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Die wahren Mütter Europas

Drei deutsch-römische Kaiserinnen im Elsass – Wer weckt die Erinnerung an sie?

Grabplatte aus neuester Zeit im Chorraum des Münsters St. Maria und Markus (Reichenau-Mittelzell)  für Kaiser Karl III., Urenkel Karls des Großen, der letzte Herrscher des vereinten Frankreiches, der einzige König der Alemannen. Unten: das echte Grab am Eingang vom Chorraum zur Sakristei. Der Chorraum ist nur während der Tourismussaison frei zugänglich. Erstaunlicherweise wird dieses Grab auch nicht in dem in den Kirchen zum Kauf ausliegenden Büchlein erwähnt.

(gh/tutut) – Es mutet nicht nur abseitig an. Es liegt auch so. Daran ändern auch Wegweiser im Donautal nichts. „Maria Mutter Europas“ ist das Ziel. Eine Kapelle am Rand von Gnadenweiler bei Bärenthal im Kreis Tuttlingen.  Kardinal Kasper hat für den einer transparenten Nissenhütte ähnelndem modernen Bau eine Madonnenstatue geweiht. Drinnen ist’s wie in einem Aquarium. Nur ohne Wasser. Präsentierteller statt Besinnlichkeit. Maria als Mutter Europas an den Rand des Donautals in den kleinsten Ort  Baden-Württembergs mit seinen nur 450 Einwohnern zu versetzen, mutet tollkühn an. Denn Europa gab es schon vor seiner politischen Gründung und der Kreation der blauen Flagge mit den zwölf gelben Sternen. Tiefkatholische Kreise wie die Rosenkranzbruderschaft  “Maria Mutter Europas” und Gebetsgemeinschaften „Maria Mutter Europas“, welche zu der am 9. Juni 2007 eingeweihten Kapelle mit der Gnadenmutter von Gnadenweiler wallfahrten, leiten die Flagge  von Symbolen der in der Katholischen Kirche als Gottesmutter verehrten Maria ab, obwohl von dieser so gut wie nichts bekannt ist. Als Gallionsfigur eines vereinten Europas taugt sie bestimmt nicht.

Wenn’s unbedingt eine Mutter sein muss, eine Mutter Europas, dann gäbe es gleich drei. Sie waren nicht nur echte Mütter Europas, sondern regierten auch ein vereinten Europa. Und sie waren aus Fleisch und Blut: drei deutsch-römische Kaiserinnen, nach dem Tod zu Heiligen hochgehoben. Und wie es wohl kein Zufall will, haben diese drei Kaiserinnen in der Mitte Europas gelebt. Im Elsass.

Dass sie wenig bekannt sind, mag an den national umstrittenen Besitzverhältnissen dieser Landschaft liegen. Drei deutsche Kaiserinnen im französischen Elsass? Das passt gar nicht. Schwamm über die Tafel mit der Geschichte vom Elsass zwischen Deutschland und Frankreich. Deutschland traut sich nicht mehr, seine Vergangenheit anzutasten. Frankreich kennt nur seine Gegenwart. Auf der Strecke bleibt das Elsass mit seiner Identität. Spätestens nach der Revolution und Napoleon war Schluss mit der alten Geschichte des Elsasses und seinen Müttern Europas und ihren drei Klöstern.

Richardis, Irmgard und Adelheid
Nur noch von einem Kloster einer dieser Mütter Europas gibt es Überreste und auch ein Hochgrab der Stifterin. Von der Kaiserin und Heiligen Richardis. In Andlau. In Erstein sind nicht einmal mehr Überbleibsel des Klosters der Kaiserin und Heiligen Irmgard übriggeblieben. Ihr Grab verschwand während der Revolution, was noch vom Kloster geblieben war, zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Von der deutschen Kaiserin und ebenfalls Heiligen Adelheid, Frau des ersten deutschen Königs Otto I., der, beigesetzt worden ist im Magdeburger Dom, ist auch nur die Erinnerung in Seltz (Selz) geblieben.

