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Gesundheit!

Spaichinger Krankenhaus:  Schon beten oder lieber erst rechnen?

(tutut) - Wer den Kreistuttlingern einen Bären aufbinden will, erzählt ihnen das Märchen der zwei Krankenhäuser, von denen eins zu viel ist. Für die Beerdigung wurde extra ein Verein gegründet, welcher sich um das richtige Ethos dazu kümmert. Bald wird wohl  ein Betzeitglöcklein in einer Kapelle mit Musike läuten und ein sich gern reden hörender Doktor letzte Salbungsworte aufsagen. Das Amen wird dann der Kreistag liefern. So haben es sich wohl einige ausgedacht in diesem ach so reichen Land mit einem noch reicheren Kreis, welche es sich leisten, die Dritte Welt einzuladen, es komme wer will, gerne illegal und auch Vollpfosten. Leider aber bleibt dann nichts mehr übrig, um sich für das eigene Volk die bestmögliche Gesundheitsversorgung zu leisten.

Und nun alles zurück auf Los. Gesundheit! Hat da jemand in TUT geniest und vielleicht auch schon gelacht in Stuttgart und brav aufgeschrieben in Spaichingen? Der Bär mag noch so brummen im Donautal der Ahnungslosen, die Wacht steht am Rhein, nur ihr Denkmal reitet hoch und nackt durch den Tuttlinger Stadtgarten. Die Ortenau aber rechnet bereits mit Milliarden, um ihre Bürger bestens gesund zu erhalten.

Nur auf den Steuerzahler könnte als Schock gewirkt haben, was gerade an Hunderten von Millionen Euro aus Zeitungspapier gewickelt wurde. Denn Sparen in Deutschland geht so: Stadt, Kreis, Land und Bund arbeiten fleißig, produzieren so viel Geld, dass niemand nix etwas kostet, vor allem keinen Bürger, was nur so rausgeschmissen wird. Neun Krankenhäuser sind dem Ortenaukreis fünf zu viel. Also wird nun einer richtig draufgemacht. Ein paar Gutachten, und nichts wird gut, aber alles sehr teuer.

Wer bis 3 zählen kann, schafft auch 5, darüber ist Schluss mit Rechnen. Da beginnt der Spaß. Nun wird gejuxt. Der Landrat, welcher mal einem "Modell" seinen Namen lieh, denn niemand wollte ein paar Gutachten folgen, welche neun Krankenhäuser für den Kreis als zu viel erachteten, und Bürgermeister schon in Habachtstellung mit dem heiligen Florian entschlossen waren, Protestanten zu werden, fiel dem nicht vom Volk Gewählten im Landratsamt die Mutter aller Ideen ein: Wir bleiben bei neun Krankenhäusern. Vorerst. Dann ging es ganz schnell. Vier wären auch genug. Eine Kreistagsmehrheit räumt ab und auf, allerdings mit Gefühl und nicht alternativlos.

Dass auch weniger Krankenhäuser mehr kosten, daran sollte sich das Volk gewöhnt haben. Gönnen hat seinen Preis. Schock-Therapie aus der Miba-Presse: "720 statt 504 Millionen Euro - Ortenau-Klinikum 2030 - Kosten für Klinikneubauten steigen dramatisch - Der Neubau der Kliniken in Offenburg und Achern und der Teilneubau in Lahr wird für das Ortenau-Klinikum wohl deutlich teurer als gedacht. Statt von 504 Millionen Euro geht Klinikgeschäftsführer Christian Keller jetzt von 720 Millionen Euro aus". Abwarten. Kein Wirkungstreffer. Dann kann einen Tag späteralso die Katze ruhig aus dem Sack: "Landrat: Klinikreform könnte bis zu 1,3 Milliarden Euro kosten - Einen Tag nachdem Klinikgeschäftsführer Christian Keller die Kostenexplosion bei den Klinikneubauten verkündet hat, zeigen sich die Fraktionen überrascht bis verärgert. Landrat Frank Scherer hält derweil noch viel höhere Baukosten für möglich".

Das Volk feiert, mehr Festle als Tage, Gesundheit kostet. Selbst der Tod...Jeder kennt's. Ein Gemeinderat, ein Kreistag gar, die können zwei Stunden über 500 Euro für einen Gartenzaun diskutieren und streiten. Aber 1 Million, 1 Milliarde? Das hat mit Zahlenblindheit zu tun. Deshalb meinen ja auch Leute, Deutschland könnte die Dritte Welt einquartieren und die Welt retten. Manche Teile der Bevölkerung können Zahlen nicht mal von der Größenordnung her erfassen können und versagen völlig darin, auch nur deren Richtung zu verstehen. Es gibt Leute, die kapieren noch, was 3 oder 5 oder vielleich auch 50 sind. Aber nichts mehr, was wesentlich darüber liegt. Wer kann sich also 1 Milliarde vorstellen? Das ist wie Europa neu schaffen und die Welt mitsamt Klima retten. Unbegreiflich. Da muss manfrau schon grün sein, um jeder Flöte zu folgen. Während andere meinen, in Bärenhaut gut gewickelt zu sein, leisten sich andere wie die Prinzessin auf der Erbse die bequemste Matratze. Der Steuerzahler übernimmt ja die Rechnung. Oder wie der Ortenaukreis rechnet: bis zu 50 Prozent begleicht  der "Bund".  Gesundheit, Kreis TUT! Niesen und genießen lassen. Die  Bären brummen.

Bevor nun ein Krankenhausverein aufs Beten verfällt, nie sollten Frösche gefragt werden, wenn es gilt, einen Teich trocken zu legen,  sollte er sich  vielleicht mit ein paar wichtigen Fakten beschäftigen.  Jan Kluge hat sie in seinem Buch "Unliebsame Wahrheiten" erwähnt: steigende Kosten, unnötige OP, Medikamentenkosten, "psychische" Erkrankungen, zu viele Krankenkassen und hohe Beiträge, Verwaltungskosten, Sponsoring, falsche Abrechnungen, Schulung in Ausbeute usw. Wenn schon, dann zur Sache in Spaichingen und TUT, der "Ethiker" und der Beerdigungsunternehmer sollen warten.

Beutel- und Bauchschneiderei sind nicht das, was "Die kleine Zukunftsfibel" von Prof. Dr. Manfred Pohl und Jane Uhlig aus dem Jahr 2070 schildert und fordert: "Deutschlands Gesundheitssystem sollte so aufgestellt werden, dass alle Menschen nach gleichen Prinzipien  erstklassig  und ganzheitlich behandelt werden".  An die Ärzte geht die Forderung: "Nur Ärzte können das System der Drei-Klassen-Medizin stoppen, indem sie nach ihrem Ethik-Kodex handeln... Kassenärztliche Vereinigungen als Zwangszusammenschlüsse sind abzuschaffen" Was tun? "Wähle nur die Regierung, die ein zukunftsorientiertesd , ethisches und moralisch tragfähiges  Gesundheitskonzept vorlegt, in dem jeder Einzelne eine gerechte  und gleiche Chance auf medizinische Betreuung hat und das damit  ein vitales  Altern ermöglicht".

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