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„Die Zukunft bringt, was wir der Zukunft bringen"

Spaichingens Bürgermeister: Müssen Stadt nicht schlecht reden lassen

(tutut). Händeschütteln, flotte Musik von der Primtime Big Band, Schmalzbrot, bewirtet von der DLRG,  und eine aufmunternde Rede von Bürgermeister Hans Georg Schuhmacher. Das war der gut besuchte Neujahrsempfang am Sonntag, 13.Januar, in der Spaichinger Stadthalle mit dem Tenor, dass die Stadt gut wirtschaftet und sich auf ihre Wirtschaft und ihre Menschen verlassen und sich sogar noch Rücklagen trotz hoher Investitionen leisten kann. Schlecht reden und schreiben lassen müsse sich die Stadt schon gar nicht.
Hier ein Auszug aus der Neujahrsansprache:
"Meine sehr verehrten Damen und Herren, wenn man mich heute fragt, was - speziell für Spaichingen - das  Wort des Jahres 2012 war, dann würde ich für mich - ohne lange 
überlegen zu müssen sagen - „Ich habe gehört, dass..." Das ist in Spaichingen typisch, dass jeder etwas hört, von wem  auch immer - und aus dem Gehörten schnell eine Geschichte entsteht, die allenorts diskutiert und bei jedem Gespräch in Nuancen verändert wird.
Stolz auf diese Gemeinschaft: Ich möchte Ihnen zu Beginn dieses Jahres zurufen: Was Sie auch  immer gehört haben mögen, was auch immer, wer auch immer, wo auch immer gesagt haben soll oder gehört haben will - feststeht zu  Beginn diesen Jahres, wir sind eine Gemeinschaft, die zusammen lebt und die aus meiner Sicht des Bürgermeisters in den  vergangenen Jahren enorm viel Energie in die Weiterentwicklung unseres Gemeinwesens gesteckt hat - jeder an seiner Steile. Und  darauf können wir sehr stolz sein und müssen uns schon gar nicht
schlecht reden lassen.
Öffnung für Neues: Damit meine ich nicht nur die großen finanziellen Anstrengungen der letzten Jahre, mit denen wir das Stadtbild verändert haben. Damit meine ich zu spüren, dass die Stadt sich öffnet für Neues, für neue Bürger. Ich spüre auch, dass Spaichingen interessant ist in vielen gesellschaftlichen Bereichen, wenn ich alleine daran denke, was sich im Vereinsleben tut und wie viele Veranstaltungen im Jahreszyklus in unserer Stadt stattfinden. Oftmals Veranstaltungen von privaten Personen ohne Zutun der Stadt.
Ich stelle fest, dass Spaichingen interessant wird in vielerlei Hinsicht.
Wenn ich mich nach einem geeigneten Slogan für das Jahr 2013 für meine
Stadt frage, meine Stadt in der ich leben und arbeiten darf, dann fällt mir ein Gedanke des 1931 geborenen und lange Jahre in Luzern tätigen deutschen Musikwissenschaftlers Peter Benary ein, der den Satz geprägt hat:
„Die Zukunft bringt, was wir der Zukunft bringen".
Zukunft kommt nicht von allein: Dieses Zitat wird gerade von einem Satz von Albert Einstein bestärkt, der sagt: "Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben". Das ist richtig und daraus wissen wir auch, dass Zukunft nicht von alleine kommt. Daraus lerne ich persönlich, dass es keinen Stillstand geben darf, wenn ich irgendwann nachfolgenden Generationen Zukunft in die Hand legen möchte. Zukunft kommt nicht von allein. Zukunft entsteht nicht von selbst. Zukunft gibt es nur dort, wenn wir uns entwickeln, wenn wir selbst an unserem Gemeinwesen und unserer städtischen Weiterentwicklung arbeiten. Um eine Zukunft zu haben, werden wir herausgefordert, und zwar in verschiedener Art und Weise. In Zeiten, in denen wir nicht mehr wissen, was die vielen Krisen bringen werden, heißt der Slogan, dass wir uns am besten auf unsere Stärken verlassen und anpacken müssen, denn von dritter Seite werden wir nicht viel erwarten können.
