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„Frieden für Deutschland und Europa“

Björn Höcke in Münster

Der thüringische AfD-Landesvorsitzende Björn Höcke hielt am 20. Januar beim Neujahrsempfang der AfD im historischen Rathaus zu Münster im Beisein der stellvertretenden AfD-Bundessprecherin Mariana Harder-Kühnel, des NRW-Landesvorsitzenden Dr. Martin Vincentz und des NRW-Landtagsabgeordneten Dr. Christian Blex eine vielbeachtete Rede mit Schwerpunkt Ukraine-Konflikt, die wir als Video und nachfolgend in schriftlicher Form (es gilt das gesprochene Wort) dokumentieren:

„Liebe Freunde, ich habe meinen Vortrag in vier Kapitel gegliedert:
I. Dreißigjähriger Krieg
II. Bachmut
III. Deutschlands Rolle im Ukraine-Krieg
IV. Deutschlands Auftrag und die AfD

I. Dreißigjähriger Krieg

„In den Abendstunden des 24. Oktober 1648, an einem Samstag, feuerten 70 Kanonen von den Basteien der Stadt Münster einen dreifachen, donnernden Salut. Gleichzeitig begannen die Glocken der elf Kirchen langhallend zu läuten. Jedermann wußte nun, daß der allgemeine Friede zwischen den so lange verfeindeten und kämpfenden unterzeichnet und besiegelt war.“

So beschreibt der Historiker Hellmut Diwald in seinem Opus magnum „Geschichte der Deutschen“ das Ende des Dreißigjährigen Krieges. Er stellt diese Beschreibung unter die Überschrift „Friede des Elends“.

Die Verheerungen waren fürchterlich. Es gab wenig Reichsgebiete, die nicht oder kaum von Zerstörung und Entvölkerung betroffen waren. Das katholische Münster, das mit seinen starken Mauern den Angriffen standgehalten hatte, und wo die Verhandlungen mit den Franzosen geführt wurden, gehörte ebenso dazu wie das protestantische Osnabrück, wo man seit 1643 mit den Schweden verhandelte.

Aber die Unversehrtheit war die Ausnahme. Bereits 1631 hatten kaiserliche Truppen Magdeburg gestürmt. Nach drei Tagen Plünderung war von einer der am schönsten blühenden deutschen Städte – außer dem Dom – fast nichts mehr übrig. Von 35.000 Einwohnern waren 20.000 getötet worden, Seuchen und Hungersnöte rafften weitere Tausende dahin. 1639 hausten noch 450 Menschen in den Ruinen Magdeburgs.

Ihre erneute Zerstörung hat sich übrigens vor ein paar Tagen zum 78. Mal gejährt: Am 16. Januar 1945 legten britische und amerikanische Bomber Magdeburg in Schutt und Asche und töteten etwa 10.000 Einwohner. Man sieht diese Zerstörung der Stadt bis heute an: Kaum ein altes Gebäude ist in ihr zu finden.

Aber zurück in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges: Die Hungersnot war fürchterlich. Mäuse, Ratten und Hunde rückten in den Rang von Delikatessen auf, die man auch auf Märkten feilbot. Auf Friedhöfen und an Galgen wurden Wachen aufgestellt, weil das Fleisch der Toten begehrt war. Das Trauma des Dreißigjährigen Krieges ist über die Generationen in Deutschland weitergeben worden. Aus ihm resultiert die „German Angst“ und die Liebe der Deutschen zum sicherheitsspendenden Staat.

Liebe Freunde, die Betrachtung des großen Krieges von 1618 bis 1648 lohnt aber nicht nur, um sich die Folgen von Krieg bewußt zu machen, sondern sich auch über Entstehungs- und Eskalationsbedingungen klar zu werden. Der Dreißigjährige Krieg kann nämlich in zwei Phasen eingeteilt werden:
Phase: 1618 bis zum Prager Frieden 1635 (deutscher Konfessionskrieg)
Phase: 1635 bis 1648 (europäischer Beutekrieg)

Tatsächlich wollten die deutschen Fürsten 1635 den Krieg beenden und sogar das Reich stärken. Aber Frankreich, Schweden und Spanien wollten erst noch ihre Kriegsziele durchsetzen, sie wollten keinen Frieden. Diese Herausforderung erkannte Wallenstein in seinem letzten Friedensentwurf im Januar 1634 kurz vor seiner Ermordung. Er hob darin – wie schon so oft vorher – hervor, daß für die Ordnung im Reich ausschließlich die deutschen Fürsten verantwortlich seien, weshalb Frankreich und Spanien aus dem Reichsgebiet entfernt werden müßten. Immer wieder betonte er: Für ausländische Mächte ist in Deutschland kein Platz!

