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Deutschland: Ganz unten

Zählen Ehre, Würde und Verantwortung nicht mehr?

Von WOLFGANG HÜBNER

Seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 war der politische, geistige und bald auch wirtschaftliche Zustand unserer Nation und des Staates, aber auch unseres Volkes noch nie so erbärmlich, so heruntergekommen, das Eigene so verachtend wie in diesem Herbst 2022 am Vorabend des Tags der deutschen Einheit. Und wenn es wirklich noch eines Beweises für dieses niederschmetternde Urteil bedurft hätte, dann hat ihn die offizielle deutsche Reaktion in Politik und den Systemmedien nach dem Terroranschlag auf die Gasleitungen in der Ostsee geliefert.

Diese Reaktion war und ist nichts anderes als das klammheimliche Einverständnis mit einer verbrecherischen Tat, die jeden anderen Staat, jedes andere Volk auf dieser Welt zutiefst erschüttern und empören würde. Dass sich jedoch der deutsche Staat und sein Machtkartell weder erschüttert noch empört, sondern fast unverhohlen erleichtert als gehorsam gezüchtigter Vasall erweist, zeigt: Deutschland ist ganz unten.

Es spricht inzwischen alles gegen den sowieso absurden Verdacht, Russland habe gegen alle eigenen Interessen die Leitungen zerstört. Vielmehr kann die Frage nur sein, welcher der westlichen NATO-Partner die Tat vollbracht hat, wobei die USA und Großbritannien in der engsten Auswahl unter den Verdächtigen sind. Und selbstverständlich kann auf keinen Fall ausgeschlossen werden, dass zumindest Teile der Berliner Regierung Komplizen des Anschlags sind, ja vielleicht sogar in dessen Vorbereitung eingeweiht waren.

Haus ohne Hüter
Wer das noch immer für ausgeschlossen hält, der glaubt auch noch daran, wie segensreich die Sanktionen gegen Russland trotz aller ökonomischen und sozialen Verheerungen für Deutschland sind. Oder dass offene Grenzen und die Massenzuwanderung kulturfremder Sozialflüchtlinge Deutschland bereichern statt verarmen. Oder dass Euro und EU auch die Hochinflation unbedingt wert sind.

Thorsten Hinz, neben Manfred Kleine-Hartlage und Michael Klonovsky derzeit der scharfsinnigste Analytiker des deutschen Elends, hat jüngst diesen Staat als „Haus ohne Hüter“ charakterisiert. Nichts könnte treffender sein als diese Formulierung. Das politmediale Kartell der Macht treibt Deutschland von einer selbstzerstörerischen Etappe in die nächste. Doch die Heerscharen der Korrumpierten, Opportunisten und ängstlichen Anpasser in  Gesellschaft, Wirtschaft und Subventionskultur folgen noch widerstandsloser dem Weg in den nationalen Abgrund als ihre Großeltern das vor 80 Jahren taten.

Und die gar nicht so kleine Zahl der Deutschen, die mit Entsetzen, Empörung und Verachtung diese Entwicklung verfolgen, ist (noch?) nicht ausreichend, um mit Aussicht auf Erfolg Widerstand leisten zu können. Doch haben wir nicht längst eine Situation, in der mangelnde Erfolgsaussichten weniger zählen als die Ehre, Würde und Verantwortung derjenigen, die sagen: Nicht mit mir, nur noch gegen uns?
(pi-news.net)

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