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Eintopfsonntag und Veggietag

"Die brauen Wurzeln der Grünen"

(tutut) - "Die FOCUS-Kolumne von Jan Fleischhauer" trägt die Überschrift: "Die braunen Wurzeln der Grünen: Wo Esoterik und Corona-Protest zusammenfinden". Dies ist eine Punktlandung. Nur für Ahnungslose kann dies überraschend sein. Denn Sozialismus bleibt Sozialismus, auch wenn er sich umlackiert. Die alten Nazis unterscheiden sich in ihren Endzielen nicht von den neuen. Ein anderes System wollten sie und bekamen es mit furchtbarem Ende, ein anderes System wollen sie, und das hat wiederum mit Demokratie und Rechtsstaat nichts zu tun. Es sind scheinbare Kleinigkeiten, die die alten und die neuen verraten. Und die Masse reagiert psychologisch ausrechenbar immer gleich.

Veggietag: Weniger oder gar kein Fleisch soll Deutschland essen, um die Welt zu retten. Gemüse und Obst halten den Mensch gesund oder zumindest auf Trab, bis er genauso stirbt wie der Allesesser, als der er 200 000 Jahre überlebt hat. Grün und Schwarz wie in Baden-Württemberg machen nicht bunt, sondern nach der Farbenlehre braun. Wer Fleischhauers "braunen Wurzeln" der Grünen nachgräbt, stößt auf eine altbekannte Parallele, wobei den alten Nazis das massenhafte Erstgeburtsrecht zusteht. Eigentlich ist an den Grünen gar nichts neu, denn Religionen legen immer wieder mit Variationen ihre alten Platten auf.

Ein Beispiel, das sehr aktuell klingt, ein kleines Blümelein, das Vergissmeinnicht, weist symbolisch daraufhin, Quelle .internetloge.de: Das Winterhilfswerk des Deutschen Volkes (Abkürzung WHW - von Zeitgenossen später umgedeutet in WaffenHilfsWerk) war eine, in Anlehnung an eine ähnliche Institution zur Zeit der Weltwirtschaftskrise 1929, am 13. September 1933 zur Entlastung der staatlichen Arbeitslosenfürsorge im Dritten Reich gegründete Stiftung, die vom Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Goebbels geleitet und von der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt e. V. organisatorisch getragen wurde. Sie sollte die sogenannte "Volksgemeinschaft" stärken, den Staat finanziell entlasten und als Nothilfeaktion schnell sichtbare Erfolge bei der Bekämpfung der Folgen von Arbeitslosigkeit und Armut vorweisen.

Zur Unterstützung von Arbeitslosen und Bedürftigen wurde ein System von Sammlungen, Spenden, Lohnverzicht und freiwilligen Arbeits- und Dienstleistungen in der Bevölkerung organisiert. Von 1933 bis 1939 kamen so Spenden im Wert von 2,5 Mrd. RM zusammen. Danach wurde das WHW als Kriegswinterhilfswerk zur Linderung der Kriegsfolgen weitergeführt. Die allgegenwärtige Sammeltätigkeit des WHW wirkte finanzpolitsch über Geldabschöpfung preisstabilisierend auf die Warenmärkte ein. Der rechtliche Rahmen wurde mit dem "Gesetz zur Regelung der öffentlichen Sammlungen und sammlungsähnlichen Veranstaltungen" (Sammlungsgesetz) vom 5. November 1934 und dem "Gesetz über das Winterhilfswerk des Deutschen Volkes" vom 1. Dezember 1936 abgesteckt. Die Gesamtzahl der meist ehrenamtlichen ständigen Helfer bei den am Wochenende durchgeführten Sammlungen betrug im Winterhalbjahr 1933/1934 rund 1.500.000 Personen und pendelte sich in den folgenden Jahren auf eine Zahl um 1.200.000 ein. Für die unterschiedlichen Zwecken gewidmeten Geldsammlungen wurden die Straßenzüge systematisch erfasst. Die feinmaschigen Sammelbezirke waren der Struktur der nationalsozialistischen Parteiorganisation angepasst und die Helfer den Blockleitern der NS-Volkswohlfahrt-Organisation unterstellt.