Hinzugelernt? Wie wir das bewerkstelligen sollen, wird zunächst bestimmt von den äußeren Faktoren, denen wir ausgesetzt sind, nämlich von Faktoren europäischer und bundespolitischer Entscheidungen.Nach wie vor - zwar etwas leiser spricht die Politik im Bundestagswahljahr hiervon - sind das beherrschende Thema die Staatsschulden - und Eurokrise. Haben wir denn hier im letzten Jahr hinzugelernt?
Im vergangenen Jahr habe ich die Fabel vom hungrigen Fuchs und den Reben, die an einer Mauer emporwachsen, erzählt. Der Fuchs springt immer wieder hoch und schnappt nach den Trauben, bekommt sie aber nicht zu fassen. Dies passt nicht zu seinem Selbstbild, weil er ja gewohnt ist, zu bekommen, was er will. Gibt es denn so etwas? Ein Raubtier, welches keine Trauben an einer Rebenstaude bekommt? In der Psychologie wird dieses Verhalten als kognitive Dissonanz beschrieben; sie bezeichnet den Widerspruch zwischen der  Vorstellung, die wir uns von der Welt machen und dem tatsächlichen Lauf der Dinge.
„Die Zukunft bringt das, was wir in die Zukunft bringen".
Was haben wir im letzten Jahr an Zukunft gestaltet, was jetzt bereits Vergangenheit ist?   Weil wir glauben, wir seien als Exportnation davon abhängig, dass wir Staaten wie Griechenland retten, pumpen wir enorme Summen Geld in Volkswirtschaften, obwohl wir wissen, dass diese nicht auf die Beine kommen werden. Jede abendländische Volkswirtschaft in der Geschichte der Menschheit konnte nur überleben, wenn der Grundgedanke der Eigenverantwortlichkeit, nämlich dass jeder für die Folgen seiner
Handlungen auch verantwortlich ist, und zwar egal was er tut, wo er es tut und wie er es tut, auch als Grundregel des Handelns beherzigt und nach diesem Grundgedanken gehandelt hat.
Verantwortlich handeln: Das setzt zum einen voraus, dass wir überhaupt etwas tun und nicht wie ruhende Vergangenheitsromantiker am Stammtisch oder wo auch immer die guten alten Spaichinger Zeiten heraufbeschwören und kritisieren, dass heute vieles anders und mitunter schlechter ist als früher. Zum Zweiten heißt das aber auch, dass Verantwortlichkeit dazu gehören muss zum Handeln. Ich muss also so handeln, wie ich es immer in eigenen Dingen zu tun pflege.Die Zusammengehörigkeit von Risiko und Haftung ist das Fundament für funktionierende gesellschaftliche Strukturen.
Wenn Mario Draghi, der Chef der EZB ankündigt Staatsanleihen in unbegrenzter Höhe durch die EZB aufzukaufen, dann stützt er zwar damit diese Staaten, das Geld sieht er jedoch nicht mehr so schnell wieder, wenn überhaupt. Es sind keine Sicherungsinstrumente hierfür installiert; das Risiko wird von der Haftung abgekoppelt.Marie Christine Ostermann, eine 1978 geborene Unternehmerin des Lebensmittelgroßhandels in Familienhand mit 150 Mitarbeitern und 75 Mio Jahresumsatz, die von 2009 bis 2012 Vorsitzende des Verbandes der jungen Unternehmer in Deutschland gewesen ist, sagt, es sei einfach, würde man den Grundsätzen der sozialen Marktwirtschaft folgen. Auch Staaten müssten sich so verhalten.
Derjenige, der seine Handlungen verantworten muss, handelt in der Regel auch nachhaltig. Wir werden, indem wir Rettungsschirme ausweiten, die Europäische Zentralbank in Stellung bringen und mehr und mehr Schulden vergemeinschaften, immer tiefer in die Transferunion rutschen und das Schuldenproblem nur vergrößern. Und wegen der Komplexität der Ausgleichssysteme in unseren Staatsfinanzen, - nehmen Sie allein
den Länderfinanzausgleich oder den kommunalen Finanzausgleich, der im wesentlichen das gleiche für Gemeinden ist, wie der Länderfinanzausgleich, wird sich dies in Zukunft negativ auf unsere Einnahmesituation in der Stadt auswirken. Auch Sie alle werden dies in ihren Geldbeuteln spüren, ich nenne hier nur die Erhöhung der Strompreise, den Wegfall der verminderten Mehrwertsteuer, wie er wahrscheinlich nach der Wahl kommen wird.
