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Ende einer Kampagne von Scheinjournalismus

Vom "Baufhof-Fall" bleibt nur der "Fall Regina Braungart"
(tutut). Sowohl das Lokalblatt namens seiner Schreiberin Regina Braungart wie auch die Polizeidirektion Tuttlingen haben allen Grund, sich in der Öffentlichkeit zu entschuldigen. Von gewissen Leserbriefschreibern und dem halben Spaichinger Gemeinderat ganz zu schweigen. Neun Räte sind vom Bürgermeister wegen eines "offenen Briefes" auf Unterlassung verklagt worden. Seit 6. November  wurde im Lokalblatt ein sogenannter "Bauhof-Fall" kolportiert, nachdem ein Bauhofmitarbeiter von Kollegen angeblich misshandelt worden sei. Ein Sprecher der Polizeidirektion wurde dazu zitiert, dass der Fall so gewesen sei wie geschildert. Hatte zu diesem Zeitpunkt die Polizei überhaupt schon ihre Ermittlungen begonnen? Erinnert dies nicht fatal an eine ebenfalls nach schon einem Tag als Presseauskunft der Polizei verkündete Weisheit, Morddrohungen anlässlich der Bürgermeisterwahl an den Verantwortlichen der NBZ, hätten nichts mit dem Raum Tut zu tun? Was den "Bauhof-Fall" betrifft, so stellt sich nun heraus, ist außer Gerüchten nichts gewesen.
Nachdem Polizei und Staatsanwaltschaft sozusagen vom Lokalblatt zum Jagen des Phantoms des Bauhofs getragen worden waren, ist nun das erwartete Ende dieser Farce gekommen. Rechtsanwalt Oliver Hirt hat mitgeteilt, dass die Staatsanwaltschaft Rottweil  das Verfahren eingestellt hat: "Ich vertrete bekanntlich einen der beiden Beschuldigten. Angesichts der Brisanz der Thematik will ich auf diesem Wege mitteilen, dass das Ermittlungsverfahren gegen beide Beschuldigte mit gestriger Verfügung der Staatsanwaltschaft Rottweil eingestellt wurde. In der Begründung wird unmißverständlich ausgeführt, dass beide es nicht gewesen sein können, weil sie zum angeblichen Tatzeitpunkt abwechselnd im Urlaub waren, mithin zu keinem Zeitpunkt gemeinsam im Bauhof waren". In der Presse-Erklärung von Oliver Hirt heißt es:
"Presse-Erklärung zum sog. Bauhof-Fall
Herr Rechtsanwalt Hirt, der einen der Beschuldigten im sog. Bauhof-Fall vertritt, teilt mit, dass mit Verfügung vom 04.02.2013 die Staatsanwaltschaft Rottweil das Ermittlungsverfahren eingestellt hat. In der Begründung wird ausgeführt, dass laut den Angaben des Geschädigten die Tat sich in den Pfingstferien 2012 zugetragen haben soll. Zu diesem Zeitpunkt aber waren beide Beschuldigte nachweislich abwechselnd urlaubsbedingt abwesend, so dass sie zu keiner Zeit am selben Tage auf dem Betriebshof zugegen waren.
Rechtsanwalt Hirt sieht sich in seiner Rechtsauffassung bestätigt, nachdem nun auch die Staatsanwaltschaft von der erwiesenen Unschuld der beiden Beschuldigten ausgeht.
Sein Mandant ist nunmehr in strafrechtlicher Hinsicht vollständig rehabilitiert.
Da aber noch nicht vollständig geklärt ist, wie und auf wessen Veranlassung es überhaupt zu dieser falschen Beschuldigung gekommen ist, wird die Angelegenheit rechtlich weiterverfolgt werden, zumal den Beschuldigten hierdurch auch erheblicher Schaden zugefügt wurde.   
Es bleibt zu hoffen, so Hirt, dass nun die unsäglichen Gerüchte, die das städtische Klima seit Monaten vergiften, endlich verstummen werden. Sein Dank gilt ausdrücklich dem Bürgermeister als Dienstherrn, der trotz Anfeindungen den Ausgang des Ermittlungsverfahrens abgewartet und so eine Vor-Verurteilung der Beschuldigten vermieden hat".
Was bleibt, ist nun sozusagen ein "Fall Regina Braungart", ein Musterbeispiel von Scheinjournalismus. Seit dem Bürgermeisterwahlkampf im letzten Frühjahr, in dem das Lokalblatt zweifellos einseitig Partei ergriffen hat für den später klar Unterlegenen, erweckt das Blatt den Eindruck, sich offenbar Kampagnen zugunsten der CDU gegen den CDU-Bürgermeister verpflichtet zu sehen. Kaum anders sind auch die kaum als Berichterstattung einer Zeitung misszuverstehenden Veröffentlichungen in dem sogenannten "Fall Bauhof" zu deuten. Recherchen, Quellenangaben: Fehlanzeige. Mit im Geleitzug von unappetitlich anmutenden Veröffentlichungen aus einer, anders ist dies wohl kaum zu bezeichnen, Gerüchteküche, schwammen ein paar Leserbriefschreiber, für deren Inhalte die Redaktion ebenso Verantwortung trägt.
Inzwischen ist der angeblich Misshandelte bekanntlich an schwerer Krankheit gestorben. Der Leiter des Bauhofs war erst wochenlang krank gemeldet, nun hat er sein Arbeitsverhältnis beendet und ist vom Landkreis eingestellt worden. Offenbar hat sich seine Rolle in diesem Fall eher als dubios erwiesen als ihm selbst dienend.
Die Berichterstattung des Lokalblatts nicht erst in diesem Zusammenhang muss bereits so etwas wie einem Postjournalismus zugeordnet werden. Von dem, was früher mal Journalismus war, ist nichts mehr geblieben. Anstatt Leser zu informieren, werden Kampagnen gefahren, scheinen in der allgemeinen Zeitungskrise Chefredaktionen zu Buchhaltungen zu verkommen, triumphiert Altpapier füllend die Pressemitteilung. Einst geltende journalistische Standards sind längst beerdigt worden. Der "Bauhof-Fall" von Spaichingen ist aber nun keineswegs beendet worden. Eine Klage auf Schmerzensgeld gegen das Lokalblatt durch zwei betroffene Bauhofmitarbeiter könnte durchaus gute Chancen auf Erfolg haben.
Spaichingen und das Lokalblatt haben nun wohl einen "Fall Regina Braungart". Der Schaden, den die Schreiberin und auch Paladine, darunter Mitarbeiter des Lokalblatts, welche ihr (Un)wesen im Internet treiben, angerichtet haben, ist für die Stadt immens. Ist es nicht erschreckend in diesem Zusammenhang, welche, wenn überhaupt, offenbar klägliche Rolle als Stützpfeiler die Chefredaktion einer Zeitung spielt, welche einst auf einen guten Ruf stolz sein konnte?