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"Es gibt wichtigere Themen als VHS und Toiletten"

Spaichingens Bürgermeister zur Diskussion über VHS und Gewerbemuseum

Das betönerne Stadtzentrum Spaichingens mit Marktplatz (vorne), Geschäfts- und  Dienstleistungsbauten (Rathaus) und dahinter katholische Rupert-Mayer-Schule und Gymnasium.
(tutut). Dass es wichtiger Themen in Spaichingen gibt, als Zeitungsseiten über Toilettenbenutzung und VHS und Gewerbemuseum zu füllen, da hat Bürgermeister Hans Georg Schuhmacher zweifellos recht. Zu denen, die er anspricht, könnte man noch den dicksten Brocken hinzufügen, eine umstrittene Kläranlagenmodernisierung für 7 Millionen Euro. Auf der website der Stadt Spaichingen wird berichtet:
"Man meint dieser Tage, es gibt nichts Wichtigeres als die Themen von Toilettenanlagen oder die Frage nach der Unterbringung der VHS, wenn man die vermeintlich tagesaktuelle Berichterstattung liest.Schon haben sich auf den Bericht des Heuberger Boten Bürgerinnen und Bürger an die Verwaltung gewandt und darum gebeten, darüber zu informieren, wie aktuell das Thema „Volkshochschule“ denn nun eigentlich sei. Zwar seien die jetzigen Unterrichtsräume für eine Übergangslösung geeignet, jedoch nicht als Dauereinrichtung akzeptabel, weil eben zu klein. Auch der Punkt, dass die VHS möglichst zentrumsnah untergebracht werden soll, sei nicht entscheidend, vielmehr die Frage der Unterrichtsräume selbst.
'Wir sollten das Thema Volkshochschule nicht zum Dauerbrenner in der politischen Auseinandersetzung machen. Ich kann ja verstehen, dass man eineinhalb Jahre vor der Gemeinderatswahl versucht, Themen aufzuköcheln; allerdings muss die Diskussion um die VHS sachlich und unpolitisch geführt werden', teilt Bürgermeister Schuhmacher mit.
Wichtig sind drei Faktoren, die der Geschäftsführer der Volkshochschule, Hans Peter Jahnel auch ergänzend hervorhebt: Die Volkshochschule soll möglichst in einem Trakt oder Gebäude untergebracht sein. Die Kursräume sollen möglichst ganztägig und auch am Wochenende von der VHS als alleiniger Nutzer zur Verfügung stehen. Einer der Räume muss multifunktional, neben Unterrichtsraum auch als Gymnastikraum genutzt werden können.
Bürgermeister Schuhmacher hat genau diese drei Punkte berücksichtigt, als er die Diskussion um einen Standort am Gewerbemuseum angeregt hat. Dies vor dem Hintergrund – und diese Frage bleibt nun noch zu diskutieren – dass am Gewerbemuseum ohnehin Instandsetzungs- und Erweiterungsarbeiten, wie etwa das Einbringen eines Fahrstuhls notwendig werden.
Sicherlich kann man die Frage der Weiterentwicklung des Gewerbemuseum getrennt von der künftigen Unterbringung der VHS diskutieren. Das macht auch Sinn, wenn man für das Gewerbemuseum eine längerfristig angelegte Sanierung mit Aufwertung des Stadtgartens anstrebt und die Baumaßnahmen auf Jahre strecken und Bauabschnitten durchführen will. „Um einen weiteren Anbau am Gewerbemuseum werden wir allerdings nicht umhin kommen, wenn wir das Gebäude als öffentliches Gebäude auch in den nächsten Jahren nutzen wollen. Ich sehe an diesem Gebäude großen Handlungsbedarf, zumal es eines der wenigen Gebäude mit historischer Bausubstanz in Spaichingen ist. „ teilt Bürgermeister Schuhmacher mit.
Der Gemeinderat hat sich darauf verständigt, dass die Frage zur Entwicklung des Gewerbemuseums getrennt von der Frage der VHS in der gebotenen Sachlichkeit diskutiert werden soll.
Bürgermeister Schuhmacher hat den Gemeinderäten Anfang Juni seine Vorstellung zur Weiternetwicklung der Innenstadt mitgeteilt und damit eine Diskussionsvorlage für die Weiterentwicklung der Stadt in den nächsten Jahren gegeben. Hierbei spielt für ihn auch immer die Frage eine wichtige Rolle, dass alles finanzierbar bleiben muss. „Der Haushalt darf keineswegs in Schieflage geraten“, sagt Schuhmacher. So ist es nur folgerichtig, dass der Gemeinderat in diesem Jahr die Steuermehreinnahmen dazu nutzt, auf die beabsichtigte Kreditaufnahme zu verzichten.
Zurück zur Volkshochschule: Der Gemeinderat hat sich darauf verständigt, dass man eine Lösung im Bereich des Marktplatzes unter Berücksichtigung der Rathauspläne des Stadtplaners Welz anstreben will. Das hat den Vorteil, dass das Rathaus im Sanierungsgebiet liegt und man für einen Um- oder Anbau am Rathaus Sanierungsmittel des Bundes erhält, wobei man an anderer Stelle die städtischen Finanzen in voller Höhe der Kosten in Anspruch nehmen müsste.Von daher will der Gemeinderat auch die Lösung einer Aufstockung auf das Gymnasium nicht weiter verfolgen.
'Wir bauen noch dieses Jahr, die lang benötigte Gymnasiumserweiterung in zweigeschossiger Bauweise und unterhalten uns in aller Ruhe im Gemeinderat im Verlauf diesen Jahres, wie und wo wir die Volkshochschule  unterbringen. Dabei wollen wir auch die Verantwortlichen der VHS einbeziehen. Volksbildung und Volkshochschule sind uns wichtig, deswegen wollen wir dieses Thema auch sehr ernsthaft diskutieren. Ich betone, dass es uns als Standortträger der Volkshochschule sehr wichtig ist, dass der Trägerverein einen Standort in Spaichingen beibehält. Wir finanzieren diesen zwar, haben aber als Volkshochschulstandort auch große Vorteile in der Erwachsenenbildung, die immer wichtiger wird. Das verpflichtet uns', betont Bürgermeister Schuhmacher, 'und bitte: Es gibt derzeit wichtigere Themen in Spaichingen als Toilettenanlagen und der Standort der Volkshochschule.Denken Sie nur etwa an die Frage der Schulentwicklung allgemein und die Pläne der Landesregierung. Denken Sie an die Frage der Frühkindbetreuung in Kindergärten. Das sind die Aufgaben, die zunehmend wichtiger werden'."

Gewerbemuseum.