Wenn all die faulen Kredite oder unbrauchbare Anleihen bei einer sogenannten Bad Bank untergebracht werden, was glauben Sie denn, wer das später bezahlen soll? Wird das Geld nicht wieder eingesammelt, weil eben die Staaten gar nicht zurückzahlen können, wird unweigerlich eine Inflation, d.h. eine Geldentwertung die Folge sein. In deren Folge, wird derjenige, der mit seinem Geld etwas einkaufen möchte, weil er das Geld redlich verdient hat, nur noch weniger für das Geld bekommen, als er zuvor kaufen konnte. Ich komme zurück auf die Fabel und den Weg, den der Fuchs wählt: Der Fuchs sieht zwar ein, dass er die Mauer nicht erklimmen kann. Nun sagt er sich aber- weil er sich nicht eingestehen will, dass er bestimmte Dinge eben nicht erreicht oder dass bestimmte Dinge eben nicht funktionieren wie er sich das vorstellt - er sagt sich, dass ihm die Trauben ohnehin zu hoch hängen und ihm ohnehin viel zu sauer seien und belügt sich damit selbst. Er belügt sich selbst, ist aber zufrieden, weil er glaubt, den Widerspruch aufgelöst zu haben.
Ärmel selbst hochkrempeln: Aus alledem lernen wir, dass wir die Ärmel selbst hochkrempeln müssen. Unsere eigene Zukunft hängt davon ab, inwieweit wir erkennen, was wir machen können und was nicht. Unsere eigene Zukunft hängt davon ab, inwieweit wir bereit sind, für das was wir tun, auch einzustehen und das Risiko übernehmen. Sie werden sehen, spätestens nach der Bundestagswahl müssen wir mit kräftigen Einschnitten rechnen, und irgendwann werden Staaten wie Griechenland mit einer Begründung wie der Fuchs in der Fabel den Austritt aus der Währungsunion begründen. All das hat Auswirkungen auf unsere Stadt.
Warten auf die Umgehung: Jenes Geld, welches in Rettungsschirme gepumpt wird, fehlt hier in unserem Land für notwendige Infrastrukturmaßnahmen. Ich nenne schon wieder die Umgehungsstraße Spaichingen. Noch vor drei Jahren hat man mir erzählt, der Bundesverkehrswegeplan, in dem diese Maßnahme finanziert werden soll, wird vor der Bundestagswahl überprüft. Inzwischen steht fest, eine Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplanes kommt nicht vor dem Jahr 2015. Die derzeit vor Spaichingen liegenden Maßnahmen seien noch gar nicht in dem jetzigen Plan finanziert, zur Realisierung sind sie allerdings zum Teil schon frei gegeben. Selbst wenn wir bei der nächsten Fortschreibung in eine höhere Priorität kommen sollten, die es uns erlaubt, auch planen zu dürfen, und die Planung finanziert wird, vergehen dann bis zur Realisierung einer Maßnahmen mindestens 10 weitere Jahre.
Krankenhaus umbauen: Nehmen Sie das Thema Krankenhausversorgung. Schon Jahre wird hier im Kreis über das Thema Kreisklinikum, insbesondere der Erhalt der Spaichinger Klinik diskutiert. Vor kurzem habe ich gesagt, ich bin der Meinung, dass wir zur Versorgung der Bevölkerung - eben weil auch Hausarztpraxen hier in den nächsten Jahren schließen werden - ein Ärztehaus - ein sogenanntes medizinisches Versorgungszentrum - am Klinikum in Spaichingen andocken sollten. Beschimpft haben mich wegen dieser Äußerungen viele, unter anderem auch Politiker von hier, allen voran der Fraktionsvorsitzende der CDU im Spaichinger Gemeinderat. Beschimpft bin ich worden, weil ich angeblich gesagt haben soll, ich würde vorzeitig und ohne Not die Klinik aufgeben wollen. Das habe ich in keinem Satz gesagt. Aber wenn man ehrlich und sorgenvoll mit der Zukunftsgestaltung umgehen will, dann braucht man Visionen und man muss Vorschläge äußern dürfen, die dann auch ernst genommen werden. Ich sage Ihnen heute schon voraus, dass wir dieses Klinikum durch Kreistagsbeschlüsse umbauen werden, und dass es zu Einschnitten kommen wird. Wir warten dieses Jahr noch ab.
