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Geht’s noch, SZ: „Christianisierung des islamischen Morgenlandes“?

Fake News von Christiane Schlötzer und Dunja Ramadan

Von KONSTANTIN

Die Süddeutsche (SZ) und die ZEIT liefern sich seit geraumer Zeit einen Wettlauf um die abwegigsten Propagandameldungen. Kurz vor Weihnachten hat die Süddeutsche einen großen Schritt nach vorn gemacht. Die Autorinnen Christiane Schlötzer und Dunja Ramadan fragen angesichts von Weihnachtsbäumen in Shoppingsmalls im Nahen Osten rhetorisch nach einer „Christianisierung des islamischen Morgenlandes“? Wir fragen uns: Geht’s noch dreister?

Der Artikel vom 21. Dezember mit dem Titel „Salam aleikum und frohe Weihnachten„ nimmt uns mit in den Nahen Osten und beleuchtet, wie und wo im Jahr 2019 das Weihnachtsfest begangen wird. In vielen Ländern des Nahen Ostens werden im Dezember Tannenbäume aufgestellt und Geschäfte mit Lichtern geschmückt. So wird ein Wintermarkt in Riad und ein Weihnachtsmarkt in Amman beschrieben. Der Artikel schlussfolgert richtig, dass dies nicht mit der christlichen Religion zu tun hat, sondern mit einem Globalisierungsprozess, in dem das Weihnachtsfest zum Kommerz verkommen ist.

Eine Profanisierung des zweitwichtigsten christlichen Hochfestes könnte man aus christlicher Sicht nun kritisieren. Man kann sich aber auch einfach über den kulturellen Austausch erfreuen und die Sache wäre erledigt.

Unpassender Vergleich für den bundesdeutschen Kulturkampf
Der Artikel macht allerdings eine andere Rechnung auf: Er vergleicht die Situation im Nahen Osten mit der in Europa und Deutschland. Angesichts dessen, dass in Amman und Kairo Winter- und Weihnachtsmärkte stattfinden, wird mit einem Anklang von Bedauern festgestellt, dass man es eher selten finden würde, „dass in dem für Muslime heiligen Fastenmonat Ramadan über deutschen Fußgängerzonen Laternen baumeln oder dort Baklava und Datteln verkauft werden und Nichtmuslime mitfeiern“.

Hier vergleicht der Artikel Äpfel mit Birnen. Es hat sich in das linke Geschichtsbewusstsein eingefressen, dass der Nahe Osten bereits immer muslimisch sei. Dabei wurden diese Gebiete erobert und unter Fremdherrschaft schrittweise islamisiert. Im Nahen Osten waren bis vor 100 Jahren noch 20 Prozent der Bevölkerung Christen. Vor 500 Jahren hatten Christen noch eine Mehrheit in der heutigen Türkei. Besonders kurios bzw. schlecht recherchiert ist das Titelbild des Artikels. Hier wird ein Paar vor einem „Lichterbaum“ gezeigt, das sich davor fotografiert. Vergessen wird dabei, dass Byblos mehrheitlich christlich ist. Bewohnt von maronitischen Christen, die sich als Folge der islamischen Eroberung ins Libanongebirge gerettet hatten. Hier wird also eine christliche Stadt hergezeigt, um zu beweisen, wie Muslime Weihnachten feiern. Fake-News Volltreffer!

Wie wäre es mit einer Islamisierung der Islamischen Welt?
Aber machen wir doch mal ein Gedankenexperiment, um eine vergleichbare Situation herzustellen. Stellen wir uns vor, die arabische Halbinsel wurde vor 500 Jahren von Hindu-Nationalisten erobert. Diese haben die Kaaba in Mekka in einen hinduistischen Tempel verwandelt. Die meisten Muslime mussten zum Hinduismus zwangskonvertieren oder wurden ermordet. Eine kleine Minderheit hat dennoch überlebt und verweilt als entrechtete Bürger zweiter Klasse im Land. Nun kommen im Jahr 2019 die hinduistischen Herrscher auf die Idee, im Ramadan abends große Essensfeste zu feiern. Wegen Kommerz und so. Würde die Süddeutsche dann ironisch von einer drohenden Islamisierung des ehemaligen Zentrums der islamischen Welt fabulieren?

Liebe Frau Schlötzer, liebe Frau Ramadan. Wenn in allen islamischen Ländern Religionsfreiheit eingeführt und Muslime ohne negative Konsequenzen vom Islam „abfallen“ dürften und zum Bahai-Glauben, zum Hinduismus oder zum Christentum übertreten dürfen; wenn die vertriebenen Sikhs und Hindus nach Pakistan sicher zurückkehren dürfen; wenn ich als „Ungläubiger“ Mekka betreten darf und ein saudischer Atheist dort öffentlich behaupten darf, dass Mohammad kein Prophet ist. Dann, ja dann verspreche ich Ihnen, werde ich im kommenden Ramadan in meiner deutschen Innenstadt Lampen aufhängen und mir jeden Abend den Magen mit Baklava vollstopfen. Wallah, isch schwöre!
(pi-news.net)

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