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Die Wahrheitskanzlerin

Das hat mit Demokratie nicht mehr viel zu tun.

Von Gastautor Olaf Lorke

Bei der Kanzlerin-Fragestunde im Bundestag antwortete Angela Merkel auf eine Frage der AfD-Fraktion zum UN-Migrationspakt: „Als Physikerin geht es mir bei den Zahlen um die Wahrheit.“

Ich wusste nicht, ob ich bei diesem Satz lachen oder weinen sollte. Die Kanzlerin hat also die Wahrheit gepachtet? Sie hält anderen vor, Lügen und Falschinformationen zu verbreiten. Und wie sieht es bei der Regierung selbst aus? Die jüngste Falschinformation von Frau Merkel liegt nur wenige Tage zurück und bezieht sich auf die rechtliche Bindung des von ihr mit unterzeichneten UN-Migrationspaktes. Eine andere liegt ein paar Wochen zurück und hat mit Chemnitz zu tun. Jeder weiß, was gemeint ist, aber das soll jetzt kein Thema sein.

Unsere Physikerin argumentiert jetzt also mit Zahlen.

Ich kann nicht einschätzen, ob Frau Merkel eine gute Physikerin ist bzw. war. Aber ich habe da so meine Zweifel.

Wäre sie eine gute Physikerin, würde sie analytisch und systematisch denken, überzeugend argumentieren und mit gesundem Menschenverstand und keinesfalls ideologisch motiviert ihre Entscheidungen treffen.

Wäre sie eine gute Physikerin, würde sie ein Experiment abbrechen, wenn es nicht erfolgversprechend ist und sie würde auch Fehler zugeben.

Wäre sie eine gute Physikerin, hätte es in Deutschland niemals ein solches Hin-und-Her um die Atomkraft und um die Endlagerstätten gegeben. Wäre sie eine gute Physikerin und Politikerin, hätte sie eine vernünftige und nicht ideologisch geprägte Energiewende veranlasst. Sie würde grünen Träumern klarmachen, dass wir (leider) noch eine ganze Weile auf fossile Brennstoffe zur Energieerzeugung angewiesen sind und nicht blind ausschließlich auf erneuerbare Energien setzen können. Sie spricht von Zahlen, die die Wahrheit seien. Zahlen zur Wahrheit der Energiewende könnte man ihr aus dem Stegreif unter die Nase reiben.

Wäre sie eine gute Physikerin und Politikerin, würde sie sich gegen das Diesel-Bashing und Diesel-Fahrverbote wenden, der Deutschen Umwelt-Hilfe den Kampf ansagen und nicht ausschließlich auf Elektromobilität setzen. Wir verbrauchen schon jetzt viel zu viel Strom. Eine gute Physikerin als Politikerin sollte durchaus einmal alternative Antriebe (z.B. Brennstoffzellen) in den öffentlichen Fokus bringen und dazu anspornen, die hier noch bestehenden großen Probleme zu lösen. Oder einmal die enorme Wichtigkeit von Speichertechnologien herausstellen.

Wäre sie eine gute Politikerin, würde sie Werte und Ideale verfolgen und diese durchsetzen, nicht immer nur „auf Sicht“ fliegen und sich nicht um des lieben Friedens willen von der Opposition treiben lassen.

Wäre sie eine gute Politikerin, hätte sie nicht die unsägliche Euro-Rettungspolitik durchgezogen, wodurch zwar Staatshaushalte und Banken „gerettet“ wurden, aber eine riesige Blase von aufgekauften Staatsanleihen entstanden ist, die jederzeit platzen kann. Auch so ein Experiment, bei dem sie es in der Hand gehabt hätte, die Reißleine zu ziehen.

Wäre sie eine gute Politikerin, hätte sie nicht Deutschland und auch noch die EU gespalten. Sie hätte zum Beispiel Bedenken unserer Nachbarländer zum UN-Migrationspakt ernst genommen und diese Länder nicht arrogant gemaßregelt.

Wäre sie eine gute und weitsichtige Politikerin, hätte sie mit aller Macht den Austritt der Briten aus der EU verhindert und sich stattdessen für massive Reformen stark gemacht.

Ich kann es einfach nicht glauben, dass Angela Merkel immer noch (bzw. schon wieder) als mächtigste Frau der Welt gehandelt wird. Das mit der Macht, das mag stimmen. Die „Königin von Marrakesch“ hat es dort der Welt ja wieder einmal gezeigt.

Wir haben es bei Angela Merkel mit einer unheilvollen Synthese von Macht, Unfähigkeit, Ignoranz und Arroganz und scheinbarer Naivität zu tun.

Nein, ganz so stimmt das nicht. Natürlich hat sie geniale Fähigkeiten, die ihr über viele Jahre ihre Macht gesichert haben. Sie bügelt ihre politischen Gegner mit Plattitüden und lockeren Sprüchen ab und gibt Antworten, die gar keine sind. Nur Angela Merkel darf auf eine sachlich gestellte Frage antworten: „Ich teile Ihre Ansichten und Wertevorstellungen nicht.“ Das war`s. Dafür erntet sie – auch von der linken Opposition – großen Beifall.

Angela Merkel ist hauptverantwortlich dafür, dass es bei Bundestagsdebatten schon lange nicht mehr um die Sache geht, zum Wohle des Volkes. Der einzige Antrieb der Abgeordneten der Alt-Parteien scheint zu sein, die größte Oppositionspartei bloßzustellen und zu diffamieren.

Auch wenn man kein AfD-Wähler ist, stellt man fest: DAS hat mit Demokratie nicht mehr viel zu tun.

Es ist wirklich höchste Zeit, dass Frau Merkel von der politischen Bühne abtritt. Den Weg dazu bereitet sie exzellent vor. AKK ist schon für alle weiteren Aufgaben in Stellung gebracht.
(vera-lengsfeld.de.)

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