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Eine unsichtbare Burg als Freizeitpark?

Schörzinger Bürger planen Projekt auf dem Oberhohenberg



(tutut). Sie gab einer Grafschaft den Namen, trotzdem ist über sie längst Gras gewachsen. Was mal der in der Albregion bekannte sogenannte Maler und Burgenforscher Konrad Albert Koch aus Schörzingen zwischen 1908 und 1913 ausgegraben und wieder zugeschüttet hat, taugt kaum für örtliche Burgenromantik, welche wohl eher in Freizeitparkremmidemmi abzugleiten droht. Denn es ist keineswegs so, dass heutzutage jedermann an historschen Stätten drauflos  herumgraben darf auf Spuren der Vergangenheit.

Denn laut Tuttlinger Lokalblatt hat sich in dem Schömberger Stadtteil Schörzingen, einst zum Oberamt bzw. Kreis Spaichingen gehörend, mit dem  Oberhohenberg als zweithöchstem Gipfel der Alb, eine Initiative gebildet, die so eine Art "Erlebnistreff Oberhohenberg" anpeilt. Das sieht mehr nach Dichtung als nach Wahrheit aus.

Der Ausgräber Koch hat das damals nicht ganz so romantisch gesehen. Was er dann aufgrundf seiner Messungen als ehemalige Burgansicht auf Papier brachte, dürfte sehr idealisierend gewesen sein.Man vergegenwärtige sich nur mal der Burg Hohenzollern oder der Hochkönigsburg in den Vogesen, beide sind aus Ruinen auferstanden zu Burgen, wie sich fürs Mittelalter schwärmende im 19.Jahrhundert so vorgestellt haben. Der bayerische Märchenkönig ging damals gleich ein paar Schritte weiter und ließ gleich seine Phantasie Luftschlösser auf der Erde errichten.

Was Burgenausgräber Koch, dessen Geburtshaus bei Schörzingen heute museale Erinnerung an ihn pflegt, seinerzeit festgehalten hat, ist dokumentiert. Die im 12.Jahrhundert erbaute Burg auf dem Oberhohenberg als Herkunft der Grafen Hohenberg, ist von ihren Gründern früh verlassen worden, um ins angenehmere Rottenburg zu wechseln. Die wohl bekanntesten Hohenberger, wie Gertrud, die Frau von Rudolf von Habsburg, oder ihr Bruder Albrecht II. (13.Jahrhundert), der vor allem als Miniminnesänger verwewigt worden ist, sind nicht auf dem Oberhohenberg geboren. Die Burg ist im 15. Jahrhundert von den Rottweilern eingenommen und völlig zerstört worden.
1913 wurden die Fundamente der Burganlage vom Schörzinger Albverein mit ihrem Gründer Konrad Albert Koch an der Spitze freigelegt, vermessen und wieder zugeschüttet, um sie vor weiterer Zerstörung zu schützen. Bis auf zwei Gräben ist kaum noch was zu erkennen. kaum noch etwas zu erkennen. Die Burganlage soll rund 77 Meter lang und 40 Meter breit gewesen sein.