Obwohl die Spenden offiziell immer als absolut freiwillig galten, wurde die Spendenfreudigkeit doch häufig durch mehr oder weniger sanften Druck gefördert, wobei das Tragen der Abzeichen während der Sammlungstage auch einer gewissen Kontrollfunktion diente. Jeder trug also die Anstecknadeln als eine Art öffentlich sichtbaren Ausweis, damit er nicht an der nächsten Straßenecke erneut zum Spenden aufgefordert wurde. Sie waren quasi eine Art Spendenquittungen. Angesteckt blieben die Nadeln häufig bis zum Erscheinen der nächsten Serie.

Die Herstellung der Abzeichen mit den verschiedensten Motiven und Materialien wurde heimischen Handwerksbetrieben übertragen, um damit auch der Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken. Vermutlich wurden die Formen für die Herstellung von unterschiedlichen Firmen und nach nur grober Vorlage gebaut, wobei das Colorieren der Anstecknadeln in Handarbeit erfolgte, was zu vielfältigen Abweichungen im Aussehen führte, jedes Abzeichen war quasi ein Unikat. Da die Anstecknadeln alle Bevölkerungskreise erreichen sollten, waren die Auflagen entsprechend hoch und lagen zwischen 10 und 50 Millionen Stück je Abzeichen. Etwa 8.000 verschiedene Abzeichen, die meist in Serien von fünf bis zwanzig Stück jährlich erschienen, was Sammler und Kinder zum mehrfachen Kauf verlocken sollte, wurden von Oktober 1933 bis März 1943 in unterschiedlichsten Ausführungen und Materialien zu den monatlichen Sammlungen und lokalen Anlässen herausgegeben.

Als Abzeichen zur Sammlung vom 26. und 27. März 1938 hatte das Winterhilfswerk das Thema Frühlingsblumen gewählt. Die Serie aus bemaltem Kunstharz bestand aus 8 Motiven: Stiefmütterchen, Blütenblätter mit gleicher Farbe; Stiefmütterchen, 2 Blütenblätter in anderer Farbe; Rose mit Blatt und Stiel; Rose ohne Blatt und Stiel; Veilchen, Apfelblüte, Vergißmeinnicht; Schneeglöckchen; Vierklee. Hergestellt wurden 22.723.972 Stück an den Herstellungsorten Geislingen, Ober-Ramstadt, München und Karlsruhe. Das Vergißmeinnicht-Abzeichen bestand aus drei Blüten und drei angedeuten Blättern. Diese Edition machten sich die wenigen der Freimaurer, die damals noch einen Zusammenhalt hatten, sofort in Erinnerung an den Großlogentag 1926 in Bremen zu ihrem geheimen, aber offen getragenen Erkennungszeichen. Es war ja ein amtliches Zeichen vom Winterhilfswerk, das zwar zur nächsten Sammlung wieder abgelegt werden sollte, was dann aber doch mit dem Hinweis, daß es so besonders schön wäre, dennoch weiter getragen werden konnte, aber nicht als offizielles Abzeichen sondern als "Schmuckstück". Die nächste Edition erschien am 5. und 6. November 1938 und ab da hatte das WHW-Vergißmeinnicht in seiner Umwidmung den Charakter eines tatsächlich geheimen Zeichens angenommen.

Nun gab es nicht nur die Winterhilfswerksammlungen, sondern auch die Eintopfsonntage ab 1.Oktober 1933 zur Gleichmacherei als ein Zeichen der sozialistischen Solidarisierung mit der Volksgemeinschaft. eingeführt.Es wurden ebenfalls Spenden gesammelt. Außerdem hatten die Eintopfsonntage den Zweck, das Volk an den Verzicht auf Fleisch zu gewöhnen. Damit konnte die sogenannte Fettlücke, die nur durch devisenträchtige Importe auszugleichen war, reduziert werden. Von Oktober bis März sollte einmal im Monat in allen deutschen Haushalten nur Eintopf gegessen werden. Die Differenz zwischen den Kosten für das sonst übliche Sonntagsessen und dem für Eintopf nötigen Aufwand, von oben generell mit 50 Pfennig veranschlagt, wurde von den von Tür zu Tür gehenden Blockwarten der NSDAP kassiert und kam dem kurz zuvor gegründeten Winterhilfswerk zugute.

