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Die Stunde der Windmacher

Zweifel an Gewinnmöglichkeiten durch Windkraftanlagen

Hier liegen die Flügel, welche vielen Energiewendehälsen den Glauben an das Fliegen in eine goldene Zukunft verleihen.

(tutut). Mit der sogenannten Energiewende schlägt die Stunde der Windmacher. Bauern verpachten Wald oder Wiese, Geschäft ist Geschäft, was kümmern Natur und Landschaft, wenn die windige Geschäftemacher  dem Rattenfänger von Hameln gleich über Land ziehen und wie Hütenchenspieler große Rendite versprechen. Bürgermeister und Bürger wittern mühelose Einnahmen. Der Wind, das himmlische Kind, wird es wohl richten. Bisher haben allenfalls die überzogenen Subventionen etwas gerichtet, besser gesagt: angerichtet. Der Sozialsmus siegt an allen Ecken und Enden.
Niemand schient sich mehr daran zu erinnern, dass jenes ganze System mal zusammengekracht ist, weil niemand auf die Ökonomie geachtet hat. Wer ökonomische Regeln außer Kraft setzt, kann seine sogenannte Nachhaltigkeit und Ökolgie, dem Phrasenbuch der grünen Männchen und Weibchen entnommen, in den Wind blasen.
Der "Staatsanzeiger" dürfte unverdächtig genug sein, um in eine extreme Ecke gestellt zu werden. Dort befasst sich in der jüngsten Ausgabe ein Beitrag mit der Ökonomie rund um die angeblich so ökologischen Windmühlen. "Versprechen von hohen Renditen lassen Zweifel aufkommen" heißt der Titel und greift die Aussichten von Privatanlegern auf, mit Wind Geld zu säen.
Autor Jürgen Schmidt schreibt: "Wer die Begriffe Windenergie und Rendite in die Suchmaschine eintippt, wird von Werbeanzeigen Überschwemmt: acht Prozent mit Windenergie, 6,25 Prozent mit Windkraft, Renditen bis zu zwölf Prozent jährlich für ökologische Kapitalanlagen. Und selbst die  Deutsche Energieagentur (Dena) setzt auf ihrer Homepage unter der Überschrift 'Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlagen' eine Rendite von durchschnittlich sechs bis zehn Prozent vor Steuern an". Es scheine auf den ersten Blick einfach zu sein, gleichzeitig etwas für die Umwelt, das eigene Gewissen und das eigene Bankkonto zu tun.
Die Realität sehe vielfach anders aus. Die Anteilseigner eines Windparks im thüringischen Möbisburg seien vor Gericht gezogen, um den Geschäftsführer abzusetzen, weil sie bislang noch keinerlei Ausschüttun-gen erhalten hatten. Die Schutzver­einigung für Anleger (SFA) habe vor wenigen Wochen eine neue Interessengemeinschaft gegründet, um Anleger zu unterstützen, die in den Sachsenfonds Windpark VII investiert hatten, einer Tochter der damaligen Landesbank Sachsen, die inzwischen in der Landesbank Baden-Württemberg aufgegangen ist.
Statistiken über die Ertragssituation und die Ausschüttungen von Windparks und Fonds gebe es noch nicht. Auch in der Verbrauchzentrale Baden-Württemberg stehe man der Geldanlage in geschlossenen Fonds, egal ob Wind- oder Solarenergie, eher reserviert gegenüber. Das Risiko könne bis zum Totalverlust der eigenen Einlage führen.
Der Autor weist darauf hin, dass kurz vor der Sommerpause drei FDP-Landtagsabgeordnete eine Antrage an die Lan­desregierung gerichtet hatten, wie es mit dem Verbraucherschutz bei einer Beteiligung von Bürgern an Windrädern bestellt sei.  Das Umweltministerium räume in seiner Antwort ein, dass bei Windanlagen, die von Bürgern als GmbH & Co KG oder als Ge­nossenschaft betrieben werden, die Anteilseigner als Miteigentümer nicht als schutzbedürftige Kapitalanleger gelten. Zeichneten die Bürger bei Unternehmen aus der Branche dagegen Anleihen oder Genusscheine, würden die Schutzbestimmungen für Anleger gelten. Dies mache die Investments allerdings nicht sicherer, so der Autor, denn Genusscheine unterlägen keiner Einlagensiche­rung und würden bei einer Insolvenz des Unternehmens als nachrangige Forderung behandelt.
Wenn also in den nächsten Wochen goldener Wind durch die Dörfer und Städte im Kreis weht, sollten die Bürger vielleicht eher an eine andere Werbung denken: Beim Gold ihrer Heimat wissen sie, was sie haben: einen guten Schluck.