1646 traten das katholische Frankreich und das protestantische Schweden sogar gemeinsam zum Sturmlauf über Bayern an. Damals schob man den Glauben vor, um Beute zu machen. Heute schiebt man Demokratie und Menschenrechte vor, um Beute zu machen! In den dreijährigen Verhandlungen hier in Münster soll übrigens ein Wort mit Abstand am häufigsten verwendet worden sein, nämlich das der Souveränität.

Ich kann hier aus Zeitgründen den Begriff nicht tiefer einordnen. Trivial formuliert könnte man sagen, Souveränität bedeutet:
Frei entscheiden zu dürfen.
Dinge nicht zu tun, die man nicht tun will.

Die deutschen Fürsten wollten 1635 Frieden, aber sie mußten wieder in den Krieg ziehen. Kann sich Deutschland heute aussuchen, ob es in den Krieg ziehen will? Schließen wir den Rückblick auf den Dreißigjährigen Krieg hier ab.

Das Ende des Zweiten Dreißigjährigen Krieges weist mit Blick auf das Ausmaß der Zerstörung, der Bevölkerungsverluste etc. Parallelen zum Ende des Ersten Dreißigjährigen Krieges auf.

Es gibt aber einen großen Unterschied zwischen 1648 und 1945, und auch hierin folge ich Hellmut Diwald: „Im Jahr 1945 riß die historische Kontinuität der Deutschen ab.“ Es kam – „auf Zuruf“ der alliierten Siegermächte – zum Bruch mit der eigenen Geschichte. Die Bildungs- und Orientierungslosigkeit hat hierin eine Ursache. Das ist ein Zustand, der uns in diesen Tagen schlimm auf die Füße fallen kann!

II. Bachmut
Wechseln wir in die Gegenwart. Ich habe vor ein paar Tagen lange ein Bild betrachtet, das ein Trichterfeld in der Nähe von Bachmut zeigt, wo zuvor ein Acker war. Wäre es schwarz-weiß, könnte es auch eine Aufnahme aus dem 1. Weltkrieg sein. Und tatsächlich nennt die Ukraine, in Anlehnung an das Abnutzungsgemetzel vor Verdun, die Region um Bachmut ebenfalls den „Fleischwolf“: Man hat sich dort in mehreren Verteidigungslinien verschanzt und hofft, dem Feind schwerste Verluste beibringen zu können.

Das Bild mit dem Trichterfeld ist nur ein paar Tage alt und zeigt noch etwas anderes als Löcher und aufgeworfene Erde. Es zeigt Leichen in den Trichtern und neben den Trichtern – die Opfer eines Angriffs, der über ein freies Feld vorgetragen wurde, in den Beschuß hinein. Der Vergleich mit Verdun ist sozusagen in ein Bild gefaßt.

Liebe Freunde, wer von uns hätte solche Massenangriffe auf gut ausgebaute Verteidigungsstellungen im 21. Jahrhundert noch für möglich gehalten? Wer hätte es für möglich gehalten, daß um kleine Ortschaften gerungen würde wie um Stalingrad? Und wer hätte es für möglich gehalten, daß auf ein paar Kilometer Geländegewinn fünftausend, ja zehntausend tote junge Männer kommen könnten?

Das Undenkbare – der Krieg – ist zurück in Europa. Und an diesem Krieg wird das fatale Handeln einer Weltmacht, der „einzigen Weltmacht“, deutlich, die sich auch Europa, auch unseren Kontinent, so sortiert, wie es ihr ins strategische Konzept paßt. Denn die USA haben die Ukraine systematisch gegen Rußland aufgebaut!

Die US-Diplomatin Victoria Nuland hat es einmal in aller Undeutlichkeit gesagt: „Wir haben fünf Milliarden US-Dollar investiert, um der Ukraine zu helfen, Wohlstand, Sicherheit und Demokratie zu garantieren.“ Das bedeutete nichts anderes als den Aufbau einer Zivilgesellschaft nach westlichem Vorbild, um die Ukraine von Rußland zu entfremden.
Und wie „Zivilgesellschaften“ wirken, kennen wir aus Deutschland.

Es gibt Etappen der Verschärfung:
1990 versprach die NATO der zerbrechenden UdSSR, die Ostgrenze des Bündnisses nicht auf Rußland hin zu verschieben. 2004 waren fast alle ehemaligen Warschauer Pakt-Staaten in der NATO.

