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Die Verbrechen von Katyn

Die Opfer wurden bis heute nicht juristisch rehabilitiert

Von Vera Lengsfeld

Am 3. April vor achtzig Jahren begann die systematische Erschießung von etwa 4400 gefangenen polnischen Offizieren, darunter eine Pilotin, in einem Wald bei Katyn, einem Dorf 20 Kilometer westlich von Smolensk durch Angehörige des NKWD. Dies geschah auf direkten Befehl Stalins. Insgesamt wurden an fünf Orten in Russland, der Ukraine und Belorussland Erschießungen ausgeführt. Insgesamt wurden etwa 22.000 bis 25.000 polnische Offiziere und Soldaten getötet.

Im Sommer 1942 stießen polnische Zwangsarbeiter der Deutschen bei Katyn auf ein Massengrab der Ermordeten. Es begann eine sytematische Suche Das NS-Regime machte die Funde ab 11. April 1943 bekannt, auch in der Hoffnung, die Anti-Hitler-Koalition zu schwächen und von den eigenen Verbrechen abzulenken. Die Sowjetunion bestritt die Täterschaft und lehnte eine internationale Untersuchung ab. Sie war ziemlich erfolgreich darin, dieses Verbrechen dem NS-Regime anzulasten. An dieser Leugnung hielt sie auch nach Stalins Tod bis 1990 fest. Erst der sowjetische Präsident Michael Gorbtschow räumte nach neuen Dokumentenfundne am 13. April 1990 die Verantwortung der Sowjetunion für diese Massenmorde ein. Später entschuldigte er sich beim polnischen Volk.

Die Ministerpräsidenten Russlands und Polens, Wladimir Putin und Donald Tusk, gedachten 2010 in Katyn erstmals gemeinsam der Opfer des Verbrechens.

Es gab aber keinen Versuch, noch lebende Täter strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen. Die Angehörigen von Opfern klagten in Russland erfolglos auf Einsicht in die Ermittlungsakten, oder auf behördliche Auskunft über die Todesumstände. Die Opfer wurden bis heute nicht juristisch rehabilitiert und deren Angehörige nicht entschädigt. In den heutigen Meldungen spielte der 60. Jahrestag dieses Verbrechens keine Rolle. Katyn gehört zu den Taten, die nicht vergessen werden dürfen!
(vera-lengsfeld.de)

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