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Die Ignoranz des Bösen als Hauptkonflikt der westlichen Welt

Zur aktuellen Frauen-Köpfung in Marokko

Von SELBERDENKER

PI-NEWS bringt kritisch kommentierte Nachrichten – nicht nur – aber in erster Linie. Das führt natürlich dazu, dass einige Meldungen bald von anderen abgelöst werden, automatisch immer weiter nach unten wandern, bis sie kaum jemand mehr liest. Bestimme Beiträge „wandern“ aber nicht „nach unten“ – jedenfalls nicht in der Art, wie sie sensibel gebliebene Leser geistig und seelisch beschäftigen. Daher ist es auch wichtig und richtig, dass Oliver Flesch und Michael Stürzenberger die aktuelle Frauen-Köpfung in Marokko erneut aufgegriffen haben.

In diesem Text geht es sicher nicht darum, Dinge zu „instrumentalisieren“ oder politisches Kapital aus diesem unsäglichen Horror zu ziehen. Es geht um eine subjektive, sehr persönliche Auseinandersetzung mit einem Thema, das sicher nicht nur dem Autor tief in den Knochen sitzt.

Zunehmende Gewöhnung bringt zunehmende Ignoranz!
In extremen Zeiten ist es keine Auszeichnung, wenn einen das anhaltende Grauen kalt lässt – ganz im Gegenteil. Wir müssen uns unbedingt unsere Sensibilität bewahren. Auch Oliver Flesch betont in seinem kurzen Statement, dass er ein sensibler Mensch ist und sich das Köpfungsvideo der jungen Frau nicht lange ansehen konnte.

Ich hatte beruflich schon mit einigen entstellten, zerstörten menschlichen Körpern zu tun. Sowas ist erschreckend, man kann es aber verarbeiten. Die Bestialität und Abartigkeit, mit der das junge Leben dieser Unschuldigen ausgelöscht wurde, hat bei mir jedoch eine tiefere Wunde hinterlassen, mit der ich noch nicht fertig bin – ohne dass ich mir das Video überhaupt angetan habe.

Wer eine einzige Enthauptung dieser Art gesehen hat, ist vollends bedient. Es ist jedes Mal eine tiefe Verletzung der Seele. Wer anderen, unschuldigen Menschen sowas antun kann – und das mit Freude und sogar Gelächter – hat seine Seele bereits verloren oder verkauft. Was verletzt und schockiert, ist nicht das Blut, nicht die Anatomie, es ist die nackte, kalte Bosheit. Die Bosheit des Menschen zu begreifen, ist hart.

Meiner persönlichen Meinung nach kann man Menschen, die solche Dinge tun, nur neutralisieren – wie auch immer – nur schnell. Das ist nicht „gegen die Menschlichkeit“ in ihrem positiv besetzten Sinn, sondern dient ihrem fundamentalen Schutz. Dabei spielt es auch keine Rolle, aus welchen ideologischen Motiven heraus diese Menschen derart böse geworden sind – egal ob eifernder Moslem, eifernder Kommunist, eifernder Nationalsozialist oder was auch immer. Es ist das Böse!

Wer das Böse ignoriert, dient nicht dem Guten!
Solche Menschen quälen aus Freude am Bösen. Der Schriftsteller Eugen Sorg schrieb zum Thema ein Buch mit dem Titel „Die Lust am Bösen“. Selbst wer nicht an Gott glaubt, muss nach der Lektüre die Existenz des Bösen anerkennen. Ja, auch Mörder aus Freude sind Menschen und, entgegen der üblichen Propaganda, zumeist geistig gesunde, oft sogar oberflächlich nette Leute. Sie sind böse. Wir sehen hier, dass Menschsein keinesfalls vor abgründiger Bosheit schützt – ganz im Gegenteil.

Jedes Raubtier, jede Mikrobe tötet aus edleren Motiven als diese Menschen. Nochmal: Ja, es sind Menschen, die sowas tun. Da gewinnt das Wort „Menschenfreundlichkeit“ plötzlich eine ganz schräge Bedeutung. Natürlich sind auch solche Morde „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. Doch was ist denn überhaupt „Menschlichkeit“? Der Mensch kann mit freiem Willen Gutes tun oder Böses – allein diese Entscheidungsfähigkeit ist wirklich menschlich. Das allein ist wirklich relevant. Nur Menschen quälen aus reiner, perverser Freude am verstandesmäßig wahrgenommenen Leid des Anderen.

Der Kult um die einseitig nur gute „Menschlichkeit“ ist, angesichts menschlicher Bestialität, im Grunde nur ein flaches, unsinniges Konstrukt, das Menschenleben gefährdet, sobald es zur Staatsdoktrin erhoben wird. Aus welchen Motiven heraus lügen denn „gute Menschen“ wie Claas Relotius – es sind doch zuerst uralte Grundmotive des Bösen: Gier und Eitelkeit! Claas verdiente wie ein Prinzchen und wurde von allen möglichen unkritischen, ebenfalls gut bezahlten „Qualitäts“-Idioten überall ausgezeichnet und in den Himmel des Journalismus gepudert. Doch Relotius ist auch nur ein Produkt, ein Symptom – und er ist ganz bestimmt nicht allein. Wer das Böse ignoriert, dient zumindest nicht dem Guten.

Gier, Eitelkeit, Machtsucht und Freude am Leid – sind leider menschlich
Man kann das Böse sehen und bekämpfen, ohne ihm zu verfallen. Man kann sehr wohl Gutes tun, ohne dem Bösen unnötig die Tore zu öffnen. Wer jedoch tatsächlich noch glaubt, dass der Mensch nur gut ist, sollte sich ruhig mal das Horror-Video ansehen (dem Rest rate ich ab)! Wer danach nicht therapiert ist, ist für mich ignorant oder schlicht geistig nicht mehr ganz gesund. Solche Leute werden jedoch enorm gefährlich, oder selbst böse, wenn sie genug Macht besitzen und bereit sind, ihrer eigenen Doktrin sogar Menschenleben zu opfern.

Die Erkenntnis der Bosheit im Menschen muss endlich wieder Einfluss auf vernünftiges politisches Handeln haben. Vielleicht ist das der große Unterschied zwischen den Realisten und den herrschenden Gutmenschen, vielleicht sogar der Hauptkonflikt des Westens dieser Zeit.
(pi-news.net)

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