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„Einstellung zur Abhängigkeit verändern“

"Wir wollen, dass junge Afrikaner in Afrika bleiben": Ghanas Präsident Nana Addo Dankwa Akufo-Addo bei Treffen mit Macron

(tutut) - Auf einer Pressekonferenz anlässlich eines Treffens mit dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron am 4. Dezember 2017 in der Hauptstadt von Ghana, Accra, hielt der ghanaische Präsident Nana Addo Dankwa Akufo-Addo eine bemerkenswerte Rede, die von den Verantwortlichen aller Länder beherzigt werden müsste, deren Bevölkerung ihr Glück durch illegale Einwanderung in westliche Länder sucht.

Nana Addo Dankwa Akufo-Addo sagte u.a.:
"Die Grundlage für politische Entscheidungen in unserem Land, unserer Region, unserem Kontinent kann einfach nicht mehr länger die Frage sein, was uns die westliche Welt, Frankreich oder die Europäische Union oder sonst eine Hilfsebene an Unterstützung geben kann. Es wird nicht funktionieren. Es hat nie funktioniert und es wird nie funktionieren..

Es ist einfach nicht gut für ein Land wie Ghana, heute 60 Jahre nach seiner Unabhängigkeit, dass die Budgets für Bildung und Gesundheit noch immer von der Großzügigkeit europäischer Steuerzahler abhängen. Nach so einer langen Zeit sollten wir doch eigentlich in der Lage sein, unsere Grundbedürfnisse selbst zu finanzieren.. Sie dürfen gerne geben und wir sind dankbar für alle Maßnahmen, die Frankreich über die Mittel seiner Steuerzahler für uns ergreift. Sie dürfen das gerne weitermachen. Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Nur, dieser Kontinent, nach all dem, was passiert sein mag, verfügt noch immer über 30 Prozent aller natürlichen Ressourcen auf der Welt. Der Kontinent verfügt über einen sehr weitläufigen fruchtbaren Boden. Er beherbergt die jüngste Bevölkerung aller Kontinente auf der Welt. Diese Energie und Dynamik können wir unmittelbar sehen. Es geht um diese jungen Männer, die so viel Widerstandskraft und Ideenreichtum zeigen bei der Überquerung der Sahara. Sie finden Wege, auf kaum schwimmfähigen Booten das Mittelmeer zu überqueren.

Diese Energie, von genau dieser Energie wollen wir, dass sie sich in unseren Ländern entfaltet..Wir wollen, dass junge Afrikaner in Afrika bleiben.. Wir müssen uns die Frage stellen, was wir in diesem 21. Jahrhundert unternehmen müssen, damit Afrika wegkommt von seiner unterwürfigen Bettelhaltung um Hilfe, Wohltätigkeit und Geldzahlungen. Bedenkt man den Reichtum des afrikanischen Kontinents, dann müssten eigentlich wir andere mit Geld unterstützen.. Eine große Frage für uns ist, wie es die Koreaner, Malaysier und Singapurer schaffen konnten, die ihre Unabhängigkeit zur selben Zeit wie wir erreichten. Wir wissen, dass zur Zeit der Unabhängigkeit das pro-Kopf BIP in Ghana höher war als jenes in Korea. Heute ist Korea Teil der Ersten Welt. Selbiges gilt für Malaysia und Singapur. Wie konnte das so kommen? Wie konnten sie diesen Übergang erfolgreich meistern, während wir 60 Jahre nach unserer Unabhängigkeit noch immer da sind, wo wir angefangen haben?..

Ich bin überzeugt, dass wenn wir es schaffen, diese Einstellung zu verändern, diese Einstellung zur Abhängigkeit – diese Einstellung, die sich um Hilfe und um Wohltätigkeit dreht –, dann bin ich überzeugt, dass in den kommenden Jahrzehnten ein fundamentaler Wandel bei den Völkern Afrikas vonstatten gehen wird".

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