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Die Wirklichkeit überholt die Satire

Kein Witz: Schwäz-Redakteure sollen Zeitungen austragen!
(tutut). Es war eine rhetorische Frage, mit der im Februar ein Artikel zu den Abowerbungen von Regina Braungart für die Schwäbische Zeitung betitelt worden ist: "Trägt Regina Braungart auch noch Zeitungen aus". Kein deutscher Journalist hätte geahnt, dass so etwas bei der Schwäbischen Zeitung tatsächlich Wirklichkeit wird. Die Frage ist kein Witz mehr, es ist eine Mitteilung. Da wundert es wohl nicht mehr, dass sich Redaktionsmitglieder vermutlich inzwischen zu allerlei Tätigkeiten hergeben werden, vorausgesetzt, sie retten damit ihren Arbeitsplatz. So macht also Regina Bart bereitwillig Abowerbung, zu der sich früher kein Redakteur hergegeben hätte und sich auch heute normalerweise niemand hergibt. Nun also: Zeitungsaustragen!  Ernsthaft. Für die Verluderung der Sitten gibt es bei der Schwäbischen Zeitung offenbar keine Grenzen. Siehe auch Bürgermeisterwahlkampf in Spaichingen.
Darüber schreibt der "Journalist" online:
Schwäbische Zeitung
Nachts im Ländle
Der Schwäbischen Zeitung mangelt es an Zustellern. Die eigenen Redakteure sollen beim Austragen helfen. Symptomatisch für die Wertigkeit eines Berufsstands?
Er kann schreiben, fotografieren, Seiten layouten. Und dreht bei einem Termin nebenbei noch schnell ein Video für die Website. Ein guter Lokaljournalist ist ja bekanntermaßen vielseitig einsetzbar. Eine neue Herausforderung wartet jetzt auf die Redakteure der Schwäbischen Zeitung: Sie sollen ihr frisch gedrucktes Produkt nun auch noch zu den Lesern tragen.
"Heute wenden wir uns mit einer ungewöhnlichen Bitte an Sie", heißt es in einem Schreiben an die Mitarbeiter, das über das elektronische schwarze Brett des Unternehmens verbreitet wurde. "Wir bitten Sie, auf freiwilliger Basis und zeitlich befristet im Notfall als Zusteller einzuspringen." Und das höchstens einmal pro Jahr und dann längstens für zwei Wochen.
Für die nach Schätzung des Verlags ein bis eineinhalb Stunden Arbeit gibt es 10 bis 15 Euro brutto. Dafür müssen bis 6 Uhr morgens alle Zeitungen bei den Lesern sein – bei jedem Wetter.
Dass man Zeitungszusteller nicht gerade um ihre Arbeit beneiden kann, war den meisten Redakteuren der Schwäbischen Zeitung wahrscheinlich schon vor dem Aufruf klar. Die Vorstellung, selbst nachts Zeitungen durch die Gegend zu tragen und dann am nächsten Morgen wieder am Schreibtisch in der Redaktion sitzen zu müssen, sorgte dann bei vielen auch nicht gerade für Begeisterung. "Wir haben erst gelacht und waren dann schockiert", sagte einer der Redakteure dem journalist. Er und seine Kollegen seien ohnehin schon den ganzen Tag eingespannt. "Wenn wir auch noch Zeitungen austragen müssten, könnten wir gleich unsere Wohnung kündigen."
Chefredakteur Hendrik Groth kann die Aufregung nicht verstehen. "Offensichtlich ist da einiges verzerrt bei Ihnen angekommen", antwortete er auf journalist-Anfrage. Kein Redakteur werde einen Karriere-Vorteil erzielen, wenn er Zeitungen austrage. "Jedem ist es selbst überlassen, ob er mitmacht oder nicht."
Aber kann es wirklich die Aufgabe eines Journalisten sein, bei jedem Engpass einzuspringen? "Ich sehe da einen ziemlich klaren Sittenverfall", sagt der Landesvorsitzende des DJV Baden-Württemberg, Thomas Godawa. "Diese Anfrage ist ein symptomatisches Zeichen dafür, wie die Wertigkeit von Redakteuren angesehen wird."
Wie der Verlag auf die Idee kam? Die Schwäbische Zeitung hat Schwierigkeiten, Zusteller zu finden. "Eine Umstellung auf Postzustellung führt häufig zu Abokündigungen", heißt es in dem Schreiben. Laut Alexander Bachmann, Geschäftsführer der für die Zustellung zuständigen Tochterfirma, liegt das an der geringen Arbeitslosigkeit im Verbreitungsgebiet. Sprich: Wer sich sein Geld leichter verdienen kann, wird nicht gerade Zeitungen austragen. Also sollen im Notfall auch Redakteure ran.
Einige der rund 900 Mitarbeiter konnte der Verlag offenbar überzeugen: Rund 40 Personen sind laut Bachmann innerhalb einiger Tage dem Aufruf nachgekommen.