Auf beiden Seiten des Rheins ist die Erinnerung an das historische Erbe dieser drei Mütter Europas verschwunden, falls es diese Erinnerung je gegeben hat. Deutsche Kaiserinnen sind weder in Frankreich noch in dem dazugehörigen Elsass ein Thema. Und Deutschland plagt sich vorwiegend mit seiner jüngeren Vergangenheit herum. Jedes weitere Nachdenken über die eigene Geschichte wird darauf zurückgeworfen. Dabei eint alle drei Kaiserinnen im Elsass eins:  Europa! Denn das war schon mal viel weiter, zu ihrer Zeit, als heute.

Grab von Kaiserin Richardis in der Abteikirche in Andlau.

Andlau
Richardis ist um 840 als Tochter der elsässischen Grafen Erchanger aus der Familie der Ahalofinger geboren worden und starb am 18. September 900 in Andlau. Im Jahr 862 heiratete sie Karl III., auch der Dicke genannt, obwohl diese Bezeichnung offenbar weniger auf seine Körperfülle, als auf ein gewisses Phlegma gezielt gewesen sein soll. Epileptiker soll er gewesen sein. Um es vorwegzunehmen: Karl III. ist im Münster St. Maria und Markus  auf der Reichenau beigesetzt, was Besuchern des Weltkulturerbes Reichenau meist vorenthalten wird. Immerhin ist er der Urenkel Karls des Großen und war nach diesem der einzige Regent, der noch einmal, wenn auch für kurze Zeit nur, das ganze Frankenreich regiert hat. Er war auch der einzige König der Alemannen!

Kaiserin Richardis als Heilige mit den Attributen Krone, Zepter und Kloster (Abteikirche Andlau). Attribut der Heiligen sind auch am Kleid zündelnde Flammen, an eine Feuerprobe erinnernd. Ein Bär soll ihr den Standort für den Bau eines Klosters gezeigt haben. In der Krypta der Abteikirche steht eine  ziemlich blankgescheuerter romanische Skulptur eines Bären, welcher Frauen helfen soll, Nachwuchs zu bekommen, wenn sie auf ihm reiten.

Karl und Richardis wurden 881 in Rom von Papst Johannes VIII. zu Kaiser und Kaiserin  gekrönt. Intrigen am Hof von Karl III. sagten Richardis mit Kanzler Luitward von Vercelli vermutlich aus politischen Gründen ein Verhältnis nach. Um ihre Unschuld zu beweisen, unterwarf sie sich (erfolgreich) der Feuerprobe. Danach zog sie sich auf das von ihr auf Familienbesitz 880 gegründete Kloster Andlau zurück. 877 bis 893 war sie Äbtissin am Damenstft Säckingen, von 878 bis 893 auch Äbtissin der Fraumünsterabtei Zürich. Alles königliche Klöster, von ihrem Mann wie auch Pavia und Zurzach zur lebenslangen Nutzung überlassen. Ihr Gedenktag als Heilige ist der 18. September.

Der Karolinger Karl III. war von 876  887 ostfränkischer König, von 879 bis 887 König von Italien, herrschte ab 882 in Bayern, Franken und Sachsen, von 885 bis 888 auch als westfränkischer König. Von 881 bis 888 war er römischer Kaiser. Gestorben ist er in Neudingen an der Donau und wurde auf eigenen Wunsch auf der Reichenau beigesetzt. Er war  Förderer dieses Klosters gewesen und hat dessen Freiheitsbriefe zugunsten selbstbestimmter Abtwahl mehrmals bestätigt.

Das Wappen Ersteins erinnert noch an das einst von Irmgard gegründete Benedektinerkloster. Der silberne Balken im roten Feld ist ein Hinweis auf die Zugehörigkeit zu Straßburg.,

Erstein
Von der Ersteiner Kostergründerin, Kaiserin Irmgard (Irmingard), wird angenommen, dass sie um 800 in Tours als Tochter des Grafen Hugo von Tours geboren wurde. Sie wurde die Frau des deutschen Kaisers Lothar I. Sie gründete mit ihrer Tochter Rotrud die Maria und Cäcilia geweihte Frauenabtei bei der Kaiserpfalz in Erstein. Die Tochter wurde die erste Äbtissin. 854 bekam sie das Kloster S. Salvatore in Brescia in Oberitalien. Ihr Gedenktag als Heilige ist der 20. März. Dargestellt wird die Kaiserin und Heilige Irmgard mit Kaiserkrone und Zepter, mit Kirche oder Klostermodell.