2008 scheiterte auf dem NATO-Gipfel in Bukarest der Versuch der USA, die Ukraine und Georgien zu Bündnismitgliedern zu machen. Die USA schloß daraufhin einfach ein bilaterales Abkommen mit der Ukraine und die eine militärische Angleichung der ukrainischen Streitkräfte an den Nato-Standard begann trotzdem. Als Hegemon kann man das!

2014 führte der stark vom westlichen Ausland gelenkte Aufstand auf dem Maidanplatz in Kiew zum Sturz des Präsidenten Janukowitsch. Janukowitsch trat für eine neutrale Position ein, für eine Brückenfunktion der Ukraine zwischen dem Westen und Rußland. Das war und ist eine mehr als vernünftige Position!

In der Folge besetzte Rußland die Halbinsel Krim, die überwiegend russisch bevölkert ist – ein deutliches Zeichen, daß man weitere westliche Einmischungen vor der eigenen Haustür nicht dulden werde.

Mit Janukowitschs Abgang 2014 begannen der stille und der laute Bürgerkrieg der Ukraine gegen die beiden russisch besiedelten Regionen Luhansk und Donezk:
ab 2014 flossen keine Rentenzahlungen mehr aus der Ukraine in den Donbass;
ebenfalls ab 2014 war die russische Sprache an Schulen verboten;
spätestens 2015 wurden Rückeroberungspläne inklusive der Krim erarbeitet und US-Söldner kämpften bereits auf ukrainischer Seite
seit 2014 sind laut UN-Angaben etwa 14.000 Menschen im Donbass durch Beschuß ums Leben gekommen.

Und dann war da die Artillerietätigkeit der ukrainischen Streitkräfte in den beiden Wochen vor dem russischen Angriff. Ein Trommelfeuer in steigernder Intensität, das auf einen kurz bevorstehenden Angriff aus dem Westen schließen ließ. Das ist im Telegramstil die Vorgeschichte des Ukraine-Krieges. Der 24. Februar 2022 war nicht der Tag, an dem Rußland ohne Grund ein friedliches Land überfiel!

Haben die USA ein bis an die Zähne bewaffnetes Kuba hingenommen, am besten noch bestückt mit Atomraketen? Würden sie heute beispielsweise ein von Rußland ausgerüstetes Mexiko ertragen können? Zwei Mal nein! Die USA haben Stellvertreterkriege geführt wie die in Vietnam oder Korea, sie haben gewählte Regierungen gestürzt, die der eigenen Strategie nicht in den Kram paßten, und Bürgerkriege ausgelöst, wo Rohstoffe zu holen waren – zuletzt im Irak und in Afghanistan, in Libyen und in Syrien.

Die USA wollen diesen Abnutzungskrieg in der Ukraine und sie werden ihn weiter befeuern. Die US-Zeitschrift „The American Conservative“ brachte es auf den Punkt: „Die USA werden Rußland bis zum letzten Ukrainer bekämpfen.“ Der Krieg in der Ukraine ist auf den ersten Blick ein ukrainisch-russischer Krieg. Er ist auf den zweiten Blick ein US-amerikanisch-russischer Krieg. Und, darauf weist der französische Historiker, Demograph und Anthropologe Emmanuel Todd in einem beachtenswerten Interview mit der Schweizer WELTWOCHE hin, „in diesem Krieg geht es um Deutschland!“

III. Deutschlands Rolle im Ukraine-Krieg
Ja, wir sind einer der Kriegsgründe. Ich will auch das knapp skizzieren: Ein Zusammengehen Deutschlands mit Rußland ist der Albtraum der US-Geostrategen. Warum eigentlich? Deutschland lebt und gedeiht nicht wegen seiner Rohstoffe, sondern, weil unser Volk begabte Ingenieure, Techniker, Erfinder hervorgebracht hat. Bei uns ist fast alles gründlicher durchdacht und verbessert worden als anderswo auf der Welt.

Der natürliche Partner unserer Arbeits- und Lebensweise wäre Rußland, ein Land mit unendlicher Weite und schier unerschöpflichen Rohstoffen. Hinzu kommt: Die Deutschen und die Russen haben eine ähnliche seelische Stimmung – die deutsche Kultur gilt in Rußland als die Krönung dessen, was man komponieren, denken und bauen kann. Ebenso gilt die russische Kultur in Deutschland als Ausdruck einer menschlichen Sehnsucht und Wärme, die wir in uns kennen, aber vielleicht nicht oft genug zu zeigen wagen.