Noch immer bin ich der Auffassung, dass wir zur Erhaltung der medizinischen Versorgung in unserer Stadt über ein Ärztehaus oder medizinisches Versorgungszentrum nachdenken müssen. Es gibt nach meiner Auffassung keinen besseren Standort, als es an der Klinik zu realisieren, weil die Klinik auch hierdurch gestärkt werden könnte.
„Die Zukunft bringt, was wir der Zukunft bringen'"
Investitionen 2013: Was bringen wir in diesem Jahr an Zukunft, die unsere Stadt nachhaltig in Ihrer Entwicklung stärkt? Lassen Sie mich einen Blick auf unsere finanzielle Rahmensituation werfen: Im letzten Jahr haben wir 7,6 Mio € Gewerbesteuer eingenommen, den höchsten Stand, den wir je hatten. Ich danke, den Gewerbetreibenden, die zu diesem herausragenden Ergebnis beigetragen haben. Das zeigt mir aber, dass wir auf dem richtigen Weg sind, wenn wir hinreichend Gewerbeflächen zur Verfügung stellen und unseren Betrieben gute Infrastrukturbedingungen bieten.
Vergegenwärtigen Sie sich, dass wir mit unserem Gewerbegebietspreis in Höhe von 42 €/qm etwa nur die Hälfte der Kosten decken können, die notwendig wären, um ein Gewerbegebiet vollkommen zu erschließen. Die andere Hälfte ist Wirtschaftsförderung in unsere Betriebe, um sie hier zu haben und sie zu unterstützen, denn ohne Wirtschaft ist alles nichts in unserer Stadt. Das sehen Sie am besten in Städten, in den Wirtschaft oder öffentliche Einrichtungen abwandern oder abgezogen werden.Weil wir in diesem Jahr mehr Finanzumlagen an Kreis und Land zahlen müssen, führen wir nur noch - allerdings dennoch beachtlich 3,5 Mio € auf unser Sparbuch, aus dem wir unsere Investitionen zahlen.
In diesem Jahr werden wir Bautätigkeiten im öffentlichen Bereich in einer Größenordnung in Höhe von 7,3 Mio € entfalten. Schwerpunkte dieser Investitionen sind bei der Kläranlagenerweiterung und bei der Erneuerung des Marktplatzes gesetzt. Ab April werden wir die Hälfte des Marktplatzes aufreißen und bis September den neuen Plattenbelag aufbringen. 1,995 Mio € fließen in diesem Jahr in die Verbesserung des Marktplatzes und der Infrastruktur. Das ist notwendig, weil wir das Sanierungsgebiet in den nächsten drei Jahren abschließen wollen. Der Bund, der uns Städtebau mittel hierfür zur Verfügung stellt, verlangt auch eine zügige Abwicklung der Sanierungen.
Kläranlage, Gymnasium: Daneben werden wir bei der Kläranlage 1,7 Mio € investieren.Allein diese beiden Maßnahmen ein klares Signal an das Handwerk in unsere Stadt, welches von diesen öffentlichen Arbeiten enorm profitieren kann. Wir erweitern das Gymnasium und führen genau das fort, was wir seit Jahren machen. Investitionen in Schulen und Bildung als eine vordergründige Aufgabe zur nachhaltigen und zukünftigen Sicherung der Arbeitsplätze in unserer Stadt und zum langfristigen Erhalt auch von Einwohnergröße. Das Gymnasiumsdach wird neu gemacht - eine notwendige Instandsetzungsmaßnahme. Das Feuerwehrhaus wird eingeweiht.
Kindergarten: Frühkindförderung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind mir ein wichtiges Anliegen. In den letzten Jahren haben wir in den Kindergärten in kirchlicher Trägerschaft Frühkindbetreuungsplätze geschaffen, - dieses Jahr schaffen wir mit einem Anbau am Kindergarten Platz für weitere zwanzig Kinder, die in den nächsten Jahren im Kindergarten im Alter zwischen 6 Monaten und drei Jahren betreut und versorgt werden können. Wir übernehmen also Verantwortung in unsere Zukunft, weil wir sie selbst gestalten. Wir und insbesondere ich als Bürgermeister übernehmen aber auch Verantwortung für das, was wir gemacht haben und worüber man aus finanziellen Gründen etwa diskutieren könnte.