Die Einsparungen waren angeblich oft größer, wie z. B. bei einem Rezept eines 4-Personen-Eintopfgerichts für 1,18 RM aus dem Jahr 1933. In den Zeitungen wurden wiederholt Eintopfrezepte als Vorschläge veröffentlicht; es erschien auch ein Eintopf-Kochbuch. Führende Persönlichkeiten des NS-Regimes wie Adolf Hitler und Joseph Goebbels benutzten das öffentliche Eintopfessen als Propagandamittel.MeyersLexikon 1937: "Der Eintopfsonntag soll nicht nur materiell durch die Spende, sondern auch ideell dem Gedanken der Volksgemeinschaft dienen. Es genügt nicht, daß jemand zwar eine Eintopfspende gibt, aber seine gewohnte Sonntagsmahlzeit verzehrt. Das ganze deutsche Volk soll bei diesem Eintopfsonntag bewußt opfern, um bedürftigen Volksgenossen zu helfen“.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Bezeichnung Eintopfsonntag abgeschafft. Stattdessen wurde der Begriff "Opfersonntag" eingeführt, der allein dem Winterhilfswerk vorbehalten war.

Was will nun Fleischhauer über braune Grüne sagen? "Die Schnittmenge zwischen grünem Stammpublikum und anthroposophisch bewegten Corona-Leugnern ist größer, als viele denken. Der Parteispitze ist der Esoterik-Klüngel peinlich. Aber verärgern will sie ihn auch nicht.
Ich habe überlegt, meinen Sohn auf einer Waldorfschule anzumelden.. Ich habe gehört, dass sie in der Waldorfschule in besonderer Weise die Lernbegeisterung von Kindern fördern, das hat mir gefallen. Dafür würde ich auch in Kauf nehmen, dass man seinen Namen tanzen muss...
Meine Frau ist skeptisch. Sie fürchtet, dass unser Sohn kein vernünftiges Abitur macht, weil sie in der Schule zu sehr vom offiziellen Lehrplan abweichen. Außerdem hält sie Anthroposophie für Hokuspokus.Ich habe mich daraufhin im Netz kundig gemacht. Es ist erstaunlich, dass noch niemand im Zuge des Bildersturms auf die Idee gekommen ist, gegen Rudolf Steiner, den Begründer der Waldorfschule, vorzugehen". Neben Thesen zu Reinkarnation und dem geheimen Wissen durch Intuition finde man Ausführungen zu einer lemurischen, einer atlantischen und einer arischen Wurzelrasse, die Steiner nach einer "übersinnlichen Wesensschau" der Reihe nach anordnet. Es gebe haarsträubende Zitate ("Der Neger hat ein starkes Triebleben, sein ganzer Stoffwechsel geht so vor sich, wie wenn in seinem Innern von der Sonne selbst gekocht würde"); im Geschichtsunterricht folgten sie in der Waldorfpädagogik angeblich einer fiktiven Völkerwanderung, die in einem sagenhaften Königreich beginnt und in der germanisch-angelsächsischen Kulturepoche als Höhepunkt endet".

Was sicher nicht nur Fleischhauer auf der Berlin-Demo aufgefallen haben dürfte ist diese seine Beobachung: "Viele hat es überrascht, bei den Corona-Demonstrationen Menschen zu sehen, die man eher im Umfeld eines Grünen-Parteitags vermuten sollte. Vor Erleuchtung glühende Frauen in Wallekleidern, die 'Liebe ist die Antwort' skandieren. Anhänger der Chakren-zentrierten Meditation, die das Virus einfach wegatmen. Dazwischen Freunde der Sonnenblume, die auch im Kampf gegen Covid-19 ganz auf die Heilkraft der Pflanze setzen. Von der Heilpraktikerin aus der Eifel zum Reichsbürger in der Hauptstadt ist es manchmal nur ein kleiner Schritt. Den Grünen sind die esoterischen Schwestern und Brüder mit dem rechten Einschlag verständlicherweise etwas peinlich. Andererseits will man sie auch nicht verärgern. Zwei bis drei Prozent sind im politischen Geschäft eine Größe, auf die man nicht verzichten möchte, schon gar nicht, wenn man sich daran macht, das Kanzleramt zu erobern". Das Okkulte und Obskure seien vielfältig anschlussfähig. Tatsächlich verdanke die grüne Bewegung der völkisch orientierten Esoterikszene mehr, als man bei den diversen Erinnerungsmärschen und Jubiläumsveranstaltungen zu hören bekomme.

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