Und nun sind wir zum dritten Mal innerhalb eines Jahrhunderts gegen Rußland aufgestellt, und das heißt: gegen unsere ureigenen Interessen und gegen ein Volk, mit dem wir vorzüglich auskommen, sobald Friede herrscht. Um eine unüberwindliche Mauer zwischen Deutschland und Rußland zu bauen, hat man eine rigide Sanktionspolitik durchgesetzt; und weil Sanktionen die Inbetriebnahme von Nordstream I und II vielleicht nicht verhindert hätten, hat man die Röhren einfach in die Luft gesprengt. Das war der erste kriegerische Angriff auf die Bundesrepublik Deutschland!

Der schon genannte Emmanuel Todd ordnete den Sachverhalt in der WELTWOCHE so ein (ich zitiere mit Auslassungen): „Nord-Stream II – natürlich waren es die Amerikaner. Aber das ist völlig unwichtig, das ist normal. Wichtig ist die Frage: Wie kann eine Gesellschaft glauben, daß es die Russen gewesen sein könnten?“ Die Europäer sieht Emmanuel Todd übrigens in einem „atemberaubenden Zustand geistiger Verwirrung“. Dies gelte besonders für die Deutschen, die immer noch glauben, von den USA beschützt zu werden. Der Mann hat leider recht!

Welche Idee steckte hinter den beiden Nordstream-Pipelines? Nein, sie sind nicht das dicke Freundschaftsbändchen zwischen Deutschland und Rußland. Sie sind kein Beleg dafür, daß Deutschland russische Politik betreiben wollte. Nordstream 1 und 2 sind einfach ureigene deutsche Interessenpolitik. Wer zwischen den Blöcken sitzt, so wie Deutschland, tut gut daran, nicht nur von einer Seite abhängig zu sein.

Nordstream bedeutete, den Amerikanern sagen zu können: Wenn ihr zu teuer oder zu unverschämt werdet, dann haben wir Alternativen. Diese Alternative haben wir jetzt nicht mehr. Der Vasall darf jetzt beim Hegemon Schiefergas kaufen, zum drei- bis siebenfachen Preis. Diesen Wettbewerbsnachteil kann selbst deutscher Fleiß und deutsche Ingenieurskunst nicht mehr ausgleichen.

Die Folgen der Eskalation des US-amerikanischen Wirtschaftskrieges gegen Deutschland wurden von der Kreishandwerkerschaft Halle-Saalekreis in einem offenen Brief an den Kanzler realistisch eingeordnet. Sie formulierte: „Es geht um nichts anderes, als um das wirtschaftliche Sterben Deutschlands!“ Aber es geht in diesem Krieg nicht nur um Wirtschaft, es geht nicht nur um Rohstoffe. Es geht bei der Konfrontation in der Ukraine auch um einen anderen Weg in die Zukunft, um ein anderes Menschenbild.

Warum hacken die Konzernmedien, die Politik, die Zivilgesellschaft und die großen internationalen Organisationen einhellig auf Ländern wie Rußland, Ungarn, Serbien, aber auch auf der Türkei herum? Die Antwort lautet: Diese Länder vertreten oftmals politisch noch immer das, was wir meinen, wenn wir sagen: Deutschland, aber normal!

Ja, es ist normal, wenn ein Viktor Orban sein ungarisches Volk verteidigt, wenn er die Ehe zwischen Mann und Frau und die kinderreiche Familie zum Grundstein des Volkes und der Nation erklärt; wenn er mit anderen kleineren Nationen ein Bündnis schließt, um weder von den USA noch von Rußland oder der EU zerdrückt zu werden.

Ja, es ist normal, wenn ein Vladimir Putin die Macht der Oligarchen zurückdrängt und von ihnen die Entscheidung verlangt: für oder gegen Rußland – dann ist das vorbildlich. Ja, es ist normal, wenn in Rußland oder Serbien der Glauben für etwas angesehen wird, das fundamental zur inneren Gesundheit des Volkes gehört. Und ja, es ist normal, wenn man sich gegen die Zerstörung und die Veralberung der eigenen Tradition und Geschichte stellt.

Alles das ist normal!

Ich bekenne: Wenn ich im Osten bin, dann sehne ich mich nach dem Westen. Wenn ich im Westen bin, dann sehne ich mich nach dem Osten. Ich bin ein Mann der Mitte, ich bin Deutscher!

Aber mit einem Westen, der uns mit seinem infantilen Sendungsbewußtsein und seinem Wertekolonialismus in der ganzen Welt unbeliebt macht, der uns unsere kulturelle, ja geschlechtliche Identität nehmen will, der unsere Kinder früh- und hypersexualisiert, der Menschen zu einer Nummer degradieren will, mit diesem dekadenten, bunten Westen habe ich nichts, aber auch gar nichts zu tun!

