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Drei Sozialkiller: Inflation, Klima, Renten

Gegen wachsende Probleme helfen keine Impfkampagnen

Von WOLFGANG HÜBNER

Nach vielen Monaten, in denen es kein anderes Thema als das Virusgeschehen zu geben schien, rücken nun wieder andere Probleme in den Vordergrund. Und diese sind für viele Millionen Menschen in Deutschland nicht mit Impfkampagnen aus der Alltagswelt zu schaffen: Die Inflation zieht beträchtlich an, die Kosten der Klimapolitik werden immer höher und damit erlebbarer, die Rentenlügen der etablierten politischen Kräfte werden gerade entlarvt und dürften für die jüngeren und mittleren Generationen dramatische Folgen zeitigen. Es mag gelingen, diese Themen noch weitgehend aus der Bundestagswahl Ende September herauszuhalten. Umso brutaler wird das Erwachen danach.

Es war immer klar, dass die wundersame astronomische „Geldschöpfung“ von Politik und Notenbanken nicht ohne Folgen auch für die Masse der Bevölkerung bleiben würde. Nun ist offenbar der Zeitpunkt dafür gekommen. Denn Energie ist deutlich teurer geworden, Lebensmittel und Bauen sowieso. Inzwischen rechnen Ökonomen mit dem Anstieg der Inflation im Laufe dieses Jahres auf mehr als vier Prozent. Danach soll es sich wieder beruhigen. Doch das sagen die Gleichen voraus, die sich schon zu oft mit ihren Prognosen geirrt haben.

Tatsache ist: Die reale Geldentwertung schwächt in besonderer Weise die Kaufkraft von Menschen mit Normal- oder Geringeinkommen. Dagegen mit Zinserhöhungen vorzugehen, ist in Anbetracht der ungeheuren Staats- und Privatverschuldung mehr als riskant und für einige EU-Staaten geradezu tödlich.

Klima
Die EZB beschäftigt sich auch deshalb lieber mit dem Klima, denn ihre Präsidentin Christine Lagarde verkündet: „Der Planet brennt“. Das muss Petrus irgendwie missverstanden haben, denn es regnet wie schon lange nicht mehr nach dem kältesten Mai seit vielen Jahren. Die gewaltigen Heerscharen von Klimapanikern und Klimaprofiteuren kann das natürlich nicht beirren, wohl aber immer mehr Nichtmilliardäre irritieren.

Denn die Klimapartei der Grünen zu wählen, kostet vor allen denen immer mehr, die die Grünen nicht wählen. Zumindest diese Erkenntnis könnte sich bis zur Bundestagswahl noch eindringlicher bei den Deutschen durchsetzen. Alle Beschwörungen, die Kosten des Kampfes gegen den vermuteten Klimawandel ließen sich „sozialverträglich“ gestalten, sind wirkungslose Beruhigungspillen. Ganz im Gegenteil wird dazu ein hoher Preis zu entrichten sein, der in vielfältiger Weise auch wieder Menschen mit Normal- und Geringeinkommen unverhältnismäßig mehr belasten wird. Das (illusionäre) Ziel „Klimaneutralität“ kann auf keinen Fall mit „Sozialneutralität“ angestrebt werden, ganz im Gegenteil.

Renten
Nicht weniger, sondern eher noch viel mehr Sprengstoff wartet auf die Deutschen beim Thema Rentenentwicklung. Es ist einem aktuellen Gutachten des Wissenschaftsbeirats beim Bundeswirtschaftsministerium zu verdanken, dass die ganz große kollektive politische Realitätsverweigerung in Sachen Renten nun ans Licht kommt. Schon in vier Jahren ist das jetzige sehr dürftige Rentenniveau von mindestens 48 Prozent nicht mehr finanzierbar ohne drastische Erhöhung des Beitragssatzes und/oder ebensolche Steuererhöhungen.

Nach 2030, also schon in nicht ferner Zukunft, wird das Problem wegen der unabänderlichen demografischen Entwicklung ohne härteste Maßnahmen beim Rentenalter und Renteneinkommen vollends unlösbar. Denn dann droht sehr real massenhafte Altersarmut. Allerdings nicht für all die Politiker, die zwar gerne über Klimaziele bis 2050 fantasieren, doch lieber kein Wort über die zukünftige Rentensituation verlieren möchten. Vielleicht kommt aber auch ein rettendes Virus, das dieses und die anderen Probleme alternativ „löst“.
(pi-news.net)

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