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Geheimpapier durchgesteckt

Was uns in der Coronakrise noch bevorsteht

Von MANFRED ROUHS

Ende März entstand offenbar im Bundesinnenministerium ein vertrauliches Strategiepapier zur Coronakrise, das jetzt im Internet veröffentlicht worden ist. Dem entnehmen wir den Fahrplan der Regierenden für die kommenden Monate.

Zur Sacheinschätzung gehört: Ohne die derzeitigen drastischen Maßnahmen, deren wirtschaftliche Folgen verheerend sind, würden allein in Deutschland rund eine Million Menschen an Corona sterben. Unsere aktuelle Situation kann als eine Art Kombination aus „Spanischer Grippe“ von 1919 und „Weltwirtschaftskrise“ von 1929 interpretiert werden. Mit dem Unterschied, dass Pandemie und wirtschaftlicher Einbruch diesmal gleichzeitig erfolgen und nicht um zehn Jahre zeitversetzt.

Weil das eine schreckliche Geschehen ähnliche Verwerfungen mit sich bringt wie das andere, plant die Bundesregierung demnach ab Mai eine schrittweise Lockerung der aktuellen Einschränkungen. Gleichzeitig sollen die Corona-Tests ausgeweitet werden. Wer positiv getestet wird und andere Menschen anstecken könnte, muss in Quarantäne – womöglich nicht nur häuslich, sondern unter noch festzulegenden Umständen möglicherweise auch stationär.

Das läuft auf Gefängnis für Personen hinaus, die andere anstecken könnten.

Wer Corona-negativ getestet wird, kann sich Bewegungsfreiheit erkaufen: mit einer App auf seinem Mobiltelefon, über die er sich identifizierbar macht. Ist die IMEI-Nummer eines Mobiltelefons einmal bekannt, kann jedermann – auch über kostenlose Webseiten im Internet – den Standort des Gerätes und somit desjenigen Menschen, der es mit sich führt, feststellen.

Daran lässt sich auch nachträglich kaum noch etwas ändern: Ist der Geist einmal aus der Flasche, wird es schwierig, ihn wieder einzufangen. Falls ich, lieber Leser, die IMEI-Nummer Ihres Mobiltelefons kenne, weiß ich, wo Sie sind, es sei denn, Sie entsorgen das Gerät oder stecken es einem anderen in die Jackentasche.

Ziel der aktuellen öffentlichen Coronakampagnen ist – so der Schlusssatz des Papiers – „eine neue Beziehung zwischen Gesellschaft und Staat“. Die wird es ganz zweifellos geben, so oder so.
(pi-news.net)

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