Ein Beispiel hierzu: Wir haben vor einigen Jahren unser Schwimmbad saniert und erneuert. Eine Investition von damals 5 Mio €. Damals hätte man unter Zugrundelegung rein kaufmännischer Gesichtspunkte sagen müssen, das lohnt sich nicht, wir schließen das Bad - wie es im übrigen andere Gemeinden getan haben.Wir haben gesagt, wir halten es für wichtig, eine solche Daseinsvorsorgeeinrichtung vorhalten zu können. Wir haben saniert und wir stehen dazu. Aber wir dürfen nicht verkennen, dass dieses Bad, auch heute und in den nächsten Jahren jährlich ca. 400.000 € kostet, wenn man Abschreibungen und alles einrechnet. Wir haben damals gesagt, wir machen das trotzdem, weil ein Bad auch eine gute Einrichtung für die Bevölkerung ist.
Was machen wir noch dieses Jahr: An der Alten Turnhalle - eines der schönen Gebäude in alter Bausubstanz, werden wir in diesem Jahr eine weitere Fassadenseite machen. Wir werden in der Lehmgrube ein Baugebiet erschließen und attraktive Bauplätze anbieten können. An der Schillerschulsporthalle bauen wir weitere Parkplätze, um den Parkdruck an Wochenenden zu entzerren. Auch im Tiefbau, werden wir instand setzen und verbessern, etwa in der Max-Planck Straße.
Das ist ein Gesamtinvestitionspaket in diesem Jahr in Höhe von 8,7 Mio €, wenn ich auch Anschaffungen hinzurechne. Ich bin sehr stolz darauf, dass wir dieses Investitionspaket stemmen können, ohne dass wir Kreditaufnahmen brauchen. Ich habe dem Gemeinderat vorgeschlagen, dass wir aus unserer Ertragskraft noch eine Million € auf die hohe Kante legen, um den sicherlich schwächeren Haushalt 2014 und die in ihm vorgesehenen Investitionen gesamtwirtschaftsverträglich, d.h. ohne größere Neuverschuldung, gestalten zu können. Das ist vorausschauend und weise, weil wir damit die Verschuldung im Griff halten. Mit dem diesjährigen Paket erreichen wir trotz der hohen Investitionen zumindest mittelfristig eine Verringerung der Verschuldung. Und wir schreiben damit ein bereits mehrjähriges Bemühen fort, dass wir wie in den Jahren 2011 und 2012 ohne neue Kreditaufnahmen auskommen.
Keine Kreditaufnahme: Schauen Sie also in diese Stadt hinein und schauen Sie, was gemacht wird, was entsteht und betrachten Sie die Zahlen, dass wir bereits im dritten Jahr ohne Kreditaufnahme auskommen. Wer da behaupten will, wir seien nicht gut aufgestellt, der muss mir erst einmal das Gegenteil beweisen. Ich habe das schon einmal vor einem Jahr im Wahlkampf gesagt: Ich lasse mir diese Stadt nicht schlecht reden, nicht von schlechtem Journalismus in der Tagespresse und nicht von bestimmten Gruppen, die meinen, Sie müssten alles besser wissen und ständig und unentwegt nicht aufhören, mich und meine Arbeit diskreditieren zu wollen.
Stolz: Wir müssten im Gegenteil zu Beginn dieses Jahres alle stolz auf  das sein, was wir in Spaichingen erreicht haben. Ich bin zu Beginn dieses Jahres stolz darauf, dass ich mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Dienstleistungsbetrieb Rathaus vorhalten kann, in dem Sie alle nicht nur gut beraten werden, sondern wo Ihnen auch geholfen wird. Wir haben ein modernes Rathaus, nicht nur im Aussehen geschaffen. Wir dürfen uns nicht davor verschließen, dass Gesellschaft sich wandelt, dass Kinder in einer medialen Welt groß werden, die ihnen Reize gibt und die auf sie Informationen einfließen  lässt, die nicht immer für die Entwicklung förderlich sind. Denken Sie daran, dass wir an unseren Schulen inzwischen drei Soziaipädagogen  beschäftigen, die sich um diese Entwicklungsdefizite kümmern sollen. Ein  Umstand, den wir vor 20 Jahren noch gar nicht kannten. 