Hier der Artikel der Neuen Bürger-Zeitung vom Februar:
Trägt Regina Braungart auch noch Zeitungen aus?
Als Redaktionsmitglied disqualifiziert sie sich durch Abowerbung

Schon in diesem Schreiben zur Abwowerbung, wofür sich in Deutschland kein Redaktionsmitglied normalerweise hergeben darf, wird massive Wahlbeeinflussung durch die Schwäbische Zeitung, Redaktion und Verlag, unternommen. Denn Regina Braungart versucht den Kandidaten Tobias Schumacher hochzuschreiben, indem es heißt: “Bürgermeister Hans Georg Schuhmacher (CDU) tritt wieder an, aber schon früh zeichnete sich ein starker Herausforderer ab: Tobias Schumacher (CDU). Beide kennen die Spaichinger Verhältnisse genau: der Rathauschef seit acht Jahren, der andere von Kindheit an, in politischen und gesellschaftlichen Ehrenämtern und im Gemeinderat”…Kann sich ein Redaktionsmitglied noch dümmer aus dem Fenster lehnen?

(tutut). Eigentlich steht sie jeglichem Journalismus schon lange fern. Durch einseitige, parteiliche und tendenziöse und lückenhafte Berichterstattung hat sich Regina Braungart in der Redaktion der Schwäbischen Zeitung längst als ernstzunehmende Journalistendarstellerin disqualifiziert. Der Verlag selbst lässt nun wohl keinen Zweifel daran, dass er auf Journalismus offenbar keinen Wert legt, sondern willige Hiwis braucht, die ihm seine Geschäfte erledigen. Nicht zum ersten Mal erfüllt Regina Braungart dieses Verlagsansinnen und stellt sich als vermutlich willfährige Aboenwerberin zur Verfügung. Sie verstößt damit gegen alle journalistischen Regeln in Deutschland.
Ob es um die Leserwerbung mit alten Hüten ging, indem aus Chroniken abgeschrieben worden ist, in Spaichingen hat sich ein Fritz Mattes für solche zweifelhaften Dienste hergegeben, oder jetzt um die Bürgermeisterwahl in Spaichingen. Jedes Mal wirbt Regina Braungart mit persönlichem Text und Foto für neue Abonnenten in Sonderangeboten. Information ist dabei wohl das Letzte, wofür sich Braungart und ihre Brötchengeber interessieren. Denn was sie bisher zur Bürgermeisterwahl geliefert hat, wird journalistischen Ansprüchen nicht im geringsten gerecht. Seit Wochen schon ist das, was sie zum Thema liefert, ungenierte Wahlwerbung für einen Bürgermeisterkandidaten namens Tobias Schumacher. Offenbar erhofft sie sich im Gegenzug bei einem Erfolg stillschweigende Duldung ihrer unübersehbaren fachlichen Mängel.

