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Die Grünen und ihre spezielle Ästhetik

Haben Hypermoralisten noch Sinn für Schönheit?

Von CANTALOOP

Nicht erst seit Hegels Erkenntnissen über die philosophische Ästhetik wissen wir, welche Begebenheiten im Leben wirklich notwendig sind, um das triste Dasein der Menschheit zu bereichern. Und eben auch, dass die Schönheit in all ihren Facetten ein zentrales Element dabei darstellt. Das Ästhetische in Kunst, Kultur und Natur ist vielen Bürgern vertraut, lieb und wichtig.

Diese These trifft jedoch auf viele Wähler und Politiker der „Grünen“ nur bedingt zu. Man ist eben „anders“ – und pflegt dort seit jeher auch einen anderen Wertekanon, bei dessen Inhalten Attraktivität, Stil und Darstellung zumeist nur eine untergeordnete Rolle spielen. Somit ist es nicht weiter verwunderlich, dass ausgerechnet diejenigen Menschen, die, um es vorsichtig auszudrücken, physiognomisch nicht unbedingt bevorteilt sind, ihre politische Heimat verstärkt bei der Ökopartei fanden.

Nichtsdestotrotz darf natürlich niemand nur aufgrund von Äußerlichkeiten auf bestimmte Klischees reduziert werden. Das ist selbstverständlich – und auch in jedem humanistisch begründeten Weltbild konservativ-liberaler Provenienz fest verankert. Leben und leben lassen gilt auch in bürgerlichen Kreisen seit jeher als universelle Devise der Aufklärung.

Der gesellschaftliche Wandel bedingt ein Erstarken der grünlinken Symbolpolitik
Besonders das letzte Jahrzehnt in unserem Hightech-, Einwanderungs- und Wohlstandsland zeigt jedoch, dass es zunehmend immer mehr Menschen gibt, die von der allgemein hohen Anspruchshaltung, dem Leistungsdruck, dem Hedonismus und auch vom ständig anwachsenden Konsum zunehmend verunsichert sind – und sich demzufolge nach anderen, alternativeren Lebensmodellen sehnen.

Ein bißchen mehr „back-to-the-roots“, hinsichtlich von Nachhaltigkeits-Produkten, Bildungsschwerpunkten und tradierten Werten wünschen sich auch viele, nicht grünlinks orientierte Deutsche. Bio-Landwirtschaft, Qualitätserzeugnisse statt China-Schrott – sowie ein ausbalanciertes Öko-Bewusstsein anstelle von Massenproduktion und Mono-Kulturen gehen sicherlich schon in die richtige Richtung. Leider sind dies im Moment nur für Gutverdiener ernstzunehmende Optionen. Grünsein muss man sich eben erst einmal leisten können.

Wenn man auf die Anfänge unserer Bündnis-Grünen zurückblickt, sah man zunächst sehr viele humorlose und ideologisch aufgeladene junge Menschen, die auf ihr äußeres Erscheinungsbild, ihre Umgangsformen und ihren seriösen Auftritt keinen gesteigerten Wert legten. Strickende grüne Spaßbremsen in den Landtagen, unrasierte Turnschuhminister und unflätige Äußerungen gegenüber von Autoritäten sind noch in bester Erinnerung. Ein ästhetisches Benehmen in der Öffentlichkeit hatten damals wie heute nur die Wenigsten von ihnen. Von Geist, Charisma, oder gar Eloquenz ganz zu schweigen.

Der publizistische Konformismus verhindert jede kritische Debatte über die Grünen
Gegen alles Bewährte zu sein und gleichermaßen Radikal-Opposition zu betreiben ist ihr Credo. Es spiegelt, neben ihrer Penetranz auch die sehr spezielle Einstellung zu vielen allgemeinen Themenfeldern wieder. Somit sahen sie sich, ganz im Geiste ihrer 68er-Altvorderen, berechtigt und verpflichtet, die Gesellschaft gemäß ihrer Vorstellungen umzugestalten.

An diese Stelle „switchen“ wir wieder zurück in die Neuzeit. Als die Umwelt-Aktivisten in ihrem steigenden Selbstbewusstsein indessen begannen, ihre schillerndsten, schrägsten und radikalsten Figuren nach vorne ins Rampenlicht stellten, war die logische Folgerung der restlichen Parteien und auch vieler kritischer Bürger daraus, dass man sie trotz bestem Willen einfach nicht für voll nehmen konnte.

