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Ein Eigentor?

Harald Niemann verlässt Spaichinger FDP-Gemeinderatsfraktion

Der Mann mit der Mütze hat seinen Hut aus dem Ring geworfen. 

(tutut). "Die FDP-Gemeinderatsfraktion gibt bekannt, dass das bisherige Fraktionsmitglied Harald Niemann aus der Fraktion ausgeschieden ist. Der FDP-Stadtverband und die Fraktionsmitglieder bedauern dessen Schritt und würdigen seine bisherige Arbeit". Knapper und nüchterner lässt sich nicht melden und auch nicht würdigen, was seit Monaten absehbar war im Spaichinger Gemeinderat.
Denn auch Nichteingeweihten der Spaichinger Kommunalpolitik konnte nicht verborgen bleiben, dass die Fraktion schon lange aus den zwei Stadträten Leo Grimm und Oliver Hirt bestand, während der dritte Mann auf eigenen anderen Wegen wandelte.
Da Harald Niemann vom Lokalblatt online mit der Aussage zitiert wird, "er beabsichtige seinem Wählerauftrag treu und im Gemeinderat zu verbleiben. Auch bleibe er Mitglied der FDP", wird er wohl erklären müssen, wie er glaubt, mit dem Ticket der FDP-Liste von den Wählern in den Gemeinderat gesetzt, diese nun düpieren könne mit dem politischen Salto Mortale, als Solist weiterhin in der FDP und damit FDP-Stadtrat bleiben zu können.
Niemann ist vor allem als eine Art Ich-AG aufgefallen, der Selbstdarstellung keineswegs abhold, kaum als Teamplayer. Wiederum laut Lokalblatt online beansprucht er für sich den Status eines "Liberalen". Dass Liberalismus Freiheit u n d Verantwortung bedeutet, hat er dies vielleicht übersehen? Hat er sich nicht selbst außerhalb einer Mannschaft auf die Bank gesetzt und beklagt nun, er hätte nicht mitspielen dürfen? Dass Streiten der Sache wegen zur Demokratie gehört, müsste ein gewählter Gemeinderat ebenso wissen, wie die Selbstverständlichkeit des Grundgesetzes, wonach Denk- und Meinungsfreiheit auch für Gemeinderatsmitglieder gelten und dort keineswegs eingeschränkt sind, schon gar nicht, wie zu beobachten ist,  in der FDP.
Gibt es im Spaichinger Gemeinderat einen Stadtrat oder eine Städträtin, die mehr davon Gebrauch gemacht haben, und dies oft auf so eigentümliche und auch eigensinnige Weise, wie ein Harald Niemann? Könnte es sein, dass der selbsternannte Auswechselspieler der FDP-Gemeinderatsfraktion nun ungewollt ein Eigentor geschossen oder sich selbst gar zum Tor des Jahres gewählt hat? Politik bedeutet das Bohren dicker Bretter. Den einen oder anderen Kommunalpolitiker kann dies überfordern.
Besonders konsequent ist Harald Niemann nicht, denn würde er sonst den durch die FDP erhaltenen Wählerauftrag nicht redlicherweise zurückgegeben, anstatt die Mannschaft im Stich zu lassen und zu schwächen?