Versuch einer Rekonstruktion des Klosters Erstein im Modell von Marc Nicola,  Stadtarchiv Erstein.

Wie in Andlau Richardis wurde Irmgard beigesetzt in einem Hochgrab,  das in der Französischen Revolution zerstört wurde. In Erstein wurde Irmgard stets als Heilige verehrt.

Reliquienkapelle der Abteikirche von Erstein mit dem Grab von Irmgard.

Lothar I. (795 – 855) war der älteste Sohn Ludwig des Frommen aus der Familie der Karolinger. Von 814 bis 817 König von Bayern, danach bis 855 römischer Kaiser, 822 bis 855 Köng von Italien (König der langobarden), 843 bis 855 König des frankischen Mittelreiches. Zum Kaiser gekrönt wurde er mit seiner Frau Irmgard 823 von Papst Paschallis I. ,

Adelheid und Otto I. am Meißener Dom .

Seltz
Die bedeutendste der drei Kaiserinnen ist Adelheid von Burgund, gestorben in Selz, Frau von Otto I., über sie ist sogar ein Film „Die mächtigste Frau der Ottonen“ im Internet abrufbar. Über sie und den Film heißt es unter phoenix.de:

„Otto I. kennt man – als Otto den Großen, als Erneuerer des Kaisertums. Aber wer hätte gedacht, dass auch neben bzw. hinter ihm eine starke Frau stand, ohne die er die Kaiserkrone wohl nicht erlangt hätte? Adelheid von Burgund, Königin von Italien, Kaiserin des ottonischen Reichs: Über ein halbes Jahrhundert bestimmt sie maßgeblich die Geschicke des Reiches und die Geschichte der Ottonen – erst als Königin an Ottos Seite, dann als Kaiserin, später als Mutter und Großmutter zweier weiterer Kaiser. Sie verschafft Otto die Kaiserkrone, macht mit kluger Diplomatie, Schenkungen und ihren Netzwerken Politik und sichert so den Fortbestand der ottonischen Dynastie.

Der Film entdeckt eine kluge, ehrgeizige, machtbewusste Frau. Sie ist die erste Herrscherin im 10. Jahrhundert, die eigenständig Politik macht, im eigenen Interesse, im Interesse ihres Mannes und ihrer Kinder. Sie muss sich gegen extreme Widerstände und brutale Gegner behaupten. Aber dann nutzt sie ihre neu gewonnene Position so geschickt und diplomatisch, dass sie am Ende ihres Lebens die „Mutter der Königreiche“ genannt wird, „die kaiserlichste aller Kaiserinnen“. Ohne diese außergewöhnliche Herrscherin, die den Lauf der Geschichte verändert, hätten die Ottonen nicht den Platz in der Geschichte erlangt, den sie heute haben“.

Die Kaiserin und Heilige Adelheid vor der Kirche Sankt Stephan in Seltz mit Krone, Zepter und Kloster dargestellt.

Adelheid ist 931 oder 932 in Hochburgund geboren und am 16. Dezember 999 im Kloster Selz im Elsass gestorben. Sie war als Gemahlin Lothars von Italien von 947 bis 950 Königin von Italien und als Frau Ottos des Großen von 951 bis 973 ostfränkische Königin und wieder Königin von Italien sowie von 962 bis 973 Kaiserin des ostfränkisch-deutschen Reiches. Adelheid wurde 1097 heiliggesprochen. Ihr Gedenktag ist der 16. Dezember.

