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Die Geschichte der sieben Simpel

Kampf der Erleuchteten gegen die Mächte der Einfalt

(tutut). Dies ist die Geschichte der sieben Simpel, die mit ihrem Schicksal haderten und Erleuchtung wollten. Es ist die alte Geschichte vom Kampf der Erleuchteten gegen die Mächte der Einfalt. Der Ursprung der Geschichte liegt im Dunkeln, und so beginnt der Chronist mit den Begebenheiten auf der traditionellen Bergsitzung des Gemeinen Rates von Simplingen.
Der Simplinger Hausberg als Sitz der Dreifaltigkeit wurde in jüngster Zeit immer mehr ein Sammlungspunkt von Einfältigen (lat. simplex, vulgo: Simpel ). Und so versammelten sich die sieben Simpel wie alle Jahre wieder in luftigen Höhen, um der Einfalt zu frönen und gegen die Gruppe der Erleuchteten aufzubegehren.
Während im vergangenen Jahr die sieben Simpel noch etwas holprig hie und da hinter vorgehaltener Hand von Manipulation und Bestechlichkeit nuschelten, wagte es heuer eine Simplicissima keck, einen Erleuchteten als „Arschloch“ zu bezeichnen und empfahl sich dadurch für die nächsthöhere Rangstufe, der Zwiefalt ( lat. duplex, vulgo: Duppel ).
Diese sieben Simpel hoben nun an, einen der Ihren gegen den amtierenden Lichtträger (lateinisch: wer weiß es?) aufbegehren zu lassen. So nahm denn der Ober- Simpel all seinen Mut zusammen und klagte der Bürgerschaft sein Leid: Der Lichtträger leuchte mit seiner Fackel immer nur auf eine Seite, weshalb die Simpel immer nur im Schatten säßen. So werde nur der einen Seite Erleuchtung zuteil, während sie ihr Dasein in Dunkelheit fristen müssten. Es sei nun an der Bürgerschaft, den amtierenden Lichtträger hinfort zu jagen, und dem Ober-Simpel die Fackel der Erleuchtung zu übergeben. So wolle er die Stadt aus dem Dunkel des Primtales herausführen und allen Bürgern Erleuchtung zuteil werden lassen.
Doch herrje, wie sollte er auf Augenhöhe mit dem Lichtträger kommen, mangelte es ihm doch an der nötigen Statur und Größe. Flugs bot Polcius Pilatus, der seine Hände so oft in Unschuld gewaschen hatte, dass sie schon ganz grün waren, den verzweifelten Simpeln seine Hilfe an.  Als ursus saltans viridis ( dt.: grüner Tanzbär ) könne er als Gleicher unter den Egalen für die nötige Korpulenz sorgen. Und so bildeten die Simpel eine Allianz der Zwiefalt, die fortan den Schlaf der Erleuchteten im Gemeinen Rat von Simplingen stören sollte.
Aber der amtierende Lichtträger wusste sich zu wehren und schwang wild mit seiner Fackel der Erleuchtung. So wild, dass sich der Ober-Simpel auf der Bergsitzung die Finger verbrannte und es dem grünen Tanzbär gar übel das Fell versengte.
Getreu der Chronistenpflicht wird fortan an dieser Stelle regelmäßig über den Aufstand der sieben Simpel weiter berichtet werden.

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