Bekannt ist: wer die gesellschaftlichen Normen derart brüskiert, kommt eben nur bei politisch erregten Minderheiten gut an. Ein unbeherrschter Zausel wie Anton Hofreiter oder geifernde Selbstdarsteller vom Schlage einer Roth, Künast oder auch Trittin bedienen lediglich die Interessen von Randgruppen und generieren wahltaktisch ganz sicher keine Mehrheiten.

Die grüne Ideologie ist ein Weltbild, das auf falschen Prämissen basiert
Dies alles hat sich gewandelt, seitdem das Führungsduo der Öko-Partei auch nach ästhetisch-optischen Kriterien ausgewählt wurde. Die putzige Annalena Baerbock mit ihrem moralisch angereicherten Halbwissen – und der lässige Intellektuelle Robert Habeck bedienen zusätzlich zum ohnehin eingefleischten „Juste-Milieu“ noch eine ganz neue Klientel von Wählern.
Gegenentwurf zu Antonia Hofreiter: Grünen-Hipster Baerbock und Habeck.

Nämlich jene ästhetisch Bewussten, die mit schmuddeligen Freaks ohne Selbstkontrolle, oder narzisstischen Eigenbrötlern nichts anfangen können. Die trendigen, urbanen Hipster wollte man erreichen. Denn das Auge isst bekanntlich mit. Und dies wurde, obgleich sich an den radikalen Inhalten der Partei nichts geändert hat, auch von den grünen Bürgerschrecks so verstanden und umgesetzt.

Baerbock und Habeck als ästhetische Antwort
Zudem: dieses perfekt lancierte Führungsduo bietet simple Antworten auf eine vor Komplexität überbordende Welt. Darüber hinaus sind ihr infantiles „Neusprech“ und die politischen Korrektheits-Bekenntnisse, anstelle von dezidierten oder empirisch geführten Auseinandersetzungen, auch für kognitiv Minderbegabte leicht zu verstehen. Doch an der Realität, vielmehr an der normativen Kraft des Faktischen, werden sie letztendlich scheitern.

Denn wessen alleiniges Talent es ist, Verunsicherung auszunutzen, Ängste zu schüren und gleichsam unpraktikable Lösungen vorzugaukeln, der hat in der Tat keinen Plan, kein Konzept – und damit keine Zukunft.

Wer die schönsten Landschaften Deutschlands mit störanfälligen Windrädern, hässlichen Plattenbauten und chinesischen Solar-Panels zupflastert, zeigt einmal mehr, dass ihm weder an Ästhetik noch an Nachhaltigkeit gelegen ist. Denn so ein bis zu 30 Meter breites und zehn Meter tiefes Betonfundament der gerade zahlreich neu entstehenden „Vogelschredder“ lässt sich nicht so einfach wieder zurückbauen.

Zur Not muss man die Bürger eben zu „ihrem Glück“ zwingen
Vieles, was Grüne und Linke derzeit auf Länderebene praktizieren, wird zwangsläufig im Chaos enden. Sie haben einfach keinen Sinn für zeitlose Schönheit, Effizienz, Kultur oder auch Lebensfreude. Stellvertretend sei hier eine Aussage der langjährigen Grünen-Chefin mit eingebauter „Betroffenheitsflatrate“, Claudia Roth, angeführt. Nämlich, dass es ihr persönlich am Kottbusser Tor in Berlin besser als in den heimatlichen bayerischen Bergen gefalle.

Unnötig zu erwähnen, dass auch der Schöngeist der deutschen Sprache keine Gnade mehr findet, im grün-links-feministischen Bestreben, alle gesamtgesellschaftlichen Obliegenheiten „gerecht“ und „genderneutral“ darzustellen.

Abschließend und passend zum neuerlich so „gehypten“ grünen lifestyle, zitieren wir einmal mehr den geläuterten Ex-Hippie Matthias Matussek: „Wenn Woodstock zur Staatsdoktrin wird, hat es jeden Zauber verloren“.

Darauf einen fair getradeten Spinat-Algen-Sellerie-Smoothie. Wohl bekomms!
(pi-news.net)

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