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Frankfurts Uni-Präsidentin als Agitatorin

„March for Science“-Spektakel gegen „Klimawandel-Leugner“

Von WOLFGANG HÜBNER

Wer Menschen, die Zweifel daran haben, ob es einen menschenverursachten Klimawandel gibt oder geben wird, als „Klimawandel-Leugner“ bezeichnet, handelt sowohl unwissenschaftlich als auch demagogisch. Ungeachtet dessen, das erdgeschichtlich das Klima – ob nun mehr oder weniger von Menschen beeinflusst – stets im Wandel war und auch künftig im Wandel bleiben wird: Die polemische Bezeichnung „Klimawandel-Leugner“ wird benutzt, um Zweifler am menschenverursachten Klimawandel ganz bewusst in die unmittelbare Nachbarschaft von „Holocaust-Leugnern“ zu bringen, also Leugnern eines historisch bewiesenen Staatsverbrechens ungeheuren Ausmaßes.

Wenn solche Demagogie ins politische Spiel kommt, dann gewöhnlich von linker oder grüner Seite. Das ist schon übel genug. Ganz besonders übel, ja, nicht hinnehmbar ist es aber, wenn die Präsidentin der Frankfurter Johann-Wolfgang-Goethe-Universität und CDU-Politikerin Birgitta Wolff sich in aller Öffentlichkeit in dieser Weise äußert. Anlass dafür war am 4. Mai 2019 eine Kundgebung des sogenannten „March for Science“, mit dem gegen „alternative Fakten“ und für die “Freiheit der Wissenschaft“ in Frankfurt demonstriert wurde.

Es sollen laut „Hessenschau“ nur 200 Menschen beteiligt gewesen sein, darunter viele Studenten und Schüler, die bestenfalls einmal Wissenschaftler werden können, aber gewiss noch keine sind. Bedenkt man die große Zahl von Professoren und akademisch qualifizierten Assistenten und Hilfskräften an der Frankfurter Universität, dann ist die Beteiligung am „March for Science“ sehr schwach, ja geradezu erbärmlich gewesen. Schon das hätte die Uni-Präsidentin nachdenklich stimmen und zu rhetorischer Zurückhaltung veranlassen müssen. Doch die Versuchung, mit demagogischem Vokabular billigen Beifall zu bekommen, war offenbar zu groß, um ihr widerstehen zu können.

Wolffs Verhalten könnte immerhin erklärbarer sein, wenn sie Naturwissenschaftlerin mit dem Spezialgebiet Klima wäre und aus ihrer Forschung bestimmte Schlussfolgerungen zöge. Doch die Uni-Präsidentin ist Wirtschaftswissenschaftlerin. Das allerdings ist ein Gebiet, wo es nicht allzu streng wissenschaftlich zugeht: Nicht zuletzt beweisen das Jahr für Jahr die Fehlprognosen der sogenannten „Wirtschaftsweisen“ für die ökonomische Entwicklung in Deutschland.

Halten wir fest: In Sachen Klima und Klimawandel hat Wolff genauso viel bzw. genauso wenig Ahnung wie die Mitglieder der Putzdienste, die allabendlich die Frankfurter Universität säubern. Sie will gleichwohl ganz genau wissen, dass die festzustellenden klimatischen Veränderungen hauptsächlich oder gar vollständig menschenverursacht sind. Das allerdings hat mit Glauben sehr viel, mit Wissenschaften sehr wenig zu tun. Den Anteil natürlicher und den Anteil menschlicher Ursachen für die klimatischen Veränderungen kann derzeit niemand, gerade nicht die Fachwissenschaft, auch nur annähernd bestimmen.

Diese fundamentale Ungewissheit sollte Anlass zur Zurückhaltung bei diesem Thema sein, das gilt gerade auch für eine Uni-Präsidentin. Diese sollte sich vielmehr um ein rein menschengemachtes Problem kümmern, das sie sogar wirksam beeinflussen könnte: Die erschreckende Intoleranz an Teilen der Frankfurter Universität. Wer sich als Student oder Dozent dort nicht „politisch korrekt“ äußert, also der linksgrünen Gesinnungsdiktatur unterwirft, der wird denunziert, diskriminiert und kann auch vor Gewalt nicht sicher sein. Die CDU-Karrieristin Birgitta Wolff sieht diesem Treiben schon lange untätig oder nur gequält kritisch zu.

Grundsätzlich angeprangert hat sie diese universitäre Gesinnungsdiktatur noch nie. Dass sie aktuell die prominent besetzte „Kopftuch“-Tagung einer aufrechten Professorin gegen anonyme Drohungen bestimmter Kreise verteidigt hat, widerspricht dieser Einschätzung nicht. Denn zu groß war die öffentliche Empörung über diesen Einschüchterungsversuch. Aber ihr Auftritt bei der Kundgebung von „March for Science“ kann durchaus als Versuch gewertet werden, es sich mit dem linksgrünen Uni-Milieu nicht allzu sehr zu verscherzen. Das Thema Klima wird inzwischen nach Belieben missbraucht und instrumentalisiert. Frankfurts Uni-Präsidentin macht dabei mit.
(pi-news.net)

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