Adelheid war die Tochter von König Rudolf II. von Burgund und der Herzogstochter Berta von Schwaben. Noch als Kind wurde sie mit dem Bosoniden Lothar von Italien, dem Sohn Hugos von Arles verlobt und 947 vermutlich 16-jährig mit ihm vermählt. Die junge Adelheid galt schon bald als beispielhafte Christin: Sie kümmerte sich mit großem Einsatz um die armen und am Rande der Gesellschaft stehenden Menschen.

Im Jahr 950 wurde ihr Mann, nach nur drei Ehejahren, vergiftet. Markgraf Berengar von Ivrea wollte seinen Sohn Adalbert mit der jungen Witwe verheiraten, um über sie die italienische Krone zu erlangen. Adelheid lehnte jedoch ab, worauf Berengar sie auf seiner Burg in Garda gefangensetzte. Der Frau gelang die Flucht, und sie rettete sich mit ihrer Tochter Emma, der späteren Ehefrau von König Lothar von Frankreich, nach Canossa. Von dort aus rief sie König Otto I., der Adelheids Bruder Konrad erzogen hatte, zu Hilfe. Otto besiegte Berengar, heiratete Adelheid 951 in der lombardischen Königsstadt Pavia und übernahm die langobardisch-italienische Königswürde, setzte aber Berengar als seinen Stellvertreter ein.

Mit dieser Heirat legten Otto I. und Adelheid die Grundlage für die Verbindung des ostfränkischen und des lombardischen Königreiches, dem Kernstück des späteren Imperium Romanum des Mittelalters. Adelheid und Otto hatten vier gemeinsame Kinder: Heinrich, Bruno, Mathilde (Äbtissin von Quedlinburg), Otto II., später Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (955–983). Adelheid war eine gebildete Frau, sie sprach vier Sprachen und war sehr belesen. Sie übte sowohl in Italien als auch im Reich nördlich der Alpen großen Einfluss auf die Politik aus. 962 wurden Otto I. und Adelheid zu Kaiser und Kaiserin gekrönt.

Als Otto I.v 973 starb, verhinderte Adelheid Erbstreitigkeiten unter den Söhnen und begründete so die Durchsetzung der Dynastie der Ottonen. Nach dem frühen Tod Ottos II. übernahmen Adelheid und dessen Witwe Theophanu die Regentschaft für den noch minderjährigen Otto III. Auf diese Art und Weise wollten sie die Macht und die Krone des Reiches für die Dynastie der Ottonen erhalten. Gemeinsam mit dem Erzbischof Willigis von Mainz führten die beiden Frauen die Regierungsgeschäfte für den minderjährigen Kaiser, bis Adelheid sich nach Italien zurückzog. Dort wurde sie Statthalterin von Italien. 991 kehrte sie an den Kaiserhof zurück, als ihre Schwiegertochter Theophanu erst 35-jährig starb. Bis zur Volljährigkeit ihres Enkels Otto III. führte die Kaiserin die Regierungsgeschäfte selbstständig.

Nachdem Otto III. die Regierung übernommen hatte, widmete sich Adelheid verstärkt karitativen Aufgaben und förderte Klostergründungen. Besonders am Herzen lag ihr die Reform von Cluny, die sie tatkräftig unterstützte. Schließlich zog sie sich in das von ihr gegründete Kloster Selz im Nord-Elsass zurück, wo sie 999 starb. Von ihrem Grab ist heute nichts mehr erhalten.

Im Harz entstand nach 983 eine umfangreiche Münzprägung, die neben dem Namen des noch jungen Otto III. auf der anderen Seite den seiner Großmutter und Regentin Adelheid als Athalhet lesen lässt, die sogenannten Otto-Adelheid-Pfennige.

Adelheid wurde wegen ihrer Mildtätigkeit vom Volk auch über ihren Tod hinaus verehrt. Papst Urban II. sprach sie im Jahr 1097 heilig. Der Gedenktag der heiligen Adelheid ist im katholischen, evangelischen und griechisch-orthodoxen Kalender jeweils am 16. Dezember. Bis zur Reformation gab es einen regen Wallfahrtsbetrieb zum Grab der Adelheid in Selz, der aber mit dem Verschwinden der Reliquien endete. Für den Gedenktag der Heiligen gelten folgende Bauernregeln:

Die Adelheid liebt weiße Flocken, so bleibt die Erde selten trocken.
Um die Zeit von Adelheid, da macht sich gern der Winter breit.