Wenn wir stolz auf das sind, was wir erreicht haben, und wenn wir  erkennen, wo die Risiken in den vor uns stehenden Jahren liegen, dann können wir getrost heute sagen, dass die Zukunft das bringen wird, was wir in die Zukunft hinein vorbereiten und für sie gestalten. Wir nehmen es in Angriff mit zahlreiche Infrastrukturmassnahmen und mit Instandsetzungen.
Da sind unsere Unternehmer, die mit ihrer Kompetenz Arbeitplätze  vorhalten. Da sind eine Vielzahl Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die mit ihrer Einkommensteuer auch einen Teil dazu beitragen für die Weiterentwicklung unserer Stadt. Es ist eine Vielzahl von ehrenamtlich Tätigen, die unser Gemeinwesen als Bürgergesellschaft zusammenhalten. Ich nenne hier nicht mit dem Anspruch auf Vollzähligkeit die Arbeit der Damen im Hospiz, die Arbeit der Helferinnen in der Kleiderkammer, im Weißen Ring, im Heimatverein, im Tierschutz. Ich danke den Seniorinnen und Senioren, die sich mit der Organisation zahlreicher Nachmittage für Senioren in die Gemeinschaft einbringen.
Interessen der Stadt vertreten: All das ist ungeachtet der Politik in unserer Stadt genauso wichtig, wie die Bautätigkeit. Wir sind gut aufgestellt. Das kann ich als Bürgermeister am heutigen Vormittag versichern. Zu Beginn dieses Jahres möchte ich Ihnen ganz persönlich nochmals danken, dass Sie mir im vergangenen Jahr mit einem eindeutigen Ergebnis den Auftrag und das Vertrauen für weitere acht Jahre als Bürgermeister gegeben haben. Ich werde mich auch in diesem Jahr nicht verbiegen lassen. Ich werde auch in diesem Jahr für die Interessen dieser Stadt eintreten, wenn ich es für geboten halte. Hier schwelt immer noch die Auseinandersetzung in der Frage der Zusammenarbeit in der Verwaltungsgemeinschaft Spaichingen. Hier biete ich Lösungen an, aber nicht um jeden Preis. Und all diejenigen, die darüber reden, lade ich gerne zum Gespräch ein.
Informieren: Ich rate gerade in diesem Jahr allen dazu und lade alle dazu ein sich zuvor auch umfassend zu erkundigen, bevor man sich eine Meinung bildet und diese auch äußert, ohne zum Teil umfassende Hintergrundinformationen zu haben. Das haben wir gerade in den letzten Wochen wieder erlebt und jeden Tag in der Tageszeitung lesen können, als es um einen Vorfall auf dem Betriebshof ging. Ich bin bereit, Rede und Antwort zu stehen, wenn an Stammtischen oder anderswo über Dinge geredet wird, die die Stadt betreffen. Immer nur „Ich habe gehört, dass...- wie ich es eingangs dargelegt habe, bringt uns alle nicht weiter.
Persönlich wünsche ich mit meiner Frau, dass wir in diesem Jahr viele gute Stunden mit Ihnen erleben dürfen. Ich wünsche mir und meinen Mitarbeitern eine Atmosphäre in unserer Stadt, in der auch anerkannt wird, was wir tun. Ich wünsche uns allen ein friedvolles Jahr. Jederzeit können Sie sich persönlich an mich wenden. Ich werde mir Zeit für Sie nehmen und Ihnen In Ihren Anliegen helfen, so weit mir dies möglich ist.
Meine Frau und ich wünschen uns allen ein gut verlaufendes Jahr 2013, in der Hoffnung, dass wir die Zukunft in dem Maße gestalten können, dass wir zum Ende des Jahres sagen werden, es war gut, wie wir es getan haben.
Wir stehen zu Beginn dieses Jahres sehr gut da. Lassen wir uns diese Ausgangssituation nicht schlecht reden. "Die Zukunft bringt, was wir der Zukunft bringen werden". Diesen
Auftrag nehme ich zu Beginn des Jahres ernst. In diesem Sinne schütze Gott unser Vaterland und unsere Stadt".