eine Behandlung, ein Beatmungsgerät zu verweigern, sie sterben zu lassen, sollten sie an Corona erkranken. Herzchen und Likes für die Idee, im Krankenhaus nach politischer Gesinnung zu selektieren. So weit sind wir gekommen. Menschen, die eben noch gegen „Polizeigewalt“ demonstrierten, fordern nun den Einsatz von Wasserwerfern…

Ja und dann hat auch Julchen Reichelt wieder das hinlänglich gefürchtete „Gefühl“, wie 99,8 Prozent aller (deutschen!) Journalisten mit und ohne Volontariat, mit oder ohne Studium, mit oder ohne rotes oder grünes Parteibuch:

Auf beiden Seiten des Irrsinns habe ich das Gefühl, man sehnte sich steigende Infektionszahlen nach „Black Lives Matter“-Demos oder der Berliner Kundgebung vom Wochenende geradezu herbei, nur um zu belegen, dass die andere Seite Tod und Verderben bringt, und sie dann mit unerbittlicher Härte zu verfolgen…

Sein Crescendo steigert sich unter dem „gefühlten“ Taktstock seines „CEO“ (dirigierte Witwe Friede mit?) zum anschwellenden Bocksgesang, den Botho Strauß schon vor Jahren im SPIEGEL voraussagte:

Das Geschrei, das wir derzeit erleben, ist nicht der schräge, schrille Klang der Meinungsfreiheit. Es ist das Schnarren, das die Meinung der anderen tilgen will… Das politische Klima wird immer irrationaler, irrsinniger und feindseliger – und das, obwohl Sommerferien sind, das Wetter schön ist und Millionen Menschen (fast) voll bezahlt freihaben. Aber man spürt bei vielen bereits die Sorge und die Gereiztheit der aufziehenden Rezession…

Winter der Wahrheit

Schließlich läßt Julchen („gefühlt“ Mathias?) die Corona-Katze endgültig aus dem Sack: „Es wird ein langer Winter der Wahrheit werden, der wahren Pleiten und wahren Arbeitslosenzahlen. Wenn erste Politiker (Söder!) … jetzt vorschlagen, das Kurzarbeitergeld „bis weit ins nächste Jahr“ zu verlängern, dann lautet die Übersetzung: Der Staat bzw. der Steuerzahler zahlt die Gehälter, bis der Wahlkampf 2021 so gut wie ausgestanden ist …

Endlich scheinen die Totengräber von Springer die Posaunen des Gesunden Menschenverstandes der Gevatter Axel, Rudolf, Henri u n d Franz Josef Strauß aus dem Himmerl tröten zu hören:

Im Arbeitsmarkt lauert millionenfach die Radikalisierung, die wir am Wochenende auf der Straße und in den sozialen Medien erleben konnten. Es wird einen großen Unterschied machen, ob die Menschen mit oder ohne Arbeit auf die Infektionszahlen blicken. Wer die Gereizten jetzt als die neuen Besorgten abtut, wird sie verlieren (oder mit Kurzarbeitergeld kaufen müssen)…

Schließlich darf Julchen aber doch noch etwas ideologisch staunen und eiern: Wenn auf Demos Regenbogenfahnen und Schwarz-Weiß-Rot nebeneinander wehen, dann sollten wir erkennen: Corona ist für die Politik genauso unberechenbar und gefährlich wie für unsere Gesundheit.

PS Reichelt: Deutschland hat Corona bisher besser überstanden als viele andere Länder … Warum? Ich glaube (er weiß nicht, also glaubt er wieder!) … Wir halten uns gern an Regeln … Wir melden gern die, die sich nicht an Regeln halten … Wir stecken unsere Eltern und Großeltern nicht an, weil wir sie nur selten sehen und schon gar nicht mit ihnen wohnen (anders als im Süden Europas) …

PPS Reichelt: Wir können es uns leisten, monatelang auf Kurzarbeit zu Hause zu sitzen, weil wir dafür seit Jahren sehr viel gearbeitet, sehr viel hergestellt, sehr viel in alle Welt verkauft und sehr viel Steuern bezahlt haben.

PPPS Reichelt: Wir haben ein Gesundheitssystem … in dem NRW mehr Beatmungsbetten hat als ganz Italien … Stattdessen aber sehe ich Spaltung und Wut, Radikalisierung und Gereiztheit, gleichzeitig überhebliche und gefährliche Selbstzufriedenheit.

Für Rote und andere Nah-Tote …

Schwarz-Weiß-Rot war die deutsche Kaiserfahne der Hohenzollern. Ein Bernhard Thiersch schrieb 1830:

„Ich bin ein Preuße, kennt ihr meine Farben?
Die Fahne schwebt mir weiß und schwarz voran!
Daß für die Freiheit meine Väter starben,
Das deuten, merkt es, meine Farben an.“

Dann haben sich die Nazis die Kaiser-Fahne gekrallt. Und seit „kurz danach“ ist sie „verboten“. Obwohl 1955 noch 43 Prozent der Deutschen sie wieder haben wollten. Heute gehen die deutschen Kaiser-Farben immer noch (wieder?) auf „die in Ägypten entstandene rot-weiß-schwarze arabische Befreiungsflagge“ zurück (Wiki), dito im Jemen Irak, Syrien, Sudan. Und natürlich Ägypten…
(pi-news.net)

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