Die heilige Adelheid wird in der Regel in fürstlichem Gewand mit Zepter und Krone dargestellt. Ab dem 14. Jahrhundert wird ihr als Attribut auch ein Kirchenmodell oder ein Schiff (mit dem sie aus der Gefangenschaft geflohen sein soll) beigegeben. Die bekannteste Darstellung in der deutschen Kunst gehört zu einer Gruppe von Sandsteinfiguren im Chor des Meißner Doms, die um 1260 entstand. Sie ist hier neben ihrem nicht heiliggesprochenen Gemahl abgebildet, da er gemeinsam mit ihr das Bistum Meißen gründete.

Das Kloster Selz war ein 991 gegründetes, St. Peter und Paul geweihtes Reichskloster der Benediktiner, das 1481 zu einem Kollegiatstift umgewandelt wurde.Das Kloster wurde 997 zur Grablege der Klostergründerin und stand bis ins ausgehende 11. Jahrhundert in engen Beziehungen zu den deutschen Königen und Kaisern. Der salisch-zähringische Ausgleich von 1097/1098 machte das Kloster zum Ort einer öffentlichen Bekundung des Friedens; damals gelangte die Selzer Klostervogtei an die Markgrafen von Baden. Das 11. Jahrhundert sah zudem Selz in den Klosterverband des burgundischen Cluny integriert, ab dem 12. Jahrhundert spielten die Beziehungen zum Papsttum eine wichtige Rolle. 1307 auf Grund einer Hochwasserkatastrophe nahe die Stadt Selz verlegt, behauptete sich die Mönchsgemeinschaft zwischen den südwestdeutschen Territorien, bis sie 1481 in ein Kollegiatstift umgewandelt wurde.

Das französisch-elsässische Seltz, nördlich von Straßburg auf der Höhe von Rastatt, erinnert an Adelheid. Auf der website der einstigen Reichsstadt heißt es: „Am 19. Dezember 999 stirbt Adelheid in Seltz – in dem Benediktinerkloster, das sie hat erbauen lassen. Sie stirbt nur wenige Tage vor dem Millennium, auf das alle Bedenken und Ängste  dieser Zeit konzentriert waren. Adelheid wurde 1097 von Papst Urban II. heilig gesprochen. Sie ist Schutzpatronin von Seltz geworden, und ihr Namenstag wird am 16. Dezember gefeiert.Ihr langes und ereignisreiches Leben macht sie zu einer der bemerkenswertesten Frauen ihres Jahrhunderts. Sie hat eine Menge Familiendramen erleben müssen, war mehrere Male Witwe geworden und hat ihre Kinder sterben sehen. Ihre Zeitgenossen bewunderten ihre Schönheit, Klugheit und Tugend. Sie nutzte ihre Macht um Klöster zu restaurieren und die Sklaven zum Christentum zu bekehren. Sie beteiligte sich an der Reform der Abtei von Cluny in Burgund und an der Gründung der Propstei von Payerne bei Freiburg in der Schweiz. Sie war eng verbunden mit dem Abt Odilon, der ebenfalls heilig gesprochen wurde.

Kaiserin Adelheid war bereits ein Vorbild für moderne Staatsführung. Sie besaß Weitblick über die Verhältnisse und bereiste oftmals den europäischen Raum, was bei den damaligen Transportverhältnissen mit besonderen Risiken und Schwierigkeiten verbunden war.