Regina Braungarts Einsatz als Abowerberin ist an Peinlichkeit nicht zu überbieten. Das ist der Offenbarungseid einer Redakteurin der Schwäbischen Zeitung, die sich vermutlich für eine Journalistin hält. Um diesem Anspruch einigermaßen zu erfüllen, müsste sie zumindest die Forderungen von Landespressegesetz und Pressekodex erfüllen. Davon kann keine Rede sein.
Im Pressekodex heißt es: “Die im Grundgesetz der Bundesrepublik verbürgte Pressefreiheit schließt die Unabhängigkeit und Freiheit der Information, der Meinungsäußerung und der Kritik ein. Verleger,Herausgeber und Journalisten müssen sich bei ihrer Arbeit der Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit und ihrer Verpflichtung für das Ansehen der Presse bewusst sein. Sie nehmen ihre publizistische Aufgabe fair, nach bestem Wissen und Gewissen, unbeeinflusst von persönlichen Interessen und sachfremden Beweggründen wahr…Pressemitteilungen müssen als solche gekennzeichnet werden, wenn sie ohne Bearbeitung durch die Redaktion veröffentlicht werden. Recherche ist unverzichtbares Instrument journalistischer Sorgfalt. Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben. Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden. Unbestätigte Meldungen,Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen…Die Verantwortung der Presse gegenüber der Öffentlichkeit gebietet, dass redaktionelle Veröffentlichungen nicht durch private oder geschäftliche Interessen Dritter oder durch persönliche wirtschaftliche Interessen der Journalistinnen und Journalisten beeinflusst werden. Verleger und Redakteure wehren derartige Versuche ab und achten auf eine klare Trennung zwischen redaktionellem Text und Veröffentlichungen zu werblichen Zwecken. Bei Veröffentlichungen, die ein Eigeninteresse des Verlages betreffen, muss dieses erkennbar sein”.
Im Landespressegesetz steht: “Die Presse ist frei. Sie dient der freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Die Freiheit der Presse unterliegt nur den Beschränkungen, die durch das Grundgesetz unmittelbar und in seinem Rahmen durch dieses Gesetz zugelassen sind…Die Presse erfüllt eine öffentliche Aufgabe, wenn sie in Angelegenheiten von öffentlichem Interesse Nachrichten beschafft und verbreitet, Stellung nimmt, Kritik übt oder auf andere Weise an der Meinungsbildung mitwirkt…Die Presse hat alle Nachrichten vor ihrer Verbreitung mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf Wahrheit, Inhalt und Herkunft zu prüfen”.

In Wirklichkeit fällt Regina Braungart dadurch auf, dass sie Abowerbung für den Verlag unternimmt und dadurch Redaktionelles und Geschäftliches nicht trennt, wodurch die Anforderungen an die Presse nicht erfüllt werden. Fehlt jetzt nur noch, dass sie auch noch Zeitungen austrägt, wenn der Verlag es verlangt. Es werden in der Schwäz Pressemitteilungen veröffentlicht, ohne diese speziell zu kennzeichnen und Lesern die Quellen zu nennen. Es werden Nachrichten dem Leser vorenthalten, es werden Leserbriefe zu Artikeln umfunktioniert, es werden Meinungen. Behauptungen. Gerüchte, die von Dritten vorgetragen werden, offenbar ungeprüft veröffentlicht. Es wird lücken- und stümperhaft informiert über Anliegen von öffentlichem Interesse, man muss sich nur mal Berichterstattung zur Kommunalpolitik ansehen.
Auf der anderen Seite wird parteilich einseitig gelobsudelt, dass es selbst dem Verlag peinlich werden müsste, falls er noch eine geringe Ahnung von dem haben sollte, was Aufgabe der Presse ist. In Wirklichkeit aber werden Nachrichten gerne hausgemacht, ist die Selbstdarstellung wichtig, wichtiger als  beispielsweise der Informationsgehalt von Veranstaltungen, mit denen die Schwäz glaubt, die Leser befriedigen zu können. Die aber kriegen das Ganze nicht kostenlos, sondern zahlen einen hohen Preis für zum Teil gedruckte Sparausgaben. So wie sich die Zeitung darstellt, muss sie sich den Vorwurf gefallen lassen, dass Zensur stattfindet und Information unterdrückt wird. Mit ihrem Monopol im Kreis Tuttlingen, das noch verstärkt wird durch eigenen Rundfunk und eigenes Fernsehen, wäre es kein Wunder, wenn sich viele Bewohner als manipuliert ansehen würden.
Mal sehen, was der Deutsche Presserat und der Deutsche Journalistenverband von dem Fall Regina Braungart halten.

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