Unsere Rolle ist nicht die der Arroganz anderen Ländern gegenüber. Kein Land der Welt hat mehr Bücher in die eigene Sprache übersetzt als Deutschland. Wir sind als Kulturnation vielmehr dazu berufen, sehr genau zu verstehen, was andere Länder und Völker meinen und wie sie leben.

Liebe Freunde, unser Volk ist einmal dazu verführt worden, seine Zuneigung zu anderen Völkern und Kulturen zu vergessen. In der Folge sind schlimme Verwüstungen angerichtet worden, auch dort wo jetzt wieder gekämpft wird. Auch dieser Lehre leiten wir unser „Nie wieder Krieg“ ab!

Aber haben wir noch die Kraft, uns als Friedensmacht zu positionieren? Oder beschränkt sich unsere Rolle darauf, das Leid abzufangen? Das wäre immerhin viel weniger schlimm, als uns durch die Lieferung einiger maroder Panzer wieder zur Kriegspartei machen zu lassen. Denn das ist der böse Sinn hinter den völlig unzureichenden Lieferungen an die Ukraine: Länder wie Deutschland zu Kriegsparteien zu machen, symbolisch, um das Provokationspotential gegen Rußland immer stärker auszureizen.

IV. Deutschlands Auftrag und die AfD
Ich möchte in einem kurzen Abschlußkapitel noch Anmerkungen zu Deutschlands Auftrag und unserer Rolle als AfD machen. Ja, meine Wunsch- und Zielvorstellung ist eine neue multipolare Friedens- und Weltordnung. Und in dieser neuen Weltordnung soll Europa ein selbstbestimmter, eigener Pol sein. Diese neue multipolare Friedens- und Weltordnung muß eine dehegemonialisierte Weltordnung sein. Ich finde, das ist eine schöne Vision und sie sollte uns Kraft geben!

Fakt ist aber auch, daß das schöne Wort „Souveränität“, das vor über 350 Jahren hier in diesem Haus so oft wie kein anderes benutzt wurde, kaum auf das heute Deutschland angewendet werden kann. Können wir frei über unsere Politik entscheiden? Können wir auch nein sagen? Wohl kaum.

Wir haben unsere Wirtschaftssouveränität an die EU, die Währungssouveränität an die EZB und die Verteidigungssouveränität an die NATO abgegeben. Außerdem besteht Besatzungsrecht aus dem Deutschlandvertrag von 1952 fort. 35.000 US-amerikanische Soldaten und etwa 10.000 bis 15.000 US-amerikanische Geheimdienstmitarbeiter, die auch Waffen tragen dürfen, stehen im Land. Dazu kommt eine politische Elite, die fremdbestimmt ist.

Das ist eine Lage, die realistisch nur das Backen ganz kleiner Brötchen zuläßt: Deutschlands Rolle muß sich jetzt auf fünf Punkte beschränken:
1. Sich nicht in diesen Krieg hineinziehen zu lassen.
2. Sich humanitär maximal zu engagieren, also auch in den Sanitätsdienst und das THW zu investieren und auf beiden Seiten menschliches Leid lindern.
3. Eine Führungsrolle in der Versorgung von Flüchtlingen zu übernehmen, und zwar im Fluchtland, grenznah.
4. Sich als Verhandlungsplatz für Friedensgespräche anzubieten.
5. Die GANZE Geschichte erzählen, Fragen stellen, eine zweite und dritte Perspektive einnehmen.

Ja, wir müssen das Narrativ des bunten Westens und seiner Konzernmedien attackieren, attackieren und nochmals attackieren, mit Klugheit, Mut und das täglich! Letzteres ist vor allem die Aufgabe der einzig relevanten Oppositionspartei im Land, der AfD, unsere Partei.

Liebe Freunde, zum Schluß möchte ich daran erinnern: als ab 2015 die erste große Flüchtlingswelle ins Land gelassen wurde, da haben wir die Stimme erhoben, für unsere bedrohte Identität, für unser deutsches Volk. Als ab 2020 ein neuer Obrigkeitsstaat mit konstruierten Anlässen in unsere Bürger- und Grundrechte eingriff, da haben wir die Stimme erhoben für die Freiheit.

Und nun müssen wir mit aller Kraft die Stimme für den Frieden erheben. Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg, sondern nur noch Frieden ausgehen! Wir waren und sind die Partei des deutschen Volks, die Partei der Freiheit und die Partei des Friedens. Für das deutsche Volk, für die Freiheit, für den Frieden arbeiten, streiten und kämpfen wir – und werden wir siegen!

Es lebe Westfalen, es lebe unser deutsches Vaterland, es lebe das wahre Europa!“
(pi-news.net)

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