Seltz hat allen Grund darauf stolz zu sein, dass eine so große Persönlichkeit unsere Stadt gewählt hat, um ihren Lebensabend zu verbringen.  Umso bedauerlicher ist es, dass uns von dieser ruhmreichen Epoche keine konkreten Stücke erhalten geblieben sind.Die Heilige Adelheid ist die Schutzpatronin der Schwiegereltern, der Verbannten, der Jungverheirateten, der Prinzessinnen, der Missbrauchten und der Gefangenen. Sie wird angefleht um Probleme mit der Schwiegerfamilie zu lösen. TOLLE SACHE!“

Im Museum Haus Krumacker in Seltz  wird auch Adelheid gedacht: „Der der ersten Jahrtausendwende gewidmete Raum berichtet von bedeutendsten Zeit in der Geschichte von Seltz, als die kaiserliche Familie hier einen ihrer Wohnsitze inne hatte.Von der großartigen Abtei, die Kaiserin Adelheid einige Jahre vor der Zeitenwende hier gründete, existieren allerdings so gut wie keine Spuren mehr.Dafür wird Ihnen diese Geschichte auf Wandbildern im Stil eines Fresko erzählt: der Stammbaum der fränkischen Könige,  Karten und unveröffentlichte Erzählungen berichten von den Gebräuchen und dem Glauben der Menschen um das Jahr Tausend. Kinder können die Geschichte mittels animativer Elemente entdecken. Zusammen ergibt all das eine farbige Darstellung im Stil mittelalterlicher Buchmalereien“.

Kapelle „Maria Mutter Europas“ in Gnadenweiler bei Bärenthal im Kreis Tuttlingen.

Maria Mutter Europas?Die Europa-Flagge
Im Vergleich zu drei Kaiserinnen hat Maria als Mutter Europas so gut wie keine Karten. Selbst die Anleihe bei der Europaflagge mit den zwölf goldenen Sternen ist nicht naheliegend. „Gegen den blauen Himmel der westlichen Welt stellen die Sterne die Völker Europas in einem Kreis, dem Zeichen der Einheit, dar. Die Zahl der Sterne ist unveränderlich auf zwölf festgesetzt, diese Zahl versinnbildlicht die Vollkommenheit und die Vollständigkeit.Wie die zwölf Zeichen des Tierkreises das gesamte Universum verkörpern, so stellen die zwölf goldenen Sterne alle Völker Europas dar, auch diejenigen, welche an dem Aufbau Europas in Einheit und Frieden noch nicht teilnehmen können.“
Gelegentlich werde die Flagge vor einem christlich-biblischen Hintergrund gedeutet. So soll eine bestimmte christliche Symbolik Pate gestanden haben. Die Offenbarung des Johannes wird herangezogen: „Und es erschien ein großes Zeichen am Himmel: Eine Frau, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen.“

Die von Kardinal Kasper geweihte Madonna in der Kapelle „Maria Mutter Europas“.

Da der 8. Dezember, an dem der Ministerrat die Flagge beschlossen hat, der Festtag der Unbefleckten Empfängnis Marias ist, die Farbe blau traditionell als Farbe der Gottesmutter gilt und das in der Bibelstelle genannte apokalyptische Weib vielfach mit Maria gleichgesetzt wird, berufen sich manche katholische Kreise auf diesen Symbolgehalt der Flagge.Inzwischen  gibt es eine Reihe weiterer Deutungen, die eine Rolle gespielt haben könnten und zum Teil mittlerweile in den offiziellen Beschreibungen des Europarates und der EU auftauchen: Die zwölf olympischen Götter, die der griechischen Mythologie entstammen, nach der neben dem Namen des Kontinents an sich, auch andere europäische Projekte benannt sind wie die Rakete Ariane oder die Anti-Piraterie-Mission Atalanta; die zwölf Stämme Israels, die zwölf Tafeln des ersten geschriebenen römischen Rechts als Ausdruck der europäischen Rechtsgemeinschaft, zwölf Monate eines Jahres, zwölf Stunden der Uhr, die legendären zwölf Taten des Herkules, und das Produkt aus „Drei mal Vier“, wobei die Drei für die Dreifaltigkeit und die Vier für die vier Elemente oder Himmelsrichtungen stehen.

Münster St.Maria und Markus auf